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Frankfurt am Main - In Deutschland erleiden jährlich bis zu 12.000 Menschen eine lebensbedrohliche und folgenschwere Gehirnblutung aus einem Aneurysma. Viel mehr Menschen leben aber mit einer solchen Fehlbildung der Blutgefäße, ohne es zu bemerken: schätzungsweise fünf Prozent der Bevölkerung. Weil der Medizin immer mehr Scanner zur Verfügung stehen, um den Körper zu durchleuchten, werden Aneurysmen zunehmend zufällig entdeckt. Oft bevor sie so groß sind, dass sie möglicherweise - beim Niesen, beim Sport oder anderen körperlichen Anstrengungen - plötzlich platzen.
Solche Blutungen treffen zumeist mitten im Leben stehende, scheinbar gesunde Menschen. Ihre Gefäßfehlbildungen sind offenbar angeboren und entstehen, weil die Zellteilung an bestimmten Stellen in der Gefäßwand gestört ist. Das macht die Wand lokal dünner und schwächer als normal. Die Strömungskräfte des Blutes auf diese Schwachstelle fördern dann eine zunehmende Ausbuchtung.
Nicht immer muss etwas passieren
Wird die Gefäßausbuchtung zufällig bei einer medizinischen Untersuchung entdeckt, ist eine umfassende Beratung der häufig verängstigten Betroffenen nötig. Panik ist jedoch fehl am Platz, denn das Aneurysma ist nicht bei jedem Betroffenen mit einem hohem Blutungsrisiko verbunden. "Solange die Ausbuchtung nur drei bis vier Millimeter groß ist, besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass die gedehnte Gefäßwand platzt", sagt Volker Seifert, Direktor der Klinik für Neurochirurgie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. "Ab etwa fünf Millimeter Größe ist dagegen die Tendenz, dass es insbesondere bei jüngeren Patienten irgendwann während der restlichen Lebenszeit zur Gehirnblutung kommt, durchaus gegeben und relevant." Diese Größenangaben sind das Ergebnis mehrerer großer Studien aus den vergangenen zehn Jahren.
Patienten sollten in größeren Hirngefäßzentren beraten und behandelt werden, in denen Neurochirurgen, Neuroradiologen und Neurologen fachübergreifend zusammenarbeiten. Dann sind bei 98 Prozent der Patienten gute Ergebnisse möglich.

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