Astronomie
Besucher aus einer anderen Galaxie
Robert Gast,
19.11.2010 17:35 Uhr
Der Stern, um den der Planet HIP13044b kreist, hat sich riesig aufgebläht. Foto: ddp
Heidelberg - Seit vor 15 Jahren der erste Planet außerhalb des Sonnensystems entdeckt wurde, herrscht Jagdstimmung unter Astronomen. Mittlerweile haben Forscher fast 500 Planeten aufspüren können, die um fremde Sonnen kreisen. Bisher waren das aber ausschließlich Welten, die in der Nähe des Sonnensystems entstanden sind. Jetzt haben Forscher vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg erstmals einen Planeten entdeckt, der aus diesem Muster fällt. Denn HIP13044b - so haben die Astronomen ihre Neuentdeckung getauft - stammt vermutlich aus einer anderen Galaxie.
Die Galaxie, zu der die Erde gehört, ist die Milchstraße. Sie ist eine flache Scheibe, in der Milliarden von Sternen strahlen. Im Universum gibt es wiederum Milliarden solcher Galaxien. Die meisten dieser Sterneninseln sind so weit entfernt, dass die größten Teleskope sie nur als winzige Lichtpunkte am Firmament sehen. Darin einzelne Sterne oder gar Planeten auszumachen, ist unmöglich.
Aber manchmal kreuzen sich die Wege zweier Galaxien. Dann beginnt ein Millionen Jahre dauerndes Ringen, an dessen Ende die größere Galaxie die Sterne der kleineren annektiert hat. Auch die Milchstraße hat in ihrer zehn Milliarden Jahre langen Lebenszeit kleinere Galaxien verschlungen. Oft kreisen die Überreste dieser Zwerggalaxien wie einsame Satelliten um die galaktische Scheibe.
In solch einer Exilregion befindet sich auch HIP13044b. Erst die galaktische Kollision hat das Sternensystem des Planeten in die Nähe der Erde gebracht. Wobei wohl nur Astronomen von Nähe sprechen würden: tatsächlich braucht ein Lichtstrahl mehr als 2.000 Jahre, um von dort zur Erde zu gelangen. Dementsprechend schwer fiel es den Forschern, den Planeten überhaupt nachzuweisen. Dazu haben sie den Stern, um den HIP13044b kreist, ein halbes Jahr lang mit einem Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile beobachtet. Dabei fiel ihnen auf, dass sich dessen Farbe in regelmäßigen Abständen leicht veränderte. Mal erschien der Stern röter, mal blauer. Solche Schwankungen werden häufig durch einen planetaren Begleiter hervorgerufen, der auf seiner Kreisbahn am Zentralgestirn rüttelt, was die Farbe des Lichtes periodisch verändert.
Die Heidelberger Astronomen haben ihre Entdeckung nun im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht. Demnach umrunde der Planet seine Sonne in nur 16 Tagen. Bei HIP13044b handle es sich um ein echtes Schwergewicht, das wohl eher dem Gasriesen Jupiter als der Erde gleiche. Die Forscher hoffen, von dem Sternensystem etwas über die Zukunft des Sonnensystems lernen zu können. Denn der Stern von HIP13044b ist ein sogenannter Roter Riese, der am Ende seines stellaren Lebens steht. Der Gigant habe sich vor geraumer Zeit schlagartig aufgeplustert und dabei die meisten Planeten in seiner Nähe verschluckt, vermuten die Forscher. Dem Sonnensystem droht ein ähnliches Schicksal: "Wenn sich die Sonne in fünf Milliarden Jahren ausdehnt, wird sie Merkur, Venus und Erde verschlingen", sagt Johny Setiawan, der die Beobachtungen leitete. Dann würde das Sonnensystem vielleicht so aussehen wie das von HIP13044b.
