Asyl Hotel soll zur Flüchtlingsherberge werden

Von Natalie Kanter 

Der Landkreis Esslingen will offenbar das Hotel Nödinger Hof am Ortsrand von Stetten zu einer Asylunterkunft umbauen.

Der Nödinger Hof  wurde in den 1970er-Jahren als erstes Hotel des Stadtteils Stetten gebaut. Foto: Natalie Kanter
Der Nödinger Hof wurde in den 1970er-Jahren als erstes Hotel des Stadtteils Stetten gebaut. Foto: Natalie Kanter

Stetten - Am Samstag werden die vor Kurzem im Oberaichener Flüchtlingsheim eingezogenen Asylbewerber auch offiziell in der Großen Kreisstadt willkommen geheißen. Vielleicht wird ein solches Willkommensfest auch demnächst in Stetten gefeiert werden. Denn der Kreis will, wie berichtet, in dem Stadtteil ein neues Flüchtlingsheim einrichten. Wie aus zuverlässigen Quellen zu erfahren war, sollen 160 Menschen in dem Hotel- und Gastronomiebetrieb Nödinger Hof untergebracht werden.

Dazu soll das Grundstück an der Straße Unterer Kas-parswald mitsamt dem Gebäude gekauft und das bisherige Drei-Sterne-Haus am Stettener Ortsrand in eine Herberge für Flüchtlinge umgebaut werden.

Der zuständige Kreisausschuss wird sich dazu am heutigen Donnerstag hinter verschlossenen Türen beraten. Eine Woche später soll der Kreistag dann die zum Kauf nötigen Mittel freigeben. Insider gehen davon aus, dass der Tagesordnungspunkt in beiden Gremien durchgewunken wird. Schließlich drängen immer mehr Menschen auf der Flucht ins Land und werden auf die Kreise verteilt. Bis Ende 2015 sollen deshalb allein in Leinfelden-Echterdingen 189 weitere Plätze für Asylbewerber geschaffen werden – zumindest wenn es nach den Vorstellungen des Kreises geht.

Ein Blick auf die Internetseite des Nödinger Hofs verrät, dass der Betrieb über 52 Zimmer verfügt. Er wirbt dort mit einem „herrlichen Panoramablick zum Stuttgarter Flughafen, den Fildern und der Schwäbischen Alb“ für sich. Unter Stettener Bürgern ist das Restaurant auch wegen der schönen Terrasse im Sommer bekannt. Wer auf den Fildern lebt, weiß: Dort wurden und werden gerne Familienfeste jeglicher Art gefeiert.

Das Hotel wurde in den 1970er-Jahren gebaut. Es war das erste seiner Art in dem Stadtteil. Die ersten Eigentümer haben den Betrieb 30 Jahre lang geführt und waren nach eigenen Angaben zufrieden mit ihrem Einkommen. Das Hotel wurde unter ihrer Regie sogar mit einem Anbau erweitert. 2007 haben sie sich dann zur Ruhe gesetzt und den Nödinger Hof verkauft.

Zum Ende des Jahres soll dort ein großer Silvesterball mit Fünf-Gang-Menü und Live-Musik steigen. Doch für Buchungsanfragen im Internet steht das Jahr 2015 nicht mehr zur Auswahl. Ein Zufall? Die heutigen Eigentümer wollen den Verkauf an den Kreis und einen Umbau zu einem Flüchtlingsheim nicht bestätigen. Ein Mitglied der Familie dementiert die Informationen gegenüber unserer Zeitung sogar.

Insider gehen davon aus, dass dies wohl daran liegt, dass die Nachricht zum jetzigen Zeitpunkt eigentlich noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Spätestens am Freitag, 5. Dezember, aber werden Vertreter des Landkreises und der Stadt den genauen Standort der geplanten Flüchtlingsunterkunft offiziell bekannt geben müssen. Anwohner sollen an diesem Tag bei einer Informationsveranstaltung in der Stettener Festhalle über die Pläne des Kreises informiert werden. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr.