Abtreibungsklinik Stapf in Stuttgart Gesundheitsministerin Altpeter bedauert Aus

Von SIR/dpa 

Nach dem Aus der Abtreibungsklinik Stapf hofft Gesundheitsministerin Karin Altpeter doch noch auf eine Einigung der Stadt mit Klinikchef Friedrich Stapf. Eine Versorgungslücke in Stuttgart müsse verhindert werden, so die Ministerin.

Nach dem Aus der Abtreibungsklinik Stapf in Stuttgart hofft Gesundheitsministerin Karin Altpeter doch noch auf einen Fortbestand der Klinik in Stuttgart. Foto: dpa
Nach dem Aus der Abtreibungsklinik Stapf in Stuttgart hofft Gesundheitsministerin Karin Altpeter doch noch auf einen Fortbestand der Klinik in Stuttgart.Foto: dpa

Stuttgart - Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) bedauert das vorläufige Aus für die Stuttgarter Abtreibungsklinik Stapf, hofft aber noch auf deren Fortbestand. Die Äußerungen von Krankenhausbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) verstehe sie als Signale, dass die Stadt Stuttgart und Klinikchef Friedrich Stapf im Interesse der betroffenen Frauen noch eine Lösung finden könnten. „Eine Versorgungslücke ausgerechnet in der Landeshauptstadt muss unbedingt verhindert werden“, sagte die Sozialdemokratin der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Stuttgart.

Die landesweit wohl größte Abtreibungsklinik Stapf hatte nach Auslaufen von Mietverträgen mit der Stadt keinen neuen Standort gefunden und ihren Betrieb nach 20 Jahren eingestellt. Radikale Abtreibungsgegner hatten immer wieder gegen die Klinik protestiert, was die Suche nach einer neuen Immobilie erschwerte. Die Einrichtung nahm nach eigenen Angaben rund 2200 Abtreibungen im Jahr vor; das entspricht jedem fünften Abbruch im Land.

Nach Angaben des Sozialministeriums muss das Land nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz ein ausreichendes Angebot an ambulanten und stationären Kapazitäten für Schwangerschaftsabbrüche vorhalten. Eine rechtliche Handhabe, dies durchzusetzen habe man aber nicht, erläuterte ein Sprecher. Denn kein Mediziner könne dazu gezwungen werben, Abtreibungen vorzunehmen, wenn er dies nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Deshalb bleibe nur Überzeugungsarbeit bei den Medizinern vor Ort.