Doch bis das passiert, hat ein kosmisches Ereignis einer noch gewaltigeren Größenordnung stattgefunden: In ein paar Milliarden Jahren kollidiert die Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie, die heute schon in klaren Nächten mit bloßem Auge als milchiger Punkt im Sternbild Andromeda zu sehen ist. Der Zusammenstoß wird die Erde unbeschadet lassen - und den Astronomen der Zukunft viele neue Planeten vor die Teleskope bringen.
Die Galaxie, zu der die Erde gehört, ist die Milchstraße. Sie ist eine flache Scheibe, in der Milliarden von Sternen strahlen. Im Universum gibt es wiederum Milliarden solcher Galaxien. Die meisten dieser Sterneninseln sind so weit entfernt, dass die größten Teleskope sie nur als winzige Lichtpunkte am Firmament sehen. Darin einzelne Sterne oder gar Planeten auszumachen, ist unmöglich.
Die Milchstraße hat schon kleinere Galaxien verschlungen
Aber manchmal kreuzen sich die Wege zweier Galaxien. Dann beginnt ein Millionen Jahre dauerndes Ringen, an dessen Ende die größere Galaxie die Sterne der kleineren annektiert hat. Auch die Milchstraße hat in ihrer zehn Milliarden Jahre langen Lebenszeit kleinere Galaxien verschlungen. Oft kreisen die Überreste dieser Zwerggalaxien wie einsame Satelliten um die galaktische Scheibe.
In solch einer Exilregion befindet sich auch HIP13044b. Erst die galaktische Kollision hat das Sternensystem des Planeten in die Nähe der Erde gebracht. Wobei wohl nur Astronomen von Nähe sprechen würden: tatsächlich braucht ein Lichtstrahl mehr als 2.000 Jahre, um von dort zur Erde zu gelangen. Dementsprechend schwer fiel es den Forschern, den Planeten überhaupt nachzuweisen. Dazu haben sie den Stern, um den HIP13044b kreist, ein halbes Jahr lang mit einem Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile beobachtet. Dabei fiel ihnen auf, dass sich dessen Farbe in regelmäßigen Abständen leicht veränderte. Mal erschien der Stern röter, mal blauer. Solche Schwankungen werden häufig durch einen planetaren Begleiter hervorgerufen, der auf seiner Kreisbahn am Zentralgestirn rüttelt, was die Farbe des Lichtes periodisch verändert.
HIP13044b gleicht in seinem Gewicht dem Gasriesen Jupiter
Die Heidelberger Astronomen haben ihre Entdeckung nun im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht. Demnach umrunde der Planet seine Sonne in nur 16 Tagen. Bei HIP13044b handle es sich um ein echtes Schwergewicht, das wohl eher dem Gasriesen Jupiter als der Erde gleiche. Die Forscher hoffen, von dem Sternensystem etwas über die Zukunft des Sonnensystems lernen zu können. Denn der Stern von HIP13044b ist ein sogenannter Roter Riese, der am Ende seines stellaren Lebens steht. Der Gigant habe sich vor geraumer Zeit schlagartig aufgeplustert und dabei die meisten Planeten in seiner Nähe verschluckt, vermuten die Forscher. Dem Sonnensystem droht ein ähnliches Schicksal: "Wenn sich die Sonne in fünf Milliarden Jahren ausdehnt, wird sie Merkur, Venus und Erde verschlingen", sagt Johny Setiawan, der die Beobachtungen leitete. Dann würde das Sonnensystem vielleicht so aussehen wie das von HIP13044b.
Doch bis das passiert, hat ein kosmisches Ereignis einer noch gewaltigeren Größenordnung stattgefunden: In ein paar Milliarden Jahren kollidiert die Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie, die heute schon in klaren Nächten mit bloßem Auge als milchiger Punkt im Sternbild Andromeda zu sehen ist. Der Zusammenstoß wird die Erde unbeschadet lassen - und den Astronomen der Zukunft viele neue Planeten vor die Teleskope bringen.
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