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Baden-Württemberg
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Amoklauf Winnenden Gewaltprävention als Konsequenz

Renate Allgöwer, vom 06.03.2010 09:30 Uhr
Für Jugendliche attraktive Sportprojekte wie Schießen oder Biathlon können nach Ansicht der Parlamentarier Gewalttaten vorbeugen helfen. Foto: Stoppel
Für Jugendliche attraktive Sportprojekte wie Schießen oder Biathlon können nach Ansicht der Parlamentarier Gewalttaten vorbeugen helfen. Foto: Stoppel
Stuttgart - Auf mehr Schulpsychologen hat sich der Landtagsausschuss zu Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen verständigen können - auf den Wiedereinstieg des Landes in die Schulsozialarbeit nicht. Wie die Stuttgarter Zeitung erfuhr, wird die parlamentarische Kommission vorschlagen, die Zahl der Schulpsychologen von 100 auf 200 zu verdoppeln. Am kommenden Dienstag wird der Ausschussvorsitzende Christoph Palm (CDU) den Abschlussbericht der Landtagskommission präsentieren, der am Donnerstag im Landtag beraten werden soll. Die Abgeordneten aller Fraktionen haben sich nach StZ-Informationen darauf verständigt, dass an einer Hochschule des Landes ein Studiengang und ein Kompetenzzentrum zur Schulpsychologie eingerichtet werden soll. Dagegen lehnte die Mehrheit der Ausschussmitglieder es ab, dass das Land wieder zur Finanzierung von Schulsozialarbeitern beitragen sollte.

Die Landtagskommission legte acht Handlungsfelder fest. Dazu gehört ein flächendeckendes Gewaltpräventionsprogramm, das in allen Feldern von der Lehrerausbildung bis zu den Leitbildern der einzelnen Schulen berücksichtigt werden soll. Einvernehmen besteht unter den 18 Mitgliedern der Kommission auch darin, ein landesweit einheitliches Alarmierungssystem für die Schulen zu installieren. Ob das, wie verlautete, über Pager für Schulleitungen oder auch über Handys erfolgen soll, sei offen. Die Prävention nimmt sowohl im Landtagsausschuss als auch in der von der Regierung eingesetzten Kommission breiten Raum ein. Die Parlamentarier regen ein Projekt zur Gewaltprävention im Sportjugendbereich an. Gedacht ist an Sportschützen und Biathleten.

Staatsanwaltschaft soll personell verstärkt werden


Den Abgeordneten ist es auch ein Anliegen, die Strafverfolgung von Taten im Internet zu verstärken. Die Anhörungen von Experten brachten den Ausschuss zu der Überzeugung, dass das Landeskriminalamt zur Ermittlung von Internetstraftaten gut ausgestattet sei. Die Parlamentarier fordern, die Staatsanwaltschaft personell zu verstärken, damit die Straftäter auch belangt werden können.

Nicht einig wurden sich die Vertreter der Regierungsfraktionen von CDU und FDP mit den Oppositionsabgeordneten von SPD und Grünen in Fragen des Waffenrechts, des Jugendmedienschutzes und der Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern. Diese Handlungsfelder wurden lediglich mit der Mehrheit der Regierungsfraktionen verabschiedet. Heftig gerungen wurde dem Vernehmen nach um Empfehlungen zum Waffenrecht. Nun regt der Ausschuss an, möglichst schnell die Auswirkungen des neuen Bundeswaffengesetz in Baden-Württemberg zu überprüfen. Konkret soll die Effektivität der neuen Kontrollen im Südwesten bis zum Jahr 2011 unter die Lupe genommen werden. Abgelehnt haben die Mitglieder der Regierungsfraktionen dem Vernehmen nach Einschränkungen im Waffenbesitz wie die Aufbewahrung von Waffen außer Haus oder das Verbot großkalibriger Faustfeuerwaffen.

Medienpädagogen fordern Stärkung des Jugendmedienschutzes


Geblieben ist die Empfehlung, dass Kommunen für die Kontrolle der Waffenbesitzer Gebühren erheben dürfen. Auch wird gewünscht, dass Schützenvereine bei der Aufbewahrung von Waffen beraten sollen. In der Medienpädagogik verständigte man sich mehrheitlich darauf, dass der Jugendmedienschutz gestärkt werden sollte. Zur Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern werden zusätzliche Beratungsangebote empfohlen. Konkrete Forderungen nach der Einrichtung von Beratungsstellen im ganzen Land fanden keine Mehrheit.

