Abwehrkräfte für männliche Mäuse
Sexsignale für das Immunsystem
Kerstin Viering,
11.03.2010 08:29 Uhr
Mäusemännchen leben gefährlich – selbst beim Schnuppern drohen Infektionen. Foto: dpa
Woran das liegt, verrät ein Blick in die Lunge. Bei Mäusemännchen, die unter dem Einfluss weiblicher Düfte standen, fanden sich dort ungewöhnlich große Mengen von Makrophagen und Neutrophilen. Das sind unterschiedliche Typen weiße Blutkörperchen, die in der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielen. Sie erkennen körperfremde Mikroorganismen und ziehen sie aus dem Verkehr, indem sie die Eindringlinge umfließen und verdauen.
Dabei richten sie sich nicht gegen einen bestimmten Erreger, sondern versuchen, alle möglichen Fremdkörper loszuwerden. Wenn sie einen Infektionsherd ausgemacht haben, rufen sie über chemische Signalstoffe weitere Kollegen zu Hilfe.
Das Immunsystem ist schon gewappnet
Bei den schnuppernden Mäusen aber scheinen sich diese körpereigenen Abwehrwaffen schon vorbeugend neu zu verteilen. Der Weibchenduft lockt die Fresszellen offenbar verstärkt in die Atemwege. Wenn die eifrig schnüffelnden Tiere Erreger aufnehmen, ist das Immunsystem daher schon gewappnet und kann die Invasion gleich an der richtigen Stelle bekämpfen.
Allerdings kann so eine Einwanderung von Abwehrzellen auch Entzündungsreaktionen auslösen. Gerade in der Lunge wäre das sehr ungünstig. Denn dadurch bekämen die Tiere schlechter Luft, und ihre körperliche Leistungsfähigkeit würde leiden. Genau das aber war bei den getesteten Schnüfflern nicht der Fall.
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