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Stuttgart 21
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Architekt Behnisch über das Hotel Silber "Es ist ja nicht die Akropolis"

Thomas Borgmann, vom 11.03.2010 08:19 Uhr
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Der Stuttgarter Stefan Behnisch zählt zur internationalen Elite der deutschen Architekten. Vor allem in Amerika hat er viele Wettbewerbe gewonnen. Foto: Steinert
Der Stuttgarter Stefan Behnisch zählt zur internationalen Elite der deutschen Architekten. Vor allem in Amerika hat er viele Wettbewerbe gewonnen. Foto: Steinert
""Wir spielen schon viele Jahre mit in der Weltliga der Architekten." "
Stefan Behnisch über den Ruf seines Büros

Stuttgart - Der 2.März 2010 bleibt, ganz gleich, wie es weitergeht und was noch alles passieren kann, ein historisches Datum für Stefan Behnisch. "Unser Erfolg im Wettbewerb am Karlsplatz ist etwas ganz Besonderes. Wir haben bisher in Stuttgart nur ein Projekt gebaut, die Landesbank am Bollwerk."

Besonders auch deshalb hat es im Büro an der oberen Rotebühlstraße im Westen einen Tag nach dieser Juryentscheidung eine zünftige Party gegeben: "Natürlich haben wir ein paar Flaschen aufgemacht und gefeiert, das ist doch klar", sagt der 53-jährige Architekt. Ein Sieg in seiner Heimatstadt - dazu haben ihm unterlegene Mitstreiter wie der Holländer Ben van Berkel oder der Stuttgarter Dieter Blocher gleich herzlich gratuliert. Das ist der Sportsgeist unter Architekten, die harte Konkurrenten sind.

Der Prophet gilt wenig im eigenen Land, man könnte auch sagen in der eigenen Stadt. Diese strapazierte Lebensweisheit kennt Stefan Behnisch: "Bei Wettbewerben im Ausland, vor allem in Amerika, stehen wir immer wieder in direkter Konkurrenz zu Stars wie Norman Foster, Richard Meier und anderen." Viele von denen, so stelle er mit Erstaunen fest, "wissen oft gar nicht, dass wir hier in Stuttgart zu Hause sind". Ohne falsche Bescheidenheit fügt er hinzu: "Wir spielen schon lange in der Weltliga mit."

"Ich wünsche mir mehr Sachlichkeit"


Nur in Stuttgart haben das viele noch nicht bemerkt. Das sagt der bescheidene Schwabe Stefan Behnisch zwar so nicht, aber dieser Nachsatz liegt irgendwie in der Luft. Der Erfolg für das Büro Behnisch Architekten am Karlsplatz fällt mitten in eine Zeit, in welcher der immer aggressiver werdende Streit um Stuttgart 21 die Stadtgesellschaft spaltet. Gegner und Befürworter stehen sich im Lagerdenken unversöhnlich gegenüber. Die Fronten sind verhärtet.