Der Sonderausschuss hat in fünf Anhörungen den Rat zahlreicher Experten eingeholt. Die Empfehlungen der Regierungskommission, die unter dem Vorsitz des ehemaligen Regierungspräsidenten Udo Andriof tagte, hat der Parlamentsausschuss weitgehend übernommen. Dazu kommen diverse eigene Empfehlungen. Alle Empfehlungen werden erst wirksam, wenn der Landtag darüber befunden hat. Nach Schätzungen von Ausschussmitgliedern könnten die Empfehlungen Kosten von rund 20 Millionen Euro im Jahr nach sich ziehen.
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Kommentare (13)
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MRZ
15
13:06 Uhr, geschrieben von Rainer
Gewaltprävention
Am Beispiel Washingtons Wir reden nicht vom Bundesstaat Washington sondern von der Hauptstadt Washington DC. Washington ist nicht nur die Hauptstadt der USA sondern auch die Hauptstadt des Mordens. War sie zumindest. Die Mordrate bewegte sich zwischen 44 und 35 Morden pro 100.000 Einwohner. Das ist gewaltig, auch für die USA, wo ja nach europäischer Lesart immer Mord und Totschlag herrschen. Nun hat es in Washington DC seit 1975 ein totales Waffenverbot gegeben. Seit diesem Zeitpunkt ist die Mordrate in dieser Stadt rasant gestiegen und lag 1991 8 mal höher als im Rest der USA. Sie war auch 40 mal höher als im Nachbarstaat Vermont, wo es noch nie in der Geschichte ein Waffengesetz gegeben hat. Man darf dort alles kaufen und tragen, was der Markt an Waffen so bietet. Ist schon dieser Umstand ein eindeutiger Beweis für die Schädlichkeit waffenrechtlicher Restriktionen, hat die Entwicklung in den letzten beiden Jahren die Sache vollends klar gemacht. Im Jahr 2008 hat nämlich der Oberste Gerichtshof der USA der Klage eines Bewohners der Hauptstadt stattgegeben und das Waffenverbot als verfassungswidrig aufgehoben. Die Kassandrarufe der Waffengegner malten den Teufel an die Wand: Der Bürgermeister verkündete lauthals, die Beseitigung des Waffenverbotes werde eine Welle von Morden und Gewalttaten bringen. Was ist aber wirklich passiert? Im Jahr 2009 ist die Mordrate um 25% gesunken. Gesunken, ja gesunken, ohne daß irgendwelche anderen gesetzlichen Maßnahmen ergriffen worden wären. Die Bürger Washingtons erfreuen sich der niedrigsten Verbrechensrate seit 40 Jahren. Das Urteil hat genügt. Umgesetzt ist das Erkenntnis noch gar nicht. Die Verbrecher haben aber gleich geschnallt, daß jetzt die schöne Zeit der wehrlosen Opfer beendet ist. Die Opfer können sich wehren und sie werden es auch tun. Eine bessere und wirksamere Prävention gegen die ausufernde Kriminalität gibt es nicht. Die amerikanischen Medien berichten darüber, die europäischen verschweigen das schamhaft. Denn es könnte sonst jemand auf die Idee kommen, dieses Rezept auch bei uns ausprobieren zu wollen. Und es geht weiter Nach dem Muster Washingtons wird jetzt auch in Chicago gegen das dort herrschende Waffenverbot geklagt. Der Ausgang des Verfahrens ist nicht zweifelhaft und so wird auch Chicago, eine Stadt, die nicht so werden will wie Wien, zu einer sicheren Stadt werden. Wir sollten uns ein Beispiel nehmen. Wir sind noch immer auf dem Weg, den Washington bereits verlassen hat und den Chicago bald aufgeben wird. Ich will amerikanische Verhältnisse! Ich will, daß sich die Verbrecher fürchten! Ich will, daß sich die Opfer endlich wehren dürfen und auch wehren können! Und ich will Behörden, die nicht auf der Seite der Verbrecher stehen sondern auf der Seite der Opfer. Unsere Höchstgerichte, unsere „Supreme Courts“, werden uns dabei nicht helfen, denn sie wollen uns nicht helfen. Helfen können uns nur Wahlen. Und bald sind wieder welche. Quelle: Querschüsse von Zakrajsek
MRZ
12
09:48 Uhr, geschrieben von Werner
Gewaltprävention als Konsequenz
