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Arbeitsgericht Ludwigsburg Unwürdiger Porzellan-Prozess
Miriam Hesse, 26.01.2012 16:10 Uhr
  Foto: factum/Archiv
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Ludwigsburg - 100 Euro pro Arbeitsjahr: Um diesen geringen Abfindungsbetrag muss der ehemalige Leiter der Porzellanmalerei der Ludwigsburger Manufaktur nach 35 Jahren Betriebszugehörigkeit kämpfen. Der Geschäftsführer Maxim Gennel hatte im Jahr 2010 alle 17 Angestellten aus dem Weißbetrieb in eine neu gegründete Produktionsgesellschaft ausgegliedert, die wenig später Insolvenz anmeldete. Alles nur ein Trick, damit die langjährigen Mitarbeiter leer ausgehen, sagte vor dem Ludwigsburger Arbeitsgericht der Anwalt von Joachim Kühner.

Der 51-jährige Kunstmaler will Schadenersatz wegen arglistiger Täuschung. Mit 3500 Euro hätte er sich nach bereits mehreren Gerichtsterminen begnügt. Doch Gennel, der aktuell erwägt, einen Porzellanbetrieb in Thüringen zu kaufen, will keinen Cent bezahlen: „Mir geht es ums Prinzip.“ Seit seine Schweizer Lucas AG mit ihren russischen Investoren vor drei Jahren die Manufaktur übernommen hat, ist in Ludwigsburg kein Porzellan mehr produziert worden. Kühners Klage wurde abgewiesen. Er will nun in nächster Instanz vor das Landesarbeitsgericht in Stuttgart ziehen.

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