AfD-Stadtrat Fiechtner „Mein Kampf“ mit Koran verglichen

Von hog 

Der AfD-Stadtrat Heinrich Fiechtner ist schon einige Male durch markige Worte aufgefallen. Bei der Mahnwache für die Opfer des Terroranschlags in Paris hat Fiechtner am Rande der Veranstaltung den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen.

Heinrich Fiechtner langt verbal immer wieder kräftig zu. Foto: Michael Steinert
Heinrich Fiechtner langt verbal immer wieder kräftig zu.Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Am Rande der Solidaritätskundgebung für die Opfer von Paris auf dem Stuttgarter Schlossplatz hat der dort anwesende AfD-Stadtrat Heinrich Fiechtner den Koran mit Adolf Hitlers „Mein Kampf“ verglichen. „In beiden Schriften wird zur physischen Gewalt gegen Andersdenkende aufgerufen“, sagte Fiechtner. Dies kenne er aus keiner anderen Weltreligion, sehr wohl aber von verbrecherischen Regimes, etwa der Nazis, Stalins oder Pol Pots.

Dennoch sehe er nicht alle, wie er sie nennt, „Mohammedaner“ als Verbrecher an. Von in Deutschland lebenden Muslimen erwarte er aber eine „klare Distanzierung vom Terror und ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, die er stets verteidigen werde. „Das habe ich neulich auch in der Stadtbahn getan, als eine Frau mit Kopftuch angegriffen wurde“, sagte Fiechtner. „Der einzige, der ihr geholfen hat, war ich.“

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LÜGENPRESSE? : Fiechtner hat „Mein Kampf“ nicht mit dem Koran verglichen! So was Irres würde kein Mensch tun! Und so viele fahren darauf ab. Fiechtner hat lediglich auf gemeinsame Inhalte hingewiesen. „In beiden Schriften wird zur physischen Gewalt gegen Andersdenkende aufgerufen“, so Fiechtner. Begründung für die Schlagzeile. Wer Falken mit Singdrosseln vergleicht, weil beide Tiere andere töten, hat "nicht alle Tassen im Schrank". Vergleiche sind im besten Falle Annäherungen aufgrund ähnlicher Identitätsmerkmale! Hinkende Vergleiche dienen nur dem weit verbreiteten Machtmissbrauch. --- So leichtfertig versucht man, in die Dynamik unseres Machtgefüges einzugreifen. Gefährlich, wenn das viele auf diese Weise versuchen und damit unserer Demokratie einen diktatorischen Tritt ins Allerwerteste verpassen! Unser Alltag ist vollgestopft mit derlei Manipulationen und produziert Auseinandersetzungen ohne Ende. Tun es Medien, die Kontrollorgane unserer Gesellschaft sein sollen und um wahrheitsgemäße Berichterstattung bemüht, darf man sich nicht wundern, wenn Gerechtigkeit zu einem Hirngespinst wird, zu einer Fata Morgana … --- Würde es „hog“ gefallen, wenn behauptet wird, die Stuttgarter Zeitung werde mit der BILD-Zeitung verglichen, nur weil mal jemand gesagt hat, in beiden Zeitungen seien Bilder, Überschriften, Texte? Wir brauchen vertrauenswürdigen Journalismus in einer Welt, die uns mit Informationen erstickt!

Rücktritt: Ähnlich sensibel wie Marine le Pen. Eine Schande für Stuttgart und den Stuttgarter Gemeinderat. Treten Sie zurück Herr Dr. Fichtner!!!

Zu Ihrer Abschlussbehauptung: hier die Pressemitteilung des Landesverbandes sowie des Kreisverbandes Ludwigsburg der AFD: "Ein Anschlag auf die Freiheit Der Landesverband Baden-Württemberg verurteilt das barbarische, feige Terrorverbrechen, dem heute in Paris zwölf Menschen zum Opfer gefallen sind. Wir fühlen mit den Hinterbliebenen der Opfer und mit der gesamten französischen Nation. Wir hoffen auf eine baldige, vollständige Aufklärung der Tat und auf die Bestrafung der Täter und ihrer Hintermänner. Und wir wünschen uns, dieser erbärmliche Angriff auf Grundwerte der Aufklärung, der Pressefreiheit und des Humanismus wird nicht instrumentalisiert, von welcher Seite auch immer." 'Die AfD', wie von Ihnen unterstellt, ist also mitnichten daran interessiert, diese unfassbare Tat politisch zu instrumentalisieren, ganz im Gegenteil. Das sind vielmehr nur einige wenige Mitglieder. Gibt es auch in anderen Parteien, etwa Bundesjustizminister Maas. Und der Bundesinnenminister de Maiziere hat sich sogar zu der Behauptung verstiegen, die „Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun“. Eine Verhöhnung der Opfer, die mit „Allah ist groß“-Rufen niedergemetzelt wurden.

Glashaus oder Käfig, Herr Fiechtner?: Hier mal einige Zitate: ### "Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, ..." ### und noch einer über vorehelichen Sex: "Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ..." ### Noch'n bisschen Homophobie ... "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..." ### "So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel." .... Ich kenne weder "Mein Kampf" noch den Koran und ich weiß nicht, ob Herr Fechtner weiß, wovon er redet, aber die Zitate hier stammen allesamt aus der christlichen Bibel (Buch Moses bzw. 1. Samuel). Sollten sich im Koran - wovon ich ausgehe - Aufforderungen zur Gewalt finden, dann befindet sich dieses Buch in feiner Gesellschaft mit unserer geschätzten christlichen Bibel. Wer also im christlich-abendländichen Glashaus sitzt, sollte nicht mit dicken Wackersteinen werfen.

Wer keine Ahnung hat...: Herr Schlegel, wären Sie minimal informiert, dann wüssten Sie, dass das Fundament des Christentums der Neue Bund ist und nicht der Alte Bund. Und im Neuen Testament gibt es keinen Mose und keinen Samuel.

Netter ...: Ton, den Sie als Spezialist für Christentum da so draufhaben, Herr Rostet. Nur würde ich mich an Ihrer Stelle nicht so weit aus dem Fenster hängen bzgl. der Unkenntnis anderer Menschen: die zehn Gebote gehören nachweislich zum 5. Buch Moses und zu den Grundlagen der christlichen Kirchen. Die Hälfte der von mir benutzten Zitate kommen alle aus eben diesem 5. Buch Moses, in dem jene 10 Gebote verkündet wurden. Im Übrigen kenne ich bei Zweifeln an meiner Bibelfestigkeit keinen Spaß ... ;-) Im Übrigen geht es um die verleumderischen Behauptungen des AfD-Stadtrates, der Koran und "Mein Kampf" gleichsetzt und behauptet, dass unserer Kultur die Aufforderungen zur Gewalt unbekannt wären. Das ist nachweislicher Unsinn.

Kreuzzüge im neuen Bund: Auch während des neuen Bund hat das christliche Abendland Menschen im großen Stil abgeschlachtet, die sie für nicht rechtgläubig hielten, und das höchstpäpstlich initiiert (z.B. Albigenser Kreuzzüge = IS auf christlich). Das Fundament des Christentums ist kein Buch, sondern die innere Christusverbundenheit, und das stete innere Ringen um diese Verbindung. Das Fundament des Islams ist die innere Verbundenheit mit Allah und seinem Propheten, und das stete innere Ringen darum. Die teilweise kriegerische Sprache des Koran meint immer den inneren Kampf eines Menschen im Ringen um Gottverbundenheit. Das Abschlachten von Menschen ist immer die Tat von verirrten Fanatikern, egal welche religiöse Tradition sie hierfür benutzen, und es hat niemals etwas mit Allah oder Christus zu tun. Da kann einer "Allah" rufen so oft er will.

Dieser Mann muß im Stadtrat isoliert werden: Er beschmutzt mit solch unsäglichen Aussagen das Ansehen dieser Stadt wie es sie die S21-Diskussion nicht in 10 Jahren schaffen würde. Solche Aussagen sind es, die den verantwortungsbewussten Wähler skeptisch gegenüber dieser neuen Partei machen. Wählen wir uns hier womöglich unmerklich langsam "Nazis in Nadelstreifen" in unsere Landtage und Gemeinderäte ohne dass wir es merken oder gar wollen ? Diese Frage muß in diesem Zusammenhang gestellt werden dürfen. Denn eines ist klar, dieser Vergleich ist bewusst gewählt worden von diesem Stadtrat und ist nicht einfach so in den Raum geworfen worden.

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