Sind sich die Damen und Herren des Sonderauschusses eigentlich über die wirklichen Ursachen der Misere an den deutschen Schulen im Klaren? Ich glaube kaum. Wären sie es, würden die Konsequenzen mit Sicherheit anders aussehen. Hier zunächst einmal die Fakten über die Amokläufe: November 1999 (Meißen/Sachsen): Ein 15-jähriger Gymnasiast stürmt in ein Klassenzimmer und tötet seine 44-jährige Lehrerin mit 21 Messerstichen. November 1999 (Bad Reichenhall/Bayern): Ein 16-jähriger Schüler erschießt drei Menschen und bringt sich und seine Schwester anschließend um. März 2000 (Brannenburg/Bayern): Ein 16-jähriger Schüler schießt seinem Internatsleiter in den Kopf. Er war kurz zuvor der Anstalt verwiesen worden. Februar 2002 (Freising/Bayern): Ein 22-jähriger ehemaliger Schüler tötet zwei Ausbilder, den Direktor seiner früheren Berufsschule und verletzt zwei Lehrer. April 2002 (Erfurt/Thüringen): Ein 19-jähriger Gymnasiast erschießt 13 Lehrer, 2 Schüler, 1 Polizisten und bringt sich selbst um. Juli 2003 (Coburg/Bayern): Ein 16-jähriger Schüler verletzt seine Lehrerin und die Schulpsychologin und bringt sich um. Seine Versetzung war gefährdet. Januar 2005 (Ahrensburg/Schleswig-Holstein): Zwei Brüder erstechen ihre Lehrerin wegen schlechter Zensuren. Januar 2006 (Emsdetten/NRW): Ein 18-jähriger ehemaliger Schüler verletzt in seiner Schule 37 Personen und bringt sich um. März 2009 (Winnenden/BW): Ein 17-jähriger ehemaliger Realschüler erschießt an seiner Schule 8 Schülerinnen, 1 Schüler, 3 Lehrerinnen, 3 weitere Personen und sich selbst. April 2009 (Eislingen /BW): Zwei Gymnasiasten bringen die Familie (4 Personen) eines der beiden Schüler um. September 2009 (Ansbach/Bayern): Ein 18-jähriger Gymnasiast der 13. Klasse läuft mit 3 Molotowcocktails, 2 Messern und 1 Axt Amok. Resultat: 3 Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte. Dezember 2009 (Bremen): Ein 21-jähriger ehemaliger Gymnasiast ersticht seine ehemalige Lehrerin. Februar 2010 (Ludwigshafen/BW): Ein 23-jähriger ehemaliger Schüler ersticht einen Lehrer. Von den 12 Amokläufen passierten bis auf den Vorfall in Bremen alle Amokläufe in Bundesländern, die von der CDU bzw. CSU regiert werden. Bayern ist mit 5 Amokläufen einsamer Spitzenreiter. Ein Drittel der Amokläufe passierte 2009. Warum fanden alle bisherigen Amokläufe von Schülern oder ehemaligen Schülern in "schwarz" regierten Bundesländern statt ? Warum gab es von 1945 bis 1999 keine Amokläufe an deutschen Schulen ? Warum gab es nach Winnenden Hunderte ernst zu nehmender Amokdrohungen gegen Schulen ? Warum fordert man in Deutschland das finnische Leistungsniveau der Schüler, schafft aber dafür nicht einmal ansatzweise die in Finnland vorhandenen Grundlagen ? Warum kam der UN-Sonderbeauftragte für das Bildungswesen nach Deutschland, der sich ansonsten mit Ländern wie Malawi oder Botswana befassen muss ? Warum forderte Prof. Dr. Munoz viele Änderungen im deutschen Bildungswesen, vor allem die Abkehr vom selektiven Schul(d)system und angewandte Demokratie an deutschen Schulen ? Warum gehören Demonstrationen gegen das deutsche Bildungssystem zur Tagesordnung ? Nach Winnenden wurde die Öffentlichkeit gezielt auf eine falsche Fährte gelockt. Die Diskussion um die „Gewaltvideos“ ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Nicht einmal die Tatsache, dass für die heutige Jugend der Umgang mit der virtuellen Welt längst eine Selbstverständlichkeit ist, wurde von den „Omas und Opas“ realisiert. Menschen, die keinerlei Ahnung von der modernen Elektronik haben, keinen PC bedienen können und für die das Internet das Gleisnetz für Intercity-Verbindungen ist, äußerten anbetracht der schrecklichen Ereignisse, die „Gewaltvideos“ seien an