""Wir spielen schon viele Jahre mit in der Weltliga der Architekten."
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Stefan Behnisch über den Ruf seines Büros
Stuttgart - Der 2.März 2010 bleibt, ganz gleich, wie es weitergeht und was noch alles passieren kann, ein historisches Datum für Stefan Behnisch. "Unser Erfolg im Wettbewerb am Karlsplatz ist etwas ganz Besonderes. Wir haben bisher in Stuttgart nur ein Projekt gebaut, die Landesbank am Bollwerk."
Besonders auch deshalb hat es im Büro an der oberen Rotebühlstraße im Westen einen Tag nach dieser Juryentscheidung eine zünftige Party gegeben: "Natürlich haben wir ein paar Flaschen aufgemacht und gefeiert, das ist doch klar", sagt der 53-jährige Architekt. Ein Sieg in seiner Heimatstadt - dazu haben ihm unterlegene Mitstreiter wie der Holländer Ben van Berkel oder der Stuttgarter Dieter Blocher gleich herzlich gratuliert. Das ist der Sportsgeist unter Architekten, die harte Konkurrenten sind.
Der Prophet gilt wenig im eigenen Land, man könnte auch sagen in der eigenen Stadt. Diese strapazierte Lebensweisheit kennt Stefan Behnisch: "Bei Wettbewerben im Ausland, vor allem in Amerika, stehen wir immer wieder in direkter Konkurrenz zu Stars wie Norman Foster, Richard Meier und anderen." Viele von denen, so stelle er mit Erstaunen fest, "wissen oft gar nicht, dass wir hier in Stuttgart zu Hause sind". Ohne falsche Bescheidenheit fügt er hinzu: "Wir spielen schon lange in der Weltliga mit."
"Ich wünsche mir mehr Sachlichkeit"
Nur in Stuttgart haben das viele noch nicht bemerkt. Das sagt der bescheidene Schwabe Stefan Behnisch zwar so nicht, aber dieser Nachsatz liegt irgendwie in der Luft. Der Erfolg für das Büro Behnisch Architekten am Karlsplatz fällt mitten in eine Zeit, in welcher der immer aggressiver werdende Streit um Stuttgart 21 die Stadtgesellschaft spaltet. Gegner und Befürworter stehen sich im Lagerdenken unversöhnlich gegenüber. Die Fronten sind verhärtet.