Abtreibungsklinik in Stuttgart Pro Familia fordert Hilfe der Stadt Stuttgart

Von dpa/lsw 

Nach dem Aus für die Stuttgarter Abtreibungsklinik Stapf fordert Pro Familia die Stadtverwaltung auf, einen neuen Standort zu suchen. Im Zweifelsfall müsse die Stadt selbst als Mieter auftreten.

Die Stapf-Klinik musste schließen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die Stapf-Klinik musste schließen.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Pro Familia hat die Stadt Stuttgart dringend aufgefordert, eine neue Bleibe für die Abtreibungsklinik Stapf zu finden. „Wenn es der private Immobilienmarkt nicht hergibt, muss die Stadt dafür sorgen“, sagte die Landeschefin von Pro Familia, Ruth Weckenmann, am Dienstagabend in der SWR-„Landesschau“. Im Zweifel müsse die Stadt zunächst als Mieter auftreten. Zwar könnten Ärzte in der Stuttgarter Umgebung die Versorgungslücke zunächst überbrücken. Doch dies sei keine Dauerlösung. Es dürfe nicht sein, dass Frauen wieder ins Ausland müssten, um abzutreiben.

Die landesweit wohl größte Abtreibungsklinik Stapf hatte nach Auslaufen von Mietverträgen mit der Stadt keinen neuen Standort gefunden und ihren Betrieb nach 20 Jahren eingestellt. Radikale Abtreibungsgegner hatten immer wieder gegen die Klinik protestiert, was die Suche nach einer neuen Immobilie erschwerte. Die Einrichtung nahm nach eigenen Angaben rund 2200 Abtreibungen im Jahr vor. Das entspricht jedem fünften Abbruch im Land.

AfD-Gemeinderat und Abtreibungsgegner Heinrich Fiechtner begrüßte die Schließung der Klinik. „Das ist ein guter Tag für Stuttgart“, sagte Fiechtner im SWR.

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Bei der Diskussion: sollte mit einfließen, was tun die Abtreibungsgegner konkret dafür das eine Frau die nun wider besseren Wissens nicht abtreibt. Mir wäre nicht bekannt das nur einer eine Patenschaft übernommen hat um so eine Mutter zu unterstützen. Den Herrn Fiechtner kann man nach seinen letzten Absonderungen nicht ernst nehmen.

Die Stadt hätte Möglichkeiten: Weshalb bietet man der Klinik nicht einige Belegbetten in einem städtischen Krankenhaus an? Da gäbe es sicherlich einige Möglichkeiten. Aber nein, die Herren Kuhn und Föll fassen das ganze Problem mit der Beißzange an. Nur nicht die Finger verbrennen. Politisches Bewusstsein wäre hier gefragt und nicht ängstliches schielen auf fundamentalistische Christen. Das scheint in Stuttgart aber selbst bei den Grünen schwer zu sein...Die Grünen unterscheiden sich zudem von Ort zu Ort.

Wer hat Ihnen erzählt, dass ein Kuhn Angst vor dem fundamentalistischen Mob hat ?: Das ist absurd. Das hört sich so ziemlich nach dem Aufbaubeginn einer Legendenbildung an. Der Bund, das Land, die Stadt können nicht sofort und ohne strukturelle und taktische Vorbereitung eine Klinik aus dem Boden stampfen. Das Geld gehört der Öffentlichkeit. Zunächst einmal ist jeder selbst seines Glückes Schmid. Und erst dann, wenn nichts mehr geht und es im öffentlichen Interesse ist, dann kann die Öffentlichkeit einspringen. So lange werden Sie sich doch noch gedulden können.

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