allem schuld. Menschen deren minimaler politischer Sachverstand bei jedem Stammtischbesuch am Eingang zum Lokal abgegeben wird, wurden über Nacht zu Sachverständigen der Szene. Einen direkten Zusammenhang zwischen den ganz gezielt ausgeübten Taten und den, in der Vergangenheit passierten Vorgängen zwischen Opfern und Tätern, können diese „Spezialisten“ nicht erblicken. Solange auch Sonderausschüsse die wirklichen Ursachen ignorieren und dafür Gewaltvideos, Waffengesetze, mangelhafte Sicherheit in den Schulen, Alarmsystem, Erziehungskompetenz der Eltern, zu wenig Staatsanwälte usw. usw. als Schuldige ausmachen, werden die Amokläufe an deutschen Schulen zunehmen. Wären Jugendarbeitslosigkeit, Waffenbesitz, Videospiele usw. die Gründe für die vielen Amokläufe in Deutschland, dann müsste in den südeuropäischen Ländern jeden Tag ein Amoklauf passieren. Doch dort sind Amokläufe an den Schulen unbekannt. Die Gründe für das deutsche Desaster liegen im Schulsystem selbst. Duie Gründe sind auch bei vielen absolut unfähigen Lehrern zu suchen, die niemals Lehrer werden durften. Sie sind aber auch in der Mentalität des Volkes zu suchen. Ein Volk, dass sich im Kaiserreich, unter den Nazis, im DDR-Sozialismus und heute in der Ellenbogengesellschaft der Globalisierung deutscher Prägung einen ganz eigenen Charakter zulegte, sollte sich nicht über die Folgen wundern.
MRZ
10
18:45 Uhr, geschrieben von Thomas M.
Für Waffen
Mensch, sollten denn mal die Politiker die Weichen in die richtige Richtung stellen? Wer glaubt, das er mit Verboten, Generalverdacht, Denunziantentum und seiner Gutmenschenmentalität tatsächlich die Welt verbessert, dem kann ich an den aktuellen Fall der Folterung einer 83-jährigen Frau an die Hand geben. Es war schlimm und ich kann die Betroffenen in ihrem Schmerz weder trösten noch sonst etwas dazu beitragen die Tat ungeschehen zu machen, allerdings glaube ich nicht, das ein Verbot des Schiesssports, der Jagd und den damit nicht mehr vorhandenen Waffen, die Welt ausreichend sicherer wird. Jugendlichen den Umgang mit den unterschiedlichsten Dingen und sei es auch Waffen, die Jagd und alles was sich zum Thema passt, zu ermöglichen um neue Horizonte und die müssen nicht gewalttätig sein, zu eröffnen, sollte das Ziel aller sein. Leider meinen etliche, das fünf Minuten, mit dem Filius spielen, sich umarmen oder was auch immer ausreicht um die Situation zu ändern, das wird es nicht! Warum? Wo bleiben für Jugendliche die nicht einen Realschul- oder gar ein Abitur ihr eigen nennen können, berufliche Perspektiven? Warum muss der Bürokaufmann von Heute Abitur haben, warum der einfache HAndwerker(nichts gegen das Handwerk) Realschulabschluß? Wer es nicht schafft wird in die Schublade VERSAGER gesteckt und kann sich von allen Richtungen dumme Sprüche anhören! Das dann irgendeienm der Kragen platzt und wirkliche SCHEISSE baut, ist in meinen Augen nur die Konsequenz des Ganzen! Die Leute land auf land ab ziehen sich an DSDS, Big Brother und anderem Dreck hoch, nur um "berühmt" zu werden. Klar, es zählt auch nichts anderes mehr. Kind darf man nicht mehr sein, man hat schon mit 7 Jahren die ersten englischen Vokabeln zu können!! In meinen Augen ist nicht der Waffenbesitzer schuld sondern das System, das Menschen abstempelt die kein Abi haben, die die PISA-Studie als das Ding überhaupt bewertet, aber die deutsche Rechtschreibung lockert, damit der letzte Mensch aus Kuhdorfhausen hinter den Sieben Bergen irgendwann vielleicht mal Deutsch kann. Und was wenn nicht? Dann wird er HARTZ IV-Empfänger und bietet demnächst der Grosskopferten das Hinternabwischen ebenso an, wie das SChneeräumen! Tolles Ding hier!! Gruss Tomba
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