60 Demonstranten festgenommen Gelöbnis nicht blockiert - aber gestört
Susanne Janssen, 30.07.2010 17:14 Uhr
 Foto: Fotos: dpa
Foto: Fotos: dpa
Stuttgart - Die Innenstadt glich einer Festung: 1500 Polizeibeamten sind am Freitagmorgen in Stuttgart aufmarschiert. Auch Polizisten aus Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen kamen ihren Kollegen zu Hilfe. Den Bereich unmittelbar am Neuen Schloss sicherte die Bundeswehr selbst. Weite Teile des Schlossplatzes waren mit Gittern abgesperrt, nur nach Kontrollen wurden die Menschen durchgelassen. Im Innenhof legten 650 Rekruten feierlich ihr Gelöbnis ab, unter den Ehrengästen waren auch Ministerpräsident Stefan Mappus und OB Wolfgang Schuster. Die Bundeswehr sprach von 2000 Gästen, die nur "marginal gestört" worden seien.

Gegen 12 Uhr kam es dennoch zur ersten Konfrontation zwischen dem massiven Sicherheitsaufgebot und den paar Hundert Demonstranten, die zu dieser Zeit gegen das Gelöbnis protestierten. Rund hundert Menschen bewegten sich auf die Domkirche St. Eberhard zu, wo um 13.15 Uhr ein Gottesdienst der Rekruten stattfinden sollte, und setzten sich vor den Eingang.

Der Einsatzleiter, Polizeipräsident Siegfried Stumpf, entschied, den Platz vor der Kirche räumen zu lassen. "Für diesen Ort war keine Kundgebung angemeldet, die Versammlung war deshalb illegal", erklärte der Polizeisprecher Stefan Keilbach. Die Blockierer wurden aufgefordert, freiwillig zu gehen. Etwa 60 Demonstranten kamen dem nicht nach, so dass die Polizei sie von der Königstraße entfernte. Die Protestierer kamen in Polizeigewahrsam und müssen mit einer Anzeige rechnen. "Fünf haben massiven Widerstand gegen Polizisten geleistet, gegen sie wird ermittelt", so Keilbach weiter. Die Festnahme führte zu einem gellenden Pfeifkonzert und heizte den Protest auf. Die Beamten ließen die Königstraße zwischen dem Schlossplatz und der Thouretstraße komplett sperren, die Geschäfte mussten bis 14.20 Uhr schließen. Die Passanten quittierten dies mit Murren. Der Stadtdekan Michael Brock fand die Räumungsaktion "übertrieben".

Kommentare (34)
Anzeigen
AUG
04
Selbstverständlich, 20:11 Uhr

haben wir Gemeinsinn. Den muß man ja

aber nicht nur auf Deutschland beschränken. Biddeschöööön. Im ürigen bin ich ausserordentlich stolz auf unsere schönenen Landschaften, auch wenn ich diese nicht selber erschaffen habe und wenn diese "fliessend" in die angrenzenden Landschaften der "anderen" Länder übergehen. Da fliesst dann mein Stolz "mit hinüber" und erfreut sich an der Landschaft dort usw. usw. Ich sehe da keine Grenzen, wirklich. Und ein ganz bischen stolz bin ich auf die Rekruten ja auch: da gehört schon was dazu, eine solche Zeremonie durchzustehen. Nicht stolz bin ich aber z.B. auf "jüdische Vermächtnisse", "Ehrenwort gegen das deutsche Grundgesetz", "Spendenskandale" "Steuerhinterziehung durch unsere Elite" und brandaktuell "GEZIELTE TÖTUNG" wooowwwww! usw. ... Sie sehen, man kann schon differenzieren.

AUG
04
Tulkas, 03:24 Uhr

Vaterlandslose Gesellen

Vaterlandslose Gesellen rufe ich diesen Querulanten entgegen! Man muss Stolz auf unsere Rekruten sein. Sie opfern einen Lebensabschnitt unserem Land und damit uns. Gemeinschaftssinn hat bei den Herren GenossInnen keinen hohen Stellenwert. Es wird nicht anerkannt, was die jungen Männer und Frauen leisten. Dass wir keine Armee bräuchten, auf eine solch absurde Idee könnten nicht einmal die Linken kommen, das ist kindliche Naivität (was wäre denn effektiv los würden alle westlichen Länder von heute auf morgen ihre Armeen abschaffen?). Wir brauchen unsere Bundeswehr und wir brauchen diese Jungs und Mädels die Rekruten sind. Es ist an der Zeit ihnen den nötigen Respekt zu erweisen. Störend, aber keinesfalls überraschend empfinde ich die Berichterstattung unserer linkslastigen Medien. Es muss ein Fingerzeig in unserer Gesellschaft auf ein solches Verhalten folgen!

AUG
01
Otello, 14:23 Uhr

@ I.S. (Der Schlossplatz als Festung)

Als interessierte Besucher des Gelöbnisses konnten wir uns das ganze bequem anschauen. Einfach nett bei den Polizisten gefragt und anstandslos durchgelassen worden. Da war kein Gefühl von Bedrohung oder Angst. Dieses Gefühl verbreiteten vielmehr die Demonstranten, die munter brüllten und beschimpften. (Und von denen man sich auch auf dem Weg zur Veranstaltung bereits anpöbeln lassen musste.) Wir waren froh, dass diese in gebührendem Abstand gehalten wurden. Ich bin mir sicher, dass auch die Bundeswehr nichts lieber gehabt hätte, als ein Gelöbnis unter Einbeziehung der Bevölkerung. Das daraus nichts wurde, liegt wahrlich nicht an der Polizei oder dem Militär. Es liegt an den Demonstranten, die sich nicht zu benehmen wissen. Gleiches gilt übrigens auch für den Bauzaun am Bahnhof. Wüsste man auf Seiten der Demonstranten, was erlaubt ist und was nicht, hätte es ein normaler Bauzaun getan. Dann wäre keine Polizei notwendig. Leider setzen aber zu viele der Demonstranten Ihr Demokratieverständnis nach wie vor mit dem vermeintlichen Recht auf Gewalt (gegen Sachen und Menschen) gleich. Solange es hier kein Umdenken gibt, muss die Allgemeinheit leider dafür zahlen.

Kommentar-Seite 1  von  12