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Kommentare (67)
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MRZ
19
17:43 Uhr, geschrieben von Zeitungsleser
"Palast der Republik" / Hotel Silber
Hallo volker s., mit Vergleichen ist das so eine Sache. Das Hotel Silber müsste man eher mit einer Erinnerungsstätte ähnlicher Art an die andere Diktatur vergleichen, z.B. mit dem Kerker in Bautzen ("gelbes Elend") oder mit dem sog."Tränenpalast". Beide Erinnerungsstätten stehen nicht auf der Abrissliste - gottseidank. Jedes Gebäude ist natürlich Ausdruck seiner Zeit - der Palast der Republik ganz besonders. Ob der erhaltenswert gewesen wäre? Vielleicht der letzte Volkskammersaal wegen seiner historischen Bedeutung. Das Gebäude als solches war aber absolut monströs, billig trotz erstrebtem Protz - ich würde es gerne mit den unsäglichen Musical-Bauten in Stuttgart vergleichen (Deyles Kleinbürgerprotz) -im Unterschied zu Deyles Bauten dominierte der "Palast der Republik" aber den alten Kern Berlins. Historisch den Sprengern des Stadtschlosses das letzte Wort zu lassen mit Restaurierung des Asbestpalastes - na, da bin ich schon gottfroh, dass das Monstrum sich aufgelöst hat... Der Abriss des Hotel Silber würde sich bruchlos einreihen in die Tradition des Verdrängens, wie sie in Stuttgart, aber auch anderswo bestand - im Gegensatz zu Stuttgart scheint man aber anderswo sensibler zu sein. Wenn ein Wettbewerb ausgelobt wurde, zu dessen Grundanforderungen gehörte, das Gebäude nicht zu erhalten, weil man "meinte", das Originalgebäude existiere nicht mehrt, dann ist das Ganze meiner Ansicht nach auf der Basis einer Lüge aufgebaut. Behnischs Vergleich mit der Akropolis ist einfach nur blöd- es geht im Fall Hotel Silber nicht um ein architektonisches highlight. B. redet hier völlig an der Sache vorbei.
MRZ
19
14:57 Uhr, geschrieben von der Cannstatter
ja, da stimme ich volker mal zu
wir sollten diese Vergleiche mit anderen Bauten und Städten eher lassen. Es gibt in jeder grösseren Stadt gute und schlechte Beispiele. Die kleinen Orte haben meist nur eines und das pflegen sie deshalb gut. Stuttgart sehe ich eher am hinteren Ende der Skala was Erhaltung von Geschichte betrifft. Siehe Fast-Abriss neues Schloss. Aber wir sind hier; im Gegensatz zu einem Bahnhofskonzept welches ausser der Ästhetik noch viele andere Aspekte berührt, bei einer Sache die mit Geschmack zu tun hat. Und darüber lässt sich trefflich streiten. P.S.: Unter "Geschmack" zähle ich auch historische Gebäude, aber daran hat ja BW mit der Kastration des Denkmalamtes kein grosses Interesse.
MRZ
19
12:30 Uhr, geschrieben von volker s.
zeitungsleser
Es ging mir hier um diesen Satz von Thomas M.: Aha. Gedächtnisstätte in Lautlingen, nicht aber in Stuttgart. Daraufhin schrieb ich: Stauffenberg Erinnerungsstätte ist in Stuttgart im Alten Schloss Mehr war nicht. Warum dichtet ihr mir hier was an, was nicht passt? Dass in Stuttgart viel - zu viel - alte Substanz abgerissen hat bezweifle ich nicht, auch dass hinterher vieles vermurkst wurde stelle ich nicht in Abrede. Dass viele "Wirtschaftstempel" hässlich und ohne Kontur sind, die Stadtansicht beleidigen ist ohne Zweifel auch richtig. Aber das muss ich nicht betonen, wenn ich nur sage, dass wir in Stuttgart eine Stauffenberg Erinnerungsstätte haben. Ob die ausreichend ist, ob der Platz im Alten Schloss der richtige ist, all das war nicht Thema. Das mit Tempelhof war ein Fehler meinerseits. Das Gebäude wurde nicht abgerissen, der Flug"PLATZ" wurde, bzw. wird bebaut. Sorry. Natürlich hätte man Erichs Lampenladen erhalten müssen. Auf der einen Seite beklagt ihr euch, dass das Hotel Silber abgerissen wird, auf der anderen Seite ist Erichs Lampenladen nicht erhaltenswert? Geschichte ist Geschichte, egal ob rechts oder links. Wem aus geschichtlichen Gründen so viel am Hotel Silber liegt, der muss sich auch für den Palast der Republik einsetzen. Eine Sanierung wäre erstens ungleich billiger gekommen als dieses unsägliche Schloss das jetzt gebaut werden soll, außerdem wird jetzt (soll jetzt) das Humboldtforum gebaut werden mit einer Schlossfassade. Für mich unerträglich. Wenn schon ein Neubau, dann wirklich ein Neubau. Unter städtebaulichen und ästhetischen Gesichtspunkten ist der Lampenladen immer noch besser als das Schloss. Die Sabbervorwürfe würde ich euch auch in einem persönlichen Gespräch rein drücken, wenn ihr diese Lügengebilde von wegen in Stuttgart ist alles schlecht und in Berlin und Köln ist alles so toll und alles alte wird erhalten - wie es hier oft geschrieben wird - vor mir persönlich ausbreitet. Da habe ich keinerlei Hemmungen.
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