Alkoholverkaufsverbot Drogenbeauftragte ist skeptisch
dpa/lsw, 25.03.2010 09:19 Uhr
Berlin - Die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) will verstärkt gegen Alkoholexzesse von Jugendlichen vorgehen. Das nächtliche Verkaufsverbot in Baden-Württemberg hält sie aber nicht für sinnvoll. Jugendliche könnten auch vor 22 Uhr Alkohol kaufen, sagte Dyckmans am Mittwoch nach Angaben des Bundestags-Pressedienstes im Gesundheitsausschuss. Sie forderte stattdessen eine Ausweiskontrolle junger Menschen, die Getränke mit Alkohol kaufen.

Unterdessen versuchen manche Tankstellen im Südwesten einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe) zufolge das nächtliche Verkaufsverbot zu umgehen. So habe der Mineralölkonzern Aral an Tankstellen im Land ein Informationsblatt verschickt, auf dem auf das Verbot hingewiesen und bei den Kunden zugleich um Verständnis geworben wird. Parallel werde den Kunden eine Sammelmappe angeboten. Damit können sie nach dem Motto "Zuerst kaufen und bezahlen. Später abholen" tagsüber Waren, egal ob Alkohol oder Süßigkeiten, erwerben. Der Kassenbon wird in die Mappe geklebt. Mit dem Abholschein kann die Ware dann jederzeit abgeholt werden. Ein Sprecher des Aral-Konzerns bestätigte dem Blatt die Aktion und wies darauf hin, im Gesetz sei "ein Verkaufsverbot, nicht aber ein Abholverbot" festgeschrieben.

Dyckmans kündigte zudem einen Aktionsplan gegen Tabak und Alkohol für dieses Jahr an. Der Alkoholverbrauch der 10- bis 20-Jährigen sinke zwar, die Zahl der Fälle von Alkoholvergiftung in Kliniken sei aber von 2000 bis 2008 um 170 Prozent gestiegen, sagte sie der Mitteilung zufolge.

Tankstellen, Kioske und Supermärkte in Baden-Württemberg dürfen seit dem 1. März nachts keinen Alkohol mehr verkaufen. Durch die bundesweit einzigartige Regelung sollen Saufgelage von Jugendlichen verhindert werden.
Kommentare (2)
Anzeigen
MRZ
25
OhNo, 10:57 Uhr

Bravo Aral

Grundsätzlich bin ich ja dagegen dass Gesetzte umgangen werden, aber in diesem Fall finde ich es genial. So ein Schwachsinnsgesetz muss einfach umgangen werden, wo liegt denn das Problem wenn sich ein 14 jähriger ne Flasche Vodka um 23.00 Uhr holt? An der Uhrzeit? Das ist einfach nur lächerlich, und purer Aktionismus. Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, werden hier Symptome bekämpft. Das ist so wie wenn ich mich nur dort mit Autan einsprühe wo die Mücke mich schon gestochen hat, wenn sie dort nicht mehr hinkan, sticht sie mich halt an einer andern Stelle des Körpers... bis ich mir am Ende das Zeug in die Augen und den Mund sprühe und tot umfalle...

MRZ
25
Wassertrinker, 10:13 Uhr

Alkoholverkaufsverbot

Mit den Deutschen kann der Gesetzgeber alles machen: sinnlose Gesetze am laufenden Band sei es Rauchverbot oder jetzt das Alkoholverkaufsverbot nach 22 Uhr! Was soll das? In Schweden gab es früher einen "Alkoholfreien Dienstag", da durfte im ganzen Land 24 Stunden kein Alkohol verkauft werden! Nur komisch war am Dienstag sind genausoviel Besoffene umhergewankt wie an den anderen Tagen! Wer in Deutschland nach 22 Uhr Alkohol trinken will , wird dies auch zukünftig tun! Inzwischen gibt es Kneipen die plötzlich einen "Großhandel" mit Wodka, Rum und anderen Spirituosn betreiben! Wodka u.a. zum Mitnehmen , zum günstigen (leicht erhöhten Supermarkt-) Preis , versteht sich! Armes Deutschland!!! Das Einzige was dies komische Gesetz auslöst wird sein, daß die eine oder andere Tanke demnächst nachts geschlossen bleibt; Folge , wieder ein paar Arbeitslose mehr! Ist aber in Deutschland ja nicht schlimm....! Bravo "ARAL" , die haben schon ein Schlupfloch gefunden! Und das Ausland hat mal wieder was zum Lachen über Deutschland!!!