20 Jahre Wiedervereinigung
Zerplatzte Träume der Ostfußballer
Johannes Scharnbeck,
19.11.2010 14:00 Uhr
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Foto: StZ
Stzuttgart - Dieses Spiel vor 20 Jahren werden sie nie vergessen. "Stolz wie Bolle waren wir", sagt Perry Bräutigam. "Sogar eine Stadtrundfahrt durch Rio haben wir gemacht", sagt Ulf Kirsten. In einer Zeit, in der auf einmal alles möglich schien, galt dies besonders im Fußball. Ein halbes Jahr nach dem Mauerfall reisten Bräutigam, damals Torhüter von Carl Zeiss Jena, und Kirsten, Stürmer bei Dynamo Dresden, im Mai 1990 mal eben mit der DDR-Auswahl zum Testspiel nach Rio.
Ricardo Teixeira, der brasilianische Verbandspräsident, wollte sein Team noch gegen eine starke Nationalmannschaft antreten lassen, bevor es zur WM nach Italien aufbrach. Also zahlte er dem klammen DDR-Verband kurz vor dessen Auflösung die Flug- und Hotelkosten - und plötzlich standen elf Fußballer mit seltsamen Vokuhila-Frisuren und großen Augen vor 80000 Zuschauern im sagenumwobensten Stadion der Welt, dem Maracana von Rio de Janeiro: Bräutigam, Kirsten und Co. gegen Jorginho, Bebeto, Careca, Alemao, Dunga.
"Das war pures Adrenalin", sagt Bräutigam. "Wir liefen durch den Spielertunnel, sahen die volle gelbe Schüssel und alles ging wie von allein." Ein grandioses 3:3 trotzten sie den Brasilianern ab. "Das war eine der besten Mannschaften, die die DDR je hatte", sagt Bräutigam. "Es gab ja auch noch Sammer, Thom, Scholz, Wosz ..."
Doch für viele, auch für Bräutigam und Kirsten, sollte es das letzte offizielle Länderspiel mit der DDR-Auswahl gewesen sein. Danach kam im September 1990 nur noch die Partie gegen Belgien. Und am 21.November ging der Deutsche Fußball-Verband (DFV) dann in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) über. Der Ostfußball wurde in Windeseile abgewickelt.
Ricardo Teixeira, der brasilianische Verbandspräsident, wollte sein Team noch gegen eine starke Nationalmannschaft antreten lassen, bevor es zur WM nach Italien aufbrach. Also zahlte er dem klammen DDR-Verband kurz vor dessen Auflösung die Flug- und Hotelkosten - und plötzlich standen elf Fußballer mit seltsamen Vokuhila-Frisuren und großen Augen vor 80000 Zuschauern im sagenumwobensten Stadion der Welt, dem Maracana von Rio de Janeiro: Bräutigam, Kirsten und Co. gegen Jorginho, Bebeto, Careca, Alemao, Dunga.
"Das war pures Adrenalin", sagt Bräutigam. "Wir liefen durch den Spielertunnel, sahen die volle gelbe Schüssel und alles ging wie von allein." Ein grandioses 3:3 trotzten sie den Brasilianern ab. "Das war eine der besten Mannschaften, die die DDR je hatte", sagt Bräutigam. "Es gab ja auch noch Sammer, Thom, Scholz, Wosz ..."
Der Ostfußball wurde abgewickelt
Doch für viele, auch für Bräutigam und Kirsten, sollte es das letzte offizielle Länderspiel mit der DDR-Auswahl gewesen sein. Danach kam im September 1990 nur noch die Partie gegen Belgien. Und am 21.November ging der Deutsche Fußball-Verband (DFV) dann in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) über. Der Ostfußball wurde in Windeseile abgewickelt.
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