250. Montagsdemo gegen Stuttgart 21 „Projekt kann noch gestoppt werden“

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Der Sprecher der Initiative Parkschützer, Matthias von Herrmann, ist stolz auf die Ausdauer der Protestbewegung. Noch sei es möglich, das Projekt Stuttgart 21 zu stoppen.

Der Sprecher der Initiative Parkschützer Matthias von Herrmann Foto: Norbert J. Leven
Der Sprecher der Initiative Parkschützer Matthias von HerrmannFoto: Norbert J. Leven
Stuttgart – - Am Montagabend kommen Stuttgart-21-Gegner zur 250. Montagsdemo zusammen, um gegen das Bahnprojekt zu protestieren. Der Zulauf war schon größer, aber Matthias von Herrmann hält den Protest nach wir vor für lebendig – und kündigt weiteres Engagement an.
Herr von Herrmann, was überwiegt: der Stolz auf die Ausdauer der Montagsdemonstranten oder der Frust, trotzdem das Projekt bislang nicht stoppen zu können?
Ganz klar der Stolz auf die Ausdauer. Es ist in Deutschland einzigartig, so viele Demos zu einem Thema zu veranstalten. Der Frust ist manchmal auch da, aber wir sehen ja, dass das Projekt nicht von der Stelle kommt. Viele Befürchtungen, die in Reden auf den Montagsdemos geäußert worden sind, haben sich mittlerweile bewahrheitet. Dass der Kampf gegen das Projekt ein langer Prozess sein würde, war von Anfang an klar.
Mit den Grünen, die sich von Projektgegner zu kritisch-konstruktiven Begleitern gewandelt haben, ist Ihnen ein schlagkräftiger Partner abhanden gekommen. Verbittert Sie das?
Nein, in Bewegungen wie der unseren ist es normal, dass es verschiedene Strömungen gibt. Da müssen auch alle Gruppierungen Toleranz füreinander aufbringen. Es sind die Grünen, die ihre geänderte Einstellung gegenüber ihren Wählern vertreten müssen.
Die Belastungen für Bürger durch Lärm, Dreck und Baustellenverkehr werden immer deutlicher. Trotzdem haben die Demos keinen erhöhten Zulauf mehr. Woran liegt’s?
Die Leute sind kretschmannisiert, wie ich das nenne. Das soll heißen: Sie nehmen es in einer Mischung aus Frustration und Demoralisierung leidend hin, was in ihrer unmittelbaren Umgebung passiert. Wir merken aber auch, dass die Ablehnung des Projekts wächst. Doch den Schritt, dann auch zur Demo zu kommen, machen eben nicht alle. Wir haben aber immer noch zwischen 1500 und 2000 Demoteilnehmer jede Woche. Das finde ich beachtlich.
Vervollständigen Sie bitte den Satz: Der Besuch der Demo lohnt sich trotz der sich steigernden Bautätigkeit weil…
…die Bautätigkeiten im Wesentlichen nur vorbereitende Tätigkeiten sind und das Projekt immer noch gestoppt werden kann.
Wagen wir einen Ausblick: Im Oktober 2019 trifft man sich in Stuttgart zur 500. Montagsdemo. Ja oder nein?
(lacht) Ja, wenn Stuttgart 21 bis dahin nicht ohnehin schon beendet ist.