35-Jähriger klagt Kündigung wegen 80 Cent
dpa/lsw, vom 11.05.2010 07:56 Uhr
Reutlingen - Er verfügte über einen Millionen-Etat - aber betrogen hat er seinen Arbeitgeber mit einem Essens-Bon für 80 Cent. Ein 35-Jähriger klagt an diesem Dienstag (11. Mai.) vor dem Arbeitsgericht Reutlingen gegen seine fristlose Entlassung. Alle Einigungsversuche waren bislang gescheitert.
Zu dem folgenschweren Vergehen kam es beim Mittagessen in der unternehmenseigenen Kantine. 15 Essensmärkchen zu je 80 Cent bekommt jeder Mitarbeiter des Sportartikelherstellers im Kreis Reutlingen - verbunden mit der Auflage, sie nur für sich selbst einzusetzen. Der 35-Jährige, der als Einkäufer im Unternehmen tätig war, nahm zu einem Mittagessen seine Lebensgefährtin mit. Ihr Essen zahlte er mit einem der Märkchen.
Für den Arbeitgeber war das ein "erheblicher Vertrags- und Vertrauensverstoß", durch den eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unmöglich sei - der 35-Jährige flog sofort raus. Der seitdem arbeitslose Mann argumentiert, eine Abmahnung wäre als Konsequenz für sein unüberlegtes Verhalten ausreichend gewesen.
Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Reutlingen war im Februar bereits gescheitert. Der Rechtsanwalt der Sportartikelherstellers hatte dabei nach Zeitungsberichten Medienschelte betrieben: "Die Presse wird sicher wieder etwas anderes berichten, so nach dem Motto: Ein bisschen Diebstahl darf ja sein."