Stuttgart - Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) muss sich wieder einen Pressesprecher suchen. Nach StZ-Informationen wird Katrin Lebherz das Rathaus verlassen, um sich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden. Lebherz hatte die Stelle beim OB erst Ende Januar angetreten. Die 32-jährige gelernte Journalistin und langjährige stellvertretende Pressesprecherin, seit 2003 in städtischen Diensten, war kürzlich zur Nachfolgerin von Markus Schubert auserkoren worden. Der SPD-Kreischef Andreas Reißig hat OB Schuster "angesichts der überraschenden Kündigung der städtischen Pressesprecherin" Unlust und Unwillen attestiert. An der Rathausspitze herrsche "politische Agonie".
Dieser hatte es im Rathaus nur ein Dreivierteljahr ausgehalten. Im Dezember 2009 hatte er überraschend gekündigt und war zum NDR nach Hamburg zurück gekehrt. Übernommen hatte er den Schleudersitz am 1. März vergangenen Jahres; und zwar von Beate Rzadtki, die ihrerseits schon nach knapp einem halben Jahr das Handtuch geworfen hatte. Lebherz bestätigte auf Anfrage zwar, dass sie sich selbstständig machen wolle, zu den Gründen für ihren Abgang wollte sie sich aber nicht äußern. Im Rathaus wird spekuliert, dass die Chemie zwischen der Pressesprecherin und der persönlichen Referentin des OB, Andrea Klett-Eininger, nicht gestimmt habe. Die noch von Lebherz' Vorgänger Schubert initiierte neue Aufgabenverteilung innerhalb der Stabsstelle Kommunikation sei von Klett-Eininger dazu benutzt worden, die Position der Pressesprecherin zu schwächen, heißt es.
Klett-Eininger werden schon seit längerem Defizite bei der Auswahl und im Umgang mit dem Personal nachgesagt. So soll sie maßgeblich an der Verpflichtung von Pressesprecherin Beate Rzadtki beteiligt gewesen sein, die vom ehemaligen Dübelproduzenten Fischer kam und sich schnell als Fehlbesetzung entpuppte. Mit Rzadtkis Nachfolger Markus Schubert lieferte sich die Referentin Scharmützel um die Aufgabenverteilung im Dunstkreis des Oberbürgermeisters, der ebenso für den Sprecher-Exodus verantwortlich gemacht wird.