Aktuelle Umfrage
Klare Mehrheit gegen Stuttgart 21
Mathias Bury,
08.09.2010 18:17 Uhr
54 der Befragten sind gegen den Umbau des Bahnknotens Stuttgart, nur 35 Prozent sprechen sich dafür aus. Foto: dpa
Stuttgart - Bei der Landtagswahl im Frühjahr wird Stuttgart 21 von zentraler Bedeutung sein: Bei der aktuellen Umfrage der Stuttgarter Zeitung und des SWR haben 53 Prozent der Befragten angegeben, dass dieses Thema für sie eine wichtige Rolle spielen werde, für 27 Prozent sogar die für die Wahl entscheidende. Und viele Menschen haben sich schon ein Urteil gebildet: 54 der Befragten sind gegen den Umbau des Bahnknotens Stuttgart, nur 35 Prozent sprechen sich dafür aus.
Für Thomas Strobl, den Generalsekretär der baden-württembergischen CDU, zeigt dieses Ergebnis einmal mehr: "Wir haben zunehmende Probleme bei der Vermittlung von Großprojekten." Im Falle von Stuttgart 21 kämen dazu noch "schwerste Kommunikationsfehler über Jahre". Dieses Defizit, so Strobl, sei das "Einfallstor für alle, die gerne Propaganda machen". Dem werde man aber in den nächsten Monaten durch mehr Aufklärung der Bürger entgegentreten. Strobl: "Ich setze darauf, dass am Ende des Tages bei den Menschen im Land und in Stuttgart nicht die Lautstärke zählt, sondern die Argumente.
Auch für Hans-Ulrich Rülke, Fraktionschef der FDP im Landtag, ist das Umfrageergebnis ein Auftrag, die Bürger besser über das Projekt "Stuttgart-Ulm" und über die Folgen eines Ausstiegs zu informieren. "Wenn wir Stuttgart21 und die ICE-Strecke nach Ulm bauen, bekommen wir mehrere Milliarden Euro von Bund und Bahn", sagt Rülke. "Ein Ausstieg würde das Land aber etwa 1,4 Milliarden Euro Entschädigung an die Bahn kosten." Für den FDP-Fraktionchef wäre Letzteres jedenfalls "keine vernünftige Politik". Zumal man über Jahre beklagt habe, dass zu wenig Bundesmittel in die Verkehrsinfrastruktur des Landes geflossen seien.
Der Fraktionschef der SPD im Landtag, Claus Schmiedel, fühlt sich durch das Umfrageergebnis bestärkt in dem eingeschlagenen Kurs, "die Bevölkerung originär über das Projekt abstimmen zu lassen". In der Zeit bis dahin sollten die Befürworter von Stuttgart 21, zu denen die Sozialdemokraten gehören, die Bürger umfassend informieren über das Bahnprojekt und "konsequent konfrontieren" mit den Folgen eines Projektabbruchs.
Schmiedel: "Ich bin überzeugt, dass sich das Bild dann dreht." Und die Projektträger und die Befürworter von Stuttgart 21 müssten endlich "aus der Deckung kommen". Auch von der Wirtschaft fordert der SPD-Fraktionschef ein stärkeres öffentliches Engagement.
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Werner Wölfle, sieht sich in seiner Auffassung bestätigt, dass im ganzen Land die Stimmung deutlich negativ ist. "54 Prozent dagegen - das ist der Hammer", sagte Wölfle. Da es aber doch nicht 80 Prozent der Bürger seien, die das Milliardenprojekt ablehnten, aber vier Fünftel der Menschen dieses für wahlentscheidend hielten, schlägt Wölfle vor: "Wir sollten in einen Wettstreit der Argumente eintreten und bei der Landtagswahl auch getrennt im ganzen Land über Stuttgart21 abstimmen lassen."
Allerdings verbindet er seinen Vorschlag mit einer Forderung. Um die Lage bis dahin zu beruhigen, sollte bis dahin ein Moratorium über das Bahnprojekt verhängt werden, bis dahin müssten die Bagger in Stuttgart ruhen.
Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) sieht in dem Umfrageergebnis die Folge eines "seit drei Wochen andauernden Trommelfeuers der Projektgegner in den Medien". Dieses sei Teil einer andauernden "Verunsicherungs- und Angstkampagne", die das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 professionell betreibe und dabei die Projektbefürworter "systematisch diffamiert". So seien diese erst gestern wieder als "Betrüger" tituliert worden.
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Für Thomas Strobl, den Generalsekretär der baden-württembergischen CDU, zeigt dieses Ergebnis einmal mehr: "Wir haben zunehmende Probleme bei der Vermittlung von Großprojekten." Im Falle von Stuttgart 21 kämen dazu noch "schwerste Kommunikationsfehler über Jahre". Dieses Defizit, so Strobl, sei das "Einfallstor für alle, die gerne Propaganda machen". Dem werde man aber in den nächsten Monaten durch mehr Aufklärung der Bürger entgegentreten. Strobl: "Ich setze darauf, dass am Ende des Tages bei den Menschen im Land und in Stuttgart nicht die Lautstärke zählt, sondern die Argumente.
