Thomas Baur, der scheidende Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Foto: dpa
Stuttgart - "Das Thema wird nicht ernst genommen - und vom Land nicht unterfüttert", sagt Thomas Baur, der scheidende Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Nordrhein-Westfalen etwa sei meilenweit voraus, Baden- Württemberg radele im Mittelfeld. Zusagen seien gemacht worden - passiert sei hier bislang aber reichlich wenig. Die wenigsten Kommunen hätten bislang eigene Radverkehrsetats und geben somit auch zu wenig für Radwege aus. Diese seien zudem meist in einem miesen Zustand: schlecht ausgezeichnet, voller hoher Bordsteine und Drängelgitter.
Hätte Baur, der den ADFC-Landesvorsitz Ende März nach 14 Jahren aufgibt, drei Wünsche für den Radverkehr im Südwesten frei, dann wären das mehr Mittel für Radwege; aber auch Tempo 30 für 95 Prozent der Straßen in den Städten und Gemeinden. "Das hilft der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, auch der Autofahrer." Zudem mache dies das Rad im Vergleich zum Auto attraktiver. Schließlich wolle das Land den Anteil des Radverkehrs bis 2015 auf 20 Prozent verdoppeln. Dazu gehört auch Baur dritter Wunsch: Der Radverkehr soll "im Vergleich zum überdimensionierten Auto" mehr Beachtung finden.
"Radverkehr beginnt im Kopf - und zwar bei den politisch Verantwortlichen", sagt Baur. Sie entschieden über die Prioritäten der Verkehrspolitik und über die Mittelvergabe. Beispiel Horb: Dass dort bei der Planung einer Brücke tatsächlich darüber diskutiert werde, ob die Brücke einen Radweg braucht oder nicht, zeige deutlich, wie wenig weit es mit dem "Fahrradland Nr.1" tatsächlich sei. "Und Horb ist leider überall", sagt Baur. In den Städten, vor allem in Freiburg, Karlsruhe und Heidelberg, sei viel erreicht. Freiburg etwa habe einen Radverkehrsanteil von 30 Prozent. Doch auf dem Land, "da wo es bürgerliche Mehrheiten hat, tut man sich schwer." Städte und Gemeinden, die wirklich etwas für den Radverkehr tun wollten, sollten möglichst bald einen Radverkehrsplan aufstellen, rät der Experte. Schließlich werde die Landesförderung künftig auch davon abhängen, ob der Bedarf für einen Radweg auch nachgewiesen werden kann. Zehn Euro je Einwohner und Jahr wäre nach seinen Schätzungen ein angemessener Rad-Etat. Beispiel Stuttgart: Dort wären das Ausgaben von rund sechs Millionen Euro pro Jahr, aktuell seien es 2,7 Millionen. Die Ausgaben könnte man durch Einsparungen beim Auto kompensieren. "Jetzt wird doch meist lieber ein Parkplatz gebaut als ein neuer Radweg."
Warum setzt sich Herr Baur mit seinen Aussagen zu Radwegen leichtfertig über Beschlüsse der Bundeshauptversammlung hinweg? Der ADFC will laut seinen Aussagen Rad fahren wieder als Normalität auf der Fahrbahn, aber leider ist weder dieser Beschluß noch die Gefährlichkeit bei den Mitgliedern an der Basis und offensichtlich auch dem Landesverband Baden-Württemberg in Person von Herrn Baur bisher angekommen.
Wenn schon der ADFC seine eigenen Beschlüsse ignoriert sollten wenigstens die Verkehrsplaner der Städte und Gemeinden die für sie geltenden Verwaltungsvorschriften nicht ignorieren, und nicht die bestehende Rechtslage gemäß StVO. Radwege sind laut Aussage der letzten Bundesregierung die Ausnahme und sollen es bleiben.
MRZ
15
11:33 Uhr, geschrieben von Fahrrad-Hasser
ADFC
Radwege ? Wozu? In Stuttgart fahren die Radler durch die Fussgängerzone, über Gehwege - dies alles ohne Rücksicht!
Im Wald und Flur nur Fahrräder - ohne jegliche Rücksicht auf die Fussgänger! Und die Polizei schaut zu!
Jedes Fahrrad ist eines zu viel!
MRZ
14
23:12 Uhr, geschrieben von Schmidt
Radwege
Leider ist es so das in Baden Württemberg, und hier voran die Landeshauptstadt Stuttgart , lieber lieber Papier und Presseerklärungen , sowie eine Menge Powerpointvorträge hält, statt endlich zuhandeln. Stuttgart 21, U5, U12, kein Anschluss ins Neckartal, Radwege Schau Dir mal den Radweg in der Theodor-Häus Straße an, bin hier schon zweimal von einem Auto, oder einer Autotür angerempelt worden.
Viel Bla, Bla, das ist mein Stuttgart geworden, und dazu auch noch dreckig.