Aktionsbündnis Amoklauf Einladung nach New York
dpa/lsw, 12.06.2010 12:44 Uhr
Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden um die Gründungsmitglieder Hardy Schober, Gisela Mayer und Christoph Nolepa (von links) ist von den Vereinten Nationen zu einer Waffenrechtstagung York eingeladen worden. Foto: dpa
Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden um die Gründungsmitglieder Hardy Schober, Gisela Mayer und Christoph Nolepa (von links) ist von den Vereinten Nationen zu einer Waffenrechtstagung York eingeladen worden. Foto: dpa
Winnenden - Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden ist von den Vereinten Nationen zu einer Waffenrechts-Tagung in New York eingeladen worden. In der kommenden Woche wollen 50 Mitglieder des Bündnisses mit internationalen Nicht-Regierungs-Organisationen ein Programm erarbeiten, das den Besitz und Handel von leichten Waffen ächtet, teilte der Vorstandsvorsitzende Hardy Schober am Freitag in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) mit. Mit der Einladung sehe sich das Bündnis in seiner Forderung nach einem Verbot von großkalibrigen Waffen für Privatpersonen bestätigt.

Schober erhofft sich von der Teilnahme an dem Kongress, der vom UN-Büro für Angelegenheiten der Entwaffnung veranstaltet wird, wieder mehr Aufmerksamkeit für das Thema Amok-Bedrohung durch Waffen in Privatbesitz. "Das Thema droht in Deutschland einzuschlafen", sagte Schober. Eine Beanstandungs-Quote von mehr als 50 Prozent bei Waffenkontrollen verdeutliche, dass weiterhin viele Waffen von Unbefugten genutzt werden könnten.

Noch vor Ende der fünftägigen Konferenz will Schober aus New York abreisen, weil er am kommenden Freitag (18. Juni) in Berlin der Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) eine Liste mit mehr als 100.000 Unterschriften von Waffenbesitz-Kritikern übergeben will. "Keine Mordwaffen als Sportwaffen!" lautet die Forderung von Schober und seinen Mitstreitern.

Im Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden engagieren sich Betroffene des Blutbads in Winnenden und Wendlingen im März 2009.
Kommentare (7)
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JUN
15
Katja Triebel, 20:54 Uhr

50 Mitglieder reisen nach New York

Aus gut unterrichteten Kreisen wurde mir zugetan, das von den 17 Opferfamilien nur noch drei (!) im ABW vertreten sind: der hauptamtlich (dafür bezahlte) H. Schober, Frau Mayer (die ihre Lehrertätigkeit dafür aufgeben hat und ein Buch im März 2010 veröffentlicht hat) und die unbekannten dritte Familie. Mich würde schon interessieren, wer die Gelder für Flug und Unterkunft für 50 Reisende stellt und wer dort anreist. Zahlt die Stiftung, die Mitglieder selbst oder Sponsoren, die Kapital aus dem ABW herausschlagen können, wenn ihre biometrischen, monopolistischen Blockiersysteme zur Gesetzespflicht eingeführt werden? Wie mein Vorredner schon sagte: die UNO ächtet Kleinwaffen mit folgenden Argumenten: - Die Zahl der Kleinwaffen weltweit wird auf 639 Millionen geschätzt. - In Deutschland besitzen 2,3 Millionen Menschen Kleinwaffen. - Jedes Jahr werden eine halbe Million Menschen Opfer von Kleinwaffen - jeden Tag über 1000. Diese Zahlen stimmen, doch zu den Kleinwaffen gehört auch die Panzerfaust und der Vollautomat. Beides für Legalwaffenbesitzer verständlicherweise verboten. Und die Zahl der Opfer legaler Schusswaffen von ca. 1 pro Monat in Deutschland stehen in keinem Verhältnis zu über 100 monatlichen Verkehrstoten oder 20 Toten durch bloße Hände, Messer, stumpfe Gegenstände, illegale Schuss- und Behördenwaffen u.ä. Mit den oben genannten Zahlen wird impliziert, dass die deutschen Legalwaffen massiv töten, obwohl bekannt ist, das die deutschen Legalwaffenbesitzer nur zu 0,006% an ALLEN Straftaten beteiligt sind, wobei sich der Bundesdurchschnitt auf 3% beläuft. Auch Experten weisen nach, dass von den legalen Schusswaffenbesitzern keine Gefahr ausgeht. Da stellt sich die Frage: Was bezweckt das ABW? Den deutschen Volkeswillen? Oder die Weiterzahlung der Gehälter der hauptamtlich Angestellten?

JUN
14
Hans Haber, 21:52 Uhr

Die Unterschriften der Kinder

Einige Fakten: Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hat stimmen von Kindern gesammelt. Und zwar gezielt. Zum Teil von Schulklassen und Sportvereinen. Auf dem Stand der monatelang durch Süddeutschland getourt ist, wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch Stimmen von Kindern und Jugendlichen gelten (was rechtlich stimmt). Jeder der Kinder und deren Verhalten kennt weiss dass diese, wenn sie wie Erwachsen wo mitmache dürfen, alles unterschreiben. In einer Gruppendynamik sowieso. Offensichtlich wurden auch Unterschriften in Schulen gesammelt, durchgeführt von Lehren und offensichtlich mit Segen von oberer stelle. Wer Kinder, egal wofür, für politische Ziele(egal wie nobel) einspannt hat sein Recht auf Gehör verwirkt. MfG Hans Haber

JUN
13
Heslacher, 12:51 Uhr

Medien

Ich besitze keine Waffen, ich verstehe auch den Sinn von Waffen in Privathänden nicht, aber ich glaube, unsere Waffengesetze sind scharf genug und jede weitere Verschärfung brächte nicht viel. Wichtige wäre es, wenn sich die Medien ihrer Verantwortung bewusst würden. Allen voran Boulevardpresse und Privat-TV, die nach einer so schrecklichen Tat wie in Erfurt oder Winnenden ein zweiwöchiges Medienevent veranstalten. Das ist respektlos gegenüber den Opfern, pietätlos gegenüber den Angehörigen, wirkt animierend auf andere durchgeknallte Kids, die auch mal im Mittelpunkt des Interesses stehen wollen und bringt außer für die Quote rein gar nichts. Diese geheuchelte Stimmung nationaler Betroffenheit lässt einem schlecht werden ...

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