Auch für Hans-Ulrich Rülke, Fraktionschef der FDP im Landtag, ist das Umfrageergebnis ein Auftrag, die Bürger besser über das Projekt "Stuttgart-Ulm" und über die Folgen eines Ausstiegs zu informieren. "Wenn wir Stuttgart21 und die ICE-Strecke nach Ulm bauen, bekommen wir mehrere Milliarden Euro von Bund und Bahn", sagt Rülke. "Ein Ausstieg würde das Land aber etwa 1,4 Milliarden Euro Entschädigung an die Bahn kosten." Für den FDP-Fraktionchef wäre Letzteres jedenfalls "keine vernünftige Politik". Zumal man über Jahre beklagt habe, dass zu wenig Bundesmittel in die Verkehrsinfrastruktur des Landes geflossen seien.
Schmiedel fühlt sich durch die Umfrage bestärkt
Der Fraktionschef der SPD im Landtag, Claus Schmiedel, fühlt sich durch das Umfrageergebnis bestärkt in dem eingeschlagenen Kurs, "die Bevölkerung originär über das Projekt abstimmen zu lassen". In der Zeit bis dahin sollten die Befürworter von Stuttgart 21, zu denen die Sozialdemokraten gehören, die Bürger umfassend informieren über das Bahnprojekt und "konsequent konfrontieren" mit den Folgen eines Projektabbruchs.
Schmiedel: "Ich bin überzeugt, dass sich das Bild dann dreht." Und die Projektträger und die Befürworter von Stuttgart 21 müssten endlich "aus der Deckung kommen". Auch von der Wirtschaft fordert der SPD-Fraktionschef ein stärkeres öffentliches Engagement.
Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Werner Wölfle, sieht sich in seiner Auffassung bestätigt, dass im ganzen Land die Stimmung deutlich negativ ist. "54 Prozent dagegen - das ist der Hammer", sagte Wölfle. Da es aber doch nicht 80 Prozent der Bürger seien, die das Milliardenprojekt ablehnten, aber vier Fünftel der Menschen dieses für wahlentscheidend hielten, schlägt Wölfle vor: "Wir sollten in einen Wettstreit der Argumente eintreten und bei der Landtagswahl auch getrennt im ganzen Land über Stuttgart21 abstimmen lassen."
Die Grünen fordern ein Moratorium
Allerdings verbindet er seinen Vorschlag mit einer Forderung. Um die Lage bis dahin zu beruhigen, sollte bis dahin ein Moratorium über das Bahnprojekt verhängt werden, bis dahin müssten die Bagger in Stuttgart ruhen.
Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) sieht in dem Umfrageergebnis die Folge eines "seit drei Wochen andauernden Trommelfeuers der Projektgegner in den Medien". Dieses sei Teil einer andauernden "Verunsicherungs- und Angstkampagne", die das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 professionell betreibe und dabei die Projektbefürworter "systematisch diffamiert". So seien diese erst gestern wieder als "Betrüger" tituliert worden.
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Stutt21
Was für eine Schlichtung ist es, wenn Geißler für Stuttgart 21 ist. Es gibt zwei Seiten; befürworter und Gegner. Herr Geißler ist befürworter und es kann mit ihm keine Schlichtung realisiert werden. Das ist von vorne rein nur eine Taktik um Zeit zu gewinnen und zu warten, dass die Bürger sich wieder beruhigt und sogar sich wegen weihnachten nicht mehr so empört, dass das Projekt somit leicht durchgeführt werden kann. Geißler ist für reine Kapital-Mächte, die die Volksentscheidung nicht ernst nehmen, wobei Demokratie in Deutschland sehr tief verletzt wird. Ich hoffe, dass die Bürger konsequent und entschloßen gegen Stuttgart 21 bleiben.
@ OhNo
Sehr geehrte(r) OhNO, wenn Sie sich detailliert informieren, werden Sie feststellen, dass außer den Seitenflügeln noch weitere essentielle Gebäudeteile des Bonatzbaus abgerissen werden, u.a. die Haupttreppe innerhalb der großen Schalterhalle. Soviel also zum Umgang mit der Wahrheit im S21 Turmforum! Die andere Frage, die Sie ansprechen, ist, ob Lüge schon da beginnt, wo man aus einer tendenziösen Absicht heraus nicht die ganze Wahrheit offenlegt. Diesbezüglich haben wir wohl eine unterschiedliche ethische Auffassung.
@Dr. Jürgen Maier
"wohingegen auf der Internetseite des S21 Turmforums solche Halbwahrheiten wie "der Bahnhof bleibt erhalten, abgerissen werden nur die Seitenflügel" verbreitet werde" Wissen sie, wegen solchen Aussagen werde ich niemals der Gegnerschaft in irgendeiner Weise beistehen auch wenn denke, dass einiges beim Projekt S21 im Argen liegt. Denn ihr Kommentar zeigt mir nur eins: Sie sind der Lügner! Es ist die reine Wahrheit, dass nur die Seitenflügel des Bahnhofes abgerissen werden, es wird keinerlei Aussage darüber gemacht dass die Ästhetik des Bahnhofes dabei erhalten bleibt. Was sie in ihrem Fanatismus in eine Aussage reininterpretieren ist alleine ihr Problem. Und a propos Lügenpack: "Der Park wird zerstört" , das liest man auf den K21 Flyern... das ist eine Halbwahrheit wie sie im Buche steht. Ein TEIL des Parks wird für die Bauzeit nicht benutzbar sein, das ist die volle Wahrheit. Also wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, gelogen was das Zeug hält, wird auf beiden Seiten!