Amoklauf Winnenden "Das ist für heute noch nicht alles"
StZ, 30.11.2010 15:09 Uhr
 Foto: dapd
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Stuttgart - Nach seiner Bluttat in der Albertville-Realschule in Winnenden plante der Amoktäter Tim K. offenbar ein weiteres Massaker. Er habe in seiner alten Schule gerade Menschen umgebracht und dies sei "für heute noch nicht alles", soll der 17-jährige Täter auf seiner Flucht nach Wendlingen gesagt haben. Das berichtete am Dienstag der vom Amoktäter entführte Autofahrer im Prozess gegen den Vater von Tim K. vor dem Landgericht Stuttgart. Der Amoktäter hatte den heute 43-Jährigen in seinem Auto entführt, als dieser auf seine Frau vor dem psychiatrischen Krankenhaus in Winnenden wartete. Tim K. habe ihm eine Waffe an den Kopf gehalten und gesagt: "Schnell weg von hier". Andernfalls habe er gedroht, ihn zu erschießen, sagte der Mann aus.

Der Vater von Tim K. muss sich seit Mitte September vor Gericht verantworten, weil er laut Anklage seinem Sohn Zugriff auf eine erlaubnispflichtige Schusswaffe sowie Munition ermöglicht hat. Der 17 Jahre alte Schüler hatte am 11. März 2009 bei einem Amoklauf in Winnenden und seiner anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen und dann sich selbst getötet. Viele der Opfer starben durch Kopfschüsse. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

Zu Beginn der etwa zweistündigen Entführung versuchte der Autofahrer nach eigenen Angaben, durch Lichthupe die Aufmerksamkeit von vorbeifahrenden Polizeiwagen zu ziehen, was jedoch nicht gelang. Der Amoktäter habe sich in dieser Zeit "aggressiv verhalten", aber auch aufgeregt und nervös gewirkt. Er habe sich gewundert, dass die Polizei so schnell in Winnenden war. "Verdammt, sie sind schnell, nicht einmal fünf Minuten und sie sind schon hier. Aber ich war schneller", soll der 17-Jährige gesagt haben.

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