StZ im Gespräch mit Axel Veiel Fasziniert von Humor und Feingeist
StZ, 23.03.2012 11:54 Uhr
Axel Veiel ist Frankreich-Korrespondent der Stuttgarter-Zeitung. Foto:
Axel Veiel ist Frankreich-Korrespondent der Stuttgarter-Zeitung. Foto:
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Stuttgart - Wer ist in Krisenzeiten der bessere Staatschef: der Draufgänger Nicolas Sarkozy oder der gelassene Francois Hollande? Das ist die Frage, die sich den Franzosen bei den Präsidentschaftswahlen am 22. April und am 6. Mai stellt. Ist sie beantwortet, wird es allerdings erst richtig spannend. Ganz gleich, wer das Rennen macht, er hat immense Versprechen einzulösen. Während die Rechtspopulistin Marine Le Pen die Hoffnung nährt, dass Frankreich auch ohne Europa bestens zurechtkommt, tun der rechtsbürgerliche Sarkozy und der Sozialist Hollande so, als könne Paris dem Rest Europas den Weg weisen. Sollten sich die europäischen Partner tatsächlich bereitfinden, die EU nach französischen Bauplänen zu rekonstruieren? Am 11. April, wenige Tage vor dem ersten Wahlgang, wird der Pariskorrespondent der Stuttgarter Zeitung, Axel Veiel, in der Reihe „StZ im Gespräch“ über den Schlussspurt im Präsidentenrennen berichten.

Seit 2004 arbeitet Veiel als Korrespondent in Paris. Er ist ein ungewöhnlich kundiger, engagierter Reporter, der die großen politischen Linien ebenso zu zeichnen weiß wie die bunten Miniaturen aus dem französischen Alltag. Veiel (58) kam über Umwege zum Journalismus. Als Rechtsanwalt sah er sich zunächst. Eine in Mexiko erstellte Dissertation über lateinamerikanische Rechtsphilosophie und die Arbeit in einer kolumbianischen Anwaltskanzlei weckten die Freude am Recherchieren und Schreiben. 1985 stieß der Jurist zur StZ, wo er volontierte und über Stationen in der Lokalredaktion und der außenpolitischen Redaktion zum Korrespondenten wurde. Als Berichterstatter für Spanien, Portugal und den Maghreb ging Veiel 1996 nach Madrid. Reisen in die früheren französischen Besitztümer Tunesien, Algerien und Marokko weckten das Interesse am Mutterland. Fasziniert von Humor und Feingeist, die Frankreichs politischen und gesellschaftlichen Debatten durchdringen, wechselte Veiel Ende 2004 nach Paris. Die Faszination ist ungebrochen. Hinzugekommen ist Zuneigung für das Deutschland so nahe und zugleich so ferne Nachbarland.

Hat Le Pen eine Chance?

Wie lange wird es dauern, bis im deutsch-französischen Verhältnis wieder die gebotene Nüchternheit waltet? Auch das ist eine der Fragen, die der Präsidentschaftswahlkampf aufwirft. Sarkozy hat die Bundesrepublik zum Modell erklärt, was sie schwerlich sein kann. Hollande fühlt sich von Kanzlerin Angela Merkel brüskiert, die sich im Wahlkampf auf die Seite Sarkozys geschlagen hat. Als wäre das alles der Herausforderung nicht genug, ist da auch noch das Problem, das bisher noch jeder französische Präsident an seinen Nachfolger weiterreichte: die Integration der Nachfahren maghrebinischer und schwarzafrikanischer Einwanderer, die in seelenlose Vorstädte abgeschoben auf dem Arbeitsmarkt kaum zum Zuge kommen. Die Franzosen scheinen zu spüren, dass so manches Wahlkampfversprechen mit der Wirklichkeit kollidieren wird. Wie wird sich die Unzufriedenheit darüber Luft machen? Durch Stimmenthaltung, durch ein Protestvotum, das womöglich die Rechtspopulistin Le Pen in die Stichwahl katapultiert? Axel Veiel wird sich den Fragen und Diskussionsbeiträgen der Leserinnen und Leser stellen – am 11. April, um 19.00 Uhr, im Stuttgarter Haus der Wirtschaft.

Unter allen Anmeldungen werden 600 Teilnehmer ausgelost. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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