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"Auf der Flucht" SPD kritisiert OB Schuster

Thomas Braun, vom 07.03.2010 09:52 Uhr
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Katrin Lebherz hatte die Stelle als Pressesprecherin im Rathaus erst Ende Januar diesen Jahres angetreten. Sie war die Nachfolgerin von Markus Schubert, der Ende 2009 nach nur 9 Monaten überraschend gekündigt hatte. Foto: Zweygarth
Katrin Lebherz hatte die Stelle als Pressesprecherin im Rathaus erst Ende Januar diesen Jahres angetreten. Sie war die Nachfolgerin von Markus Schubert, der Ende 2009 nach nur 9 Monaten überraschend gekündigt hatte. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) muss sich wieder einen Pressesprecher suchen. Nach StZ-Informationen wird Katrin Lebherz das Rathaus verlassen, um sich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden. Lebherz hatte die Stelle beim OB erst Ende Januar angetreten. Die 32-jährige gelernte Journalistin und langjährige stellvertretende Pressesprecherin, seit 2003 in städtischen Diensten, war kürzlich zur Nachfolgerin von Markus Schubert auserkoren worden. Der SPD-Kreischef Andreas Reißig hat OB Schuster "angesichts der überraschenden Kündigung der städtischen Pressesprecherin" Unlust und Unwillen attestiert. An der Rathausspitze herrsche "politische Agonie".

Dieser hatte es im Rathaus nur ein Dreivierteljahr ausgehalten. Im Dezember 2009 hatte er überraschend gekündigt und war zum NDR nach Hamburg zurück gekehrt. Übernommen hatte er den Schleudersitz am 1. März vergangenen Jahres; und zwar von Beate Rzadtki, die ihrerseits schon nach knapp einem halben Jahr das Handtuch geworfen hatte. Lebherz bestätigte auf Anfrage zwar, dass sie sich selbstständig machen wolle, zu den Gründen für ihren Abgang wollte sie sich aber nicht äußern. Im Rathaus wird spekuliert, dass die Chemie zwischen der Pressesprecherin und der persönlichen Referentin des OB, Andrea Klett-Eininger, nicht gestimmt habe. Die noch von Lebherz' Vorgänger Schubert initiierte neue Aufgabenverteilung innerhalb der Stabsstelle Kommunikation sei von Klett-Eininger dazu benutzt worden, die Position der Pressesprecherin zu schwächen, heißt es.

Klett-Eininger werden schon seit längerem Defizite bei der Auswahl und im Umgang mit dem Personal nachgesagt. So soll sie maßgeblich an der Verpflichtung von Pressesprecherin Beate Rzadtki beteiligt gewesen sein, die vom ehemaligen Dübelproduzenten Fischer kam und sich schnell als Fehlbesetzung entpuppte. Mit Rzadtkis Nachfolger Markus Schubert lieferte sich die Referentin Scharmützel um die Aufgabenverteilung im Dunstkreis des Oberbürgermeisters, der ebenso für den Sprecher-Exodus verantwortlich gemacht wird.

Kommentare (18)
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MRZ
07
20:23 Uhr, geschrieben von Stuttgarter Bürger
@Stuttgarter II / Versprechen
Ist es politische Naivität, einem Politiker einer christlichen Partei ein Versprechen zu glauben? War ich auch naiv, dem OB-Kandidaten Schuster zu glauben? Heute allerdings glaube ich ihm erst mal gar nichts mehr. Neueste Unwahrheit Schusters: "Das Hotel Silber gibt es nicht mehr. Es wurde im Krieg völlig zerstört." So steht es wider besseres Wissen immer noch in einer städtischen Verlautbarung.
MRZ
07
20:04 Uhr, geschrieben von Stuttgarter II
@ W. Krauss
Daß Schuster"Noch-OB" ist, liegt doch daran, daß die Grünen einen dubiosen Kuhhandel mit ihm eingegangen sind bei der letzten Wahl. Wenn sie das Versprechen von Schuster geglaubt haben, war das politische Naivität, wenn sie es nicht geglaubt haben, war das ein taktisches Manöver, um sich als Koalititonspartner anzubiedern.
MRZ
07
19:23 Uhr, geschrieben von Stuttgarter Bürger
Rathauselend
@Wolfgang Krauss Es geht nicht darum, den OB zu kritisieren, sondern darum, bei Abstimmungen eine linke Mehrheit zur Geltung zu bringen! @Fred Nur abgestanden, was Sie hier servieren. Es ist sowas von blöde, jemandem, der z.B. eine Milliardenverkehrsprojekt kritisiert, entgegenzuhalten: Wenn´s nach dir ginge, würden wir noch mit der Kutsche fahren. Das ist so unendlich öde... Überhaupt sind Unterstellungen völlig wirkungslos. Zur Wahl des Herrn OB. Sie haben recht: der sitzt gewählt auf seinem OB-Stuhl. Gewählt heißt aber nicht papstgleich unantastbar und unfehlbar. Wer das höchste Amt in der Stuttgarter Kommune einnimmt, muss schon Kritik vertragen und ein Minimum an Niveau erreichen. Freilich: juristisch einklagbar ist hier nichts - das wird auch der Jurist Schuster wissen. Zu seiner Wahl: Falls Sie´s interessiert: Ich habe ihn im Vertrauen auf sein Versprechen betr. Bürgerbefragung gewählt. An dieses muss man ihn schon ab und zu erinnern dürfen. Die Zeiten König Wilhelms sind vorüber. Nachsatz: der hatte freilich mehr Niveau und war bei der Bevölkerung überaus beliebt. Wenn ich da den OB Schuster zum Prellbock schleichen sehe - fast wie zur Hinrichtung.
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