Atomschutt in Schwieberdingen Gemeinde findet endlich Gutachter

Von mk 

Die Suche war enorm schwierig, doch jetzt ist die Gemeinde Schwieberdingen fündig geworden: das Büro iUS aus Aschaffenburg soll die Deponie Froschgraben in Sachen radioaktive Strahlung unter die Lupe nehmen.

Gering radioaktive Reststoffe beschäftigen die Gemeinde Schwieberdingen. Foto: Pascal Thiel
Gering radioaktive Reststoffe beschäftigen die Gemeinde Schwieberdingen. Foto: Pascal Thiel

Schwieberdingen - Die Suche war schwierig, jetzt hat die Gemeinde Schwieberdingen doch noch einen Gutachter für die Deponie Froschgraben gefunden: Das Aschaffenburger Institut für Umwelttechnologien und Strahlenschutz (iUS) soll für die Gemeinde die Strahlenbelastung auf der Deponie unter die Lupe nehmen. Anlass für die Messungen ist der Umstand, dass die Kreis-Abfallverwertung AVL dort ohne Wissen der Öffentlichkeit Bauschutt aus still gelegten Atomanlagen im Landkreis Karlsruhe gelagert hatte.

Das Prozedere verlief alles andere als glatt. Fachleute bezweifeln, dass die nachträgliche Messung überhaupt sinnvoll ist. Denn entscheidend sei, wie sich das gering radioaktive Material auf den Menschen auswirke und nicht, wie stark die Strahlung selbst sei, die ohnehin unterhalb der natürlichen Hintergrundstrahlung liege.

Gutachter gerät in die Schlagzeilen

Von 13 angefragten Gutachtern gaben nur drei ein Angebot ab: Der Tüv München gilt den Gemeinderäten als der Atomwirtschaft zu nahestehend; der Gießener Professor Stefan Gäth war in Hessen in die Schlagzeilen geraten, weil die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen unsachgemäßen Umgangs mit Gefahrenabfällen anstrengen will. Gäth geht davon aus, dass das Verfahren eingestellt wird, der Bürgermeister Nico Lauxmann betonte, dass die Referenzen und das Angebotsprofil der Bieter ausschlaggebend sei. Doch jetzt machte das Institut iUS das Rennen – auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung, einstimmig und ohne große Aussprache.