
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen, hat meine Großmutter immer gesagt. Weshalb wir der Stadt Kornwestheim nahe legen, für den kommenden Donnerstag zu einer Party in die Stadtbücherei einzuladen. Dann jährt sich zum 40. Mal die Steinpflege an dem Gebäude durch die Firma Ambs-Lurich.
Gleich am Freitag feiern wir - auch in der Stadtbücherei - die dritte Anzahlung für Betonarbeiten an die Firma Paul Barth über 65 000 Mark, die am 14. Oktober 1970 geleistet wurde. Das kommende Wochenende steht dann ganz im Zeichen der Bücherei-Außentreppe, die vor genau 30 Jahren für 9336 Mark und 34 Pfennig saniert wurde.
Woher wir das wissen? Fürs neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen bewertet die Stadt Kornwestheim gerade ihre Gebäude. Sie tut"s nicht freiwillig, sondern ist dazu vom Land verdonnert worden. Das Exposé für die Stadtbücherei mit allen alten Rechnung aus den Jahren 1969 bis 1982 liegt jetzt vor und offenbart nicht nur viele, viele Jubiläen (im Dezember steht 32 Jahre Japangras-Tapete an), sondern auch, was die Bücherei überhaupt so gekostet hat. Nämlich 1 014 884 Mark und vier Pfennig, was in Euro rund 519 000 ausmacht. Neun Mark kosteten die Lichtpausen, was man seinerzeit für Fotokopien sagte, ebenfalls mit neun Mark wurde eine Dienstreise nach Linkenheim im Landkreis Karlsruhe abgerechnet.
Das alles zeigt uns die Gebäudebewertung für die Stadtbücherei. Auf die ebenfalls vorliegende Gebäudebewertung für die Tiefgarage unterm Marktplatz wollen wir jetzt nicht weiter eingehen. Interessant ist allerdings, dass die Lichtpausen gerade einmal zehn Jahre später nicht für neun Mark zu bekommen waren, sondern schon einen dreistelligen Betrag verschlangen. Wir möchten gar nicht wissen, was die Lichtpausen fürs neue Kulturzentrum kosten.
Egal. Was sagt eigentlich Oma zu solchen Gebäudebewertungen? Wer keine Arbeit hat, der macht sich welche.

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