Atomdebatte Mappus setzt Expertenkommission ein
dpa, 13.03.2011 19:05 Uhr
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Stuttgart - Wie kaum ein anderer Spitzenpolitiker in Deutschland hat sich Baden-Württembergs Regierungschef Stefan Mappus (CDU) für die Atomenergie stark gemacht. Er wollte die Meiler mindestens 15 Jahre länger laufen lassen - und legte sich dafür sogar mit seinem Parteifreund Bundesumweltminister Norbert Röttgen an. Das Atomunglück in Japan kommt für Mappus jetzt zur denkbar ungünstigsten Zeit. Im Endspurt des Wahlkampfs rückt die Angst vor der atomaren Gefahr plötzlich wieder ins Zentrum der Politik.

Am Wochenende konnte sich der Ministerpräsident, der am 27. März wiedergewählt werden will, vor der eigenen Haustür ein Bild davon machen. Atomkraftgegner bildeten vom Sitz der Landesregierung aus eine Menschenkette, die bis zum 45 Kilometer entfernten Atomkraftwerk Neckarwestheim reichte. 60.000 Menschen kamen zu dem Protest und damit rund 20.000 Menschen mehr als erwartet.

Am Sonntag trat Mappus bei einem Termin in Oberschwaben vor die Presse und schlug einen neuen, nachdenklichen Tonfall in der Atomdebatte an. Selbst kürzere Laufzeiten will er nun offenbar nicht mehr ausschließen. „Ich stehe zu allen Diskussionen, was möglich ist, bereit“, sagte Mappus, sichtlich um Sachlichkeit bemüht. Atomkraftwerke müssten sicher sein, sonst würden sie sofort abgeschaltet.

"Wir sind nicht Japan"

„Die Sicherheit unserer Kernkraftwerke muss höchsten Ansprüchen genügen“, betonte Mappus. „Deshalb werde ich eine Expertenkommission einberufen.“ Diese solle analysieren, was in Fukushima passiert ist und ob es in den Südwestmeilern Fehlerquellen gibt. Mitglieder der Kommission sind unter anderen die ehemaligen Vorsitzenden der Reaktorsicherheitskommission, Klaus-Dieter Bandholz (Energiesysteme Nord) und Michael Sailer (Öko-Institut Darmstadt).

Er habe immer gesagt, dass es sich bei der Atomkraft um eine zeitlich befristete Brückentechnologie handle, betonte Mappus. Zu einem nationalen Dialog darüber sei er bereit. Es dürfe hinsichtlich der Kernenergie keine Denkverbote geben. Der Ministerpräsident warnte zugleich davor, die Katastrophe von Japan für den Landtagswahlkampf zu missbrauchen. „Wir sind nicht Japan mit regelmäßig stattfindenden Erdbeben und Tsunami“, betonte er.

 

Kommentare (152)
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MRZ
15
Roland Adam, 18:57 Uhr

So so

Strom soll teurer werden ---mit welcher Begründung ? Fährt mein Auto nicht -habe ich keine Kosten ! Ansonsten werden diese drei Monate bestens aufzeigen -das entgegen allen anderen Ausserungen noch 4 Tagen und Wochen wir auf all diese Atomkraftwerke verzichten können -ohne das Lichter ausgehen . Diese Reaktoren am Netz zu lassen diente allein der besseren Rendite -sie waren angeschrieben -Sicheitsrelevante Nachrüstungen brauchten nicht durchgeführt zu werden --So ging man noch vor Tagen mit Kernkraft um --Erst jetzt scheint man zu bemerken das man auch ohne Strom kühlen muss ----Alles so sicher --mutet an wie das bestgeplante S21 --nur hier weit gefährlicher

