Anmeldung zur Kinder-Uni Schnelle Züge und pilgernde Menschen

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Die Physikerin Corinna Salander von der Uni Stuttgart erklärt, wie die Kraft auf die Schiene kommt und Ulrich Fellmeth von der Uni Hohenheim berichtet, warum Menschen auch heute noch pilgern. Hier geht es zur Anmeldung für die Kinder-Uni.

Der Shinkansen rast in Japan   durch die Gegend. Foto: auritius
Der Shinkansen rast in Japan durch die Gegend.Foto: auritius

Stuttgart - Wer nach Schottland kommt, sollte die Fahrt mit dem Jacobite Steam Train keinesfalls verpassen. Es gibt kaum schönere Zugfahrten, als mit dem letzten Dampfzug des Landes durch die malerischen Highlands zu schnauben. Manche Touristen kommen nur deshalb, denn als Hogwarts Express wurde das Dampfross weltberühmt. In den Harry-Potter-Filmen bringt es die Zauberschüler vom Londoner Gleis 9 3/4 ins Internat. Seither kommen Fans der Bücher von Joan Rowling sogar aus den USA, Japan und Australien, um einmal mitzufahren.

Nur noch wenige Museumsbahnen und Touristenattraktionen wie der „Rasende Roland“ auf der Insel Rügen werden von mächtigen Dampfloks gezogen. Moderne Züge fahren längst mit Strom aus den Oberleitungen entlang der Gleise oder mit Dieselmotoren. Mit der Dampflok aber hat vor gut 200 Jahren das Zeitalter des Schienenverkehrs in Europa begonnen, genauer: in England, und zwar mit einem Mann namens George Stephenson. Der Sohn eines Heizers wuchs in Newcastle auf, einer Industriestadt an der Nordwestküste der britischen Insel. Schon als Junge sah er eine einfache dampfbetriebene Transportlok am Haus vorbeifahren, die Kohle von den Zechen zu den Schiffen im Hafen brachte. Stephenson stammte aus einfachen Verhältnissen, steckte aber voller Ehrgeiz und Lernwillen.

Mit seiner selbst entwickelten Dampflok „Rocket“ gewann der geniale Ingenieur 1829 das berühmte Wettrennen von Rainhill, bei dem die beste Zugmaschine für die neue Bahnstrecke Liverpool-Manchester gesucht wurde. Seine Lok schaffte Tempo 50 und war allen anderen weit überlegen, der Beginn eines weltweiten Siegeszugs. Auch der „Adler“, die erste Lok, die 1935 in Deutschland zwischen Nürnberg und Fürth fuhr, kam aus seiner Fabrik in Newcastle. Der Schienenverkehr machte es fortan möglich, Menschen und Güter viel schneller als mit Kutschen, Karren, Pferden und Eseln zu transportieren. In wenigen Jahrzehnten entstanden in vielen Ländern dichte Bahnnetze. Reisen, die zuvor Tage dauerten, verkürzten sich auf wenige Stunden. Erstmals erlebten Menschen im Zug, was Geschwindigkeit bedeutet, wenn die Landschaft am Fenster vorbei flog. Manche waren begeistert, andere verängstigt – wie bei jeder neuen Technik bis heute.

Dampflok wird zum Motor der Industrie

Doch die Bahn war nicht mehr aufzuhalten, weder von Skeptikern noch von Binnenschiffern, die wenig begeistert über die neue Konkurrenz am Transportmarkt waren. Die Dampflok wurde zum Motor der Industrialisierung, beschleunigte in der Neuen Welt der Vereinigten Staaten die Eroberung des Westens, wurde im weltumspannenden britischen Kolonialreich zum bedeutenden Verkehrsmittel. Doch schon bald näherte sich diese Ära ihrem Ende.

Denn andere Antriebsarten erwiesen sich als überlegen. Zum einen die Dieselmotoren, zum anderen der Drehstromantrieb, mit dem das deutsche Unternehmen Siemens einen Welterfolg landete. Schon 1903 schaffte ein Schnelltriebwagen von Siemens und AEG bei Berlin das Rekordtempo 210, mehr, als selbst die schnellsten Dampfloks fahren konnten. Nach den Weltkriegen elektrifizierten viele Länder nach und nach ihre Schienenstrecken. Elektromotoren, die direkt Zugachsen antreiben, ermöglichen bald immer höheres Tempo. Hochgeschwindigkeitszüge eroberten die Welt. Erst der Shinkansen in Japan, dann der TGV in Frankreich, ab 1991 der deutsche Intercity Express (ICE). Ende 2017 soll der neue ICE 4 den Regelbetrieb aufnehmen, die Deutsche Bahn AG hat 130 Züge bei Siemens bestellt. Die aktuelle Version, der ICE 3, schafft zwischen Frankfurt und Köln immerhin Tempo 300. Es geht aber noch viel schneller.

Mit Tempo 603 jagte vor einiger Zeit die Magnetbahn Maglev in Japan über eine Teststrecke. Das ist Weltrekord, so schnell war noch kein Zug unterwegs. Die Magnetschwebetechnik eröffnet völlig neue Dimensionen. Doch die meisten Projekte sind an immens hohen Kosten gescheitert.

Hier können Sie sich für die Kinder-Uni anmelden:

 

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