A8 Stuttgart – Leonberg Eine vierte Spur gegen den Dauerstau auf der A 8

Von Jürgen Löhle 

Die A 8 wird zwischen dem Stuttgarter Kreuz und Leonberg gilt als eine der verkehrsreichsten in Deutschland. Täglich werden fast 150 000 Fahrzeuge auf dem Abschnitt gezählt. Nun soll es eine Lösung geben.

Spatenstich mit Aussicht: Regierungspräsident Schmalzl, Staatssekretär Barthle, Verkehrsminister Hermann und der Böblinger Landrat Bernhard (v. li.). Foto: factum/Granville
Spatenstich mit Aussicht: Regierungspräsident Schmalzl, Staatssekretär Barthle, Verkehrsminister Hermann und der Böblinger Landrat Bernhard (v. li.).Foto: factum/Granville

Stuttgart - Die Autobahn 8 zwischen dem Kreuz Stuttgart und Leonberg ist so etwas wie die Mutter aller Staustrecken und der absolute Evergreen in den Verkehrsnachrichten in der Region. Es vergeht jedenfalls kaum ein Werktag, an dem der Verkehr auf dem Abschnitt zwischen der Einleitung der A 81 am Stuttgarter Kreuz und der Ausleitung in Leonberg in Richtung Heilbronn störungsfrei läuft. Oft dreht sich hier kilometerlang kein Rad mehr, aber von Ende 2017 an soll das alles anders werden.

Am Montag wurden mit einem symbolisch Spatenstich durch Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und dem Parlamentarischen Staatssekretär im Verkehrsministerium Norbert Barthle (CDU) als Vertreter des Bundes, die Bauarbeiten für eine 4,4 Kilometer lange Erweiterungsspur zwischen dem Stuttgarter Kreuz und Leonberg-Ost auf den Weg gebracht. Von Dienstag an wird nun gebaut.

Die Fahrspur soll den Verkehr flüssiger halten

Offiziell nennt sich die neue Fahrbahn in schönstem Amtsdeutsch „Verflechtungsstreifen“. Gemeint ist eine vierte Fahrspur, die den Verkehr auf dem Abschnitt flüssig halten soll und die es in der anderen Fahrtrichtung bereits gibt. Bis zu 150 000 Autos passieren täglich dieses Nadelöhr, in dem die A 81 zwischen Singen und Heilbronn auf der A 8 zwischen München und Karlsruhe läuft. Für die Extraspur nimmt der Bund 32 Millionen Euro in die Hand. Für Staatssekretär Barthle gut investiertes Geld. „Die A 8 ist eine der zentralen Verkehrsadern in Europa. Und von einem flüssigen Verkehr auf dieser Strecke profitiert auch die Wirtschaft“, sagte er beim Spatenstich, der zur Überraschung aller im frisch gefallen Schnee stattfand und deshalb auf die Brücke „Rotes Steigle“ verlegt wurde, die für die Verbreiterung abgerissen und neu gebaut werden muss.

Auch Verkehrsminister Hermann zeigte sich bei der Feier von dem Bauprojekt überzeugt. Und er sieht darin auch keinen Widerspruch zu seiner Position, dass er eigentlich im Sinne des Umweltschutzes keine neuen Straßen bauen will. „Wenn wir den Dauerstau hier auflösen können“, so Hermann, „werden auch mehr Menschen Stuttgart umfahren und damit wird sich die Abgassituation in der Stuttgarter Innenstadt deutlich verbessern.“ Für Hermann ist die vierte Fahrspur denn auch weniger ein Neubau, als mehr „eine Ertüchtigung einer bestehenden Strecke“.

Bis die Verkehr flüssiger läuft, dürfte sich die Umweltbelastung aber eher noch erhöhen. Während der Bauarbeiten bis Ende 2017 werden auf dem eh schon sehr stark belasteten Abschnitt die Staus mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen. Für die Dauer des Neubaus müssen die vorhandenen drei Fahrspuren verengt werden. Zusätzlich wird die A 8 an zwei Wochenenden voll gesperrt werden müssen, wenn die auf dem Autobahnparkplatz Sommerhofen vormontierte neue Brücke „Rotes Steigle“ zum Einbau transportiert und eingehoben werden wird. Aber danach, so hoffte der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP) beim Spatenstich, „sollte es für die nächsten 15 Jahre laufen.“