MRZ
15
Klartext, 17:30 Uhr

Jon

Es ist zwar nett, dass Sie Ihre alten Argumente wiederholen, nur – sie gelten nicht mehr. Ja, schwarz-gelb war für eine Laufzeitverlängerung. Die Betonung liegt auf „WAR“, so wie die SPD ebenso glühende Verfechterin der Atomenergie WAR. Und jetzt?=========== JETZT sieht es so aus, dass 7 AKWs (mit Krümmel 8) abgeschaltet werden und zu 99%iger Sicherheit 4 davon auf Dauer. Was sagen Sie nun? ========= Nun gehen die Regelungen von schwarz-gelb weiter als von rot-grün. Das muss Sie doch freuen!======== Ihren Hinweis auf Tschernobyl finde ich gut. Das war 1986 – schon vergessen? Und wann war rot-grün dran? Richtig: von 1998 bis 2005. Tschernobyl hat sie nicht davon abgehalten, die AKWs weiter laufen zu lassen. ============ Nicht, dass ich ihnen einen Vorwurf daraus machen möchte, nur, es ist wohlfeil, alle diese Argumente schwarz-gelb entgegenzuhalten, die aber offensichtlich nicht für rot-grün gelten. Oder?============ Nein, sehr geehrter Jon, Ihr Weltbild ist wohl etwas ver-rückt und entspricht nicht den Tatsachen. =========== Tatsache ist, dass rot-grün für den IST-Zustand verantwortlich ist und schwarz-gelb jetzt weitergehende Abschaltungen vorgenommen hat als rot-grün dies je vorgesehen hat. ========= Tatsache ist auch, dass die SPD und Grüne es lieber hätten, wenn schwarz-gelb nicht so gehandelt hätte, weil sie sich dann bessere Wahlchancen ausgerechnet hatten. Und das auf dem Rücken der Opfer in Japan. Pfui Teufel.

MRZ
15
Roland Adam, 16:42 Uhr

@Herr Pfarrer

Das die SPD damals anders drauf ,mag ihr zugestanden sein -viele wussten damals nicht um die tatsächlichen Gefahren . Aber immerhin brauchten sie kein Japan für ein Muratorim ,sie war da schon weiter -und auch in Asse unter CDU Schlamperei kam es dort zu dem jetzigen Zustand und gewaltigen Aufraeumkosten erste Krebserkrankungen häufen sich auch . Immerhin beschloss die SPD angesichts ihres Wissens um die Gefahren den Ausstieg und brachte mit Grün Alternativen auf den Weg . CDU nahm Subventionen für Solarstrom zurück u.v.m Zitiere SIE : . Sehen Sie nach Frankreich: 58 Reaktoren (wir 17), viele an unserer Grenze gebaut, die wollen lustig weiterbauen oder Großbritannien: dort wollen sie unverdrossen 10 Reaktoren bauen, und, und…..============ Eine solche Regierung wünsche ich mir nicht Ja das stinkt mir genauso wie ihnen und da muss man sich doch fragen -angesichts der Tatsache das fast alle betroffen Bundesländer CDU regiert sind ,weshalb man soetwas zulassen konnte -Windrichtung gen BRD .Ist Frau Merkel nicht GUT_FREUND mit den französischen Präsidenten ? Nur wie hätte sie argumentieren sollen angesichts eigener Laufzeitenverlängerungen ? Die SPD mit den Grünen hätte das aufgrund ihrer Politik gekonnt --eine Politik für das Wohl der BRD Risiko nehmen .statt Einigen Mammon geben Im übrigen konnten völlig unbehelligt am Wochenende fast tausend Bürger und Traktore in das Lager Gorleben spazieren -bis zum Schachteingang und nis zu den dort in Freilufthallen gelagerten Castoren vordringen -um auch hier wieder festzustellen das selbige entgegen Sicherheitsvorschriften falsch abgestellt sind . Nicht auszudenken es waeren Menschen eingedrungen die Übles im Sinn gehabt hätten . Wir brauchen kein Muratorium -Abschalten sofort für Immer, Wir wissen ja noch nicht einmal wo der strahlende Müll mal bleiben soll

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