Afghanistan Entwicklungshelfer stirbt bei Anschlag
dpa, 25.12.2010 12:17 Uhr
Kabul/Berlin - Ein deutscher Entwicklungshelfer ist nach einem Anschlag in Nordafghanistan an seinen schweren Verletzungen gestorben. Dies teilte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am frühen Samstagmorgen in Berlin mit.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel sagte nach Angaben von Pressesprecher Sebastian Lesch: "Ich spreche der Familie des Getöteten und dem Verletzten mein tief empfundenes Mitgefühl aus. Der feige Anschlag, der sich gegen die Interessen der lokalen Bevölkerung richtet, zeigt einmal mehr die Gefahren auch des zivilen Wiederaufbaus in Afghanistan."

Bei dem Attentat auf das Fahrzeug wurde ein afghanischer Mitarbeiter leicht verletzt. Das Fahrzeug war im nordafghanischen Qhashqargan beschossen worden.

Nach ersten Informationen war das Fahrzeug mit vier Personen besetzt, darunter der Getötete, ein deutscher Berater der KfW Entwicklungsbank.
Kommentare (1)
Anzeigen
DEZ
26
Andy Bellum, 10:37 Uhr

Afghanistan wird ein zweites Vietnam, auch für uns Deutsche!

Obwohl der getötete Deutsche die Lage recht genau kannte , unterstellen ihm die afghanischen Behörden ihm trotzdem Leichtsinnigkeit bei seiner Fahrt zur Besichtigung des Straßenprojekts. General Abdul Rauf Taj, stellvertretender Sicherheitschef der Provinz Balkh, sagte, er verstehe nicht, wieso der Berater OHNE SICHERHEITSTEAM aufgebrochen sei. "Wir haben den Deutschen in den vergangenen Wochen mehrmals gewarnt, dass die Fahrten in die Region extrem gefährlich sind", sagte Taj. "Außerdem haben wir ihm Polizeischutz angeboten." Er schlug alle Warnungen in den Wind! Grundsätzlich gilt die Region im Norden des Landes als relativ ruhig. - Allerdings greifen die Taliban inzwischen immer öfter an. Die Bevölkerung steht dort nicht mehr hinter der Regierung in Kabul. Auch dieser bedauerliche Zwischenfalls ist ein deutliches Zeichen, dass sich alles in Afghanistan verschlechtert. Es hat doch keinen Sinn, gegen die Bevölkerung zu arbeiten und bei dieser als Helfershelfer der KarsaiClique zu gelten. Wir dürfen doch nicht Wahlbetrüger, Rauschgiftbarone und Abkassierer von Milliardenhilfen unterstützen, die ihr Geld sicher in der Schweiz an legen und nicht im eigenen Land.