Auftakt der Bildungsmesse Didacta
Schavan lächelt zur Bildungsschelte
Jan Georg Plavec,
23.02.2011 10:14 Uhr
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Motiv mit Kindern: Annette Schavan und OB Wolfgang Schuster beim Messerundgang. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Zu den wichtigsten Aufgaben einer Ministerin bei der Eröffnung einer Messe gehören Eröffnungsreden und Fototermine, bei der allseits gelächelt wird. Die Bundesbildungsministerin Annette Schavan hatte am Dienstag auf der Landesmesse zu beidem Gelegenheit. Erst erhielt sie für ihren "enormen Einsatz" vom Verband der Bildungswirtschaft die "goldene Nadel", dann stand sie für Erinnerungsbilder bei diversen Messeständen Modell. Letztlich durfte die aus Jüchen nahe der deutsch-niederländischen Grenze stammende Ministerin freudig die Gründung einer "Allianz für Bildung" mit diversen Verbänden und Stiftungen verkünden. Schavan als Strahlefrau, als Botschafterin von Angela Merkels "Bildungsrepublik", als hastig übers Messegelände getriebenes Fotomotiv.
Selbst als der Präsident des Verbands der Bildungswirtschaft, Wassilios Fthenakis, die deutsche Bildungslandschaft heftig kritisierte und sein Konzept für einen "Paradigmenwechsel im Bildungssystem" ausbreitete, lächelte Schavan und sagte hinterher artig dankeschön: "Das muss man sich als Ministerin einmal im Jahr von Anfang bis Ende anhören", erklärte die 55-Jährige.
Fthenakis hatte wissenschaftlich fundiert ausgebreitet, warum mehr Geld in Bildung gesteckt werden sollte. Und er hatte den Bildungsföderalismus scharf kritisiert: "Unser Bildungssystem ist wie ein Hochhaus, bei dem für jedes Stockwerk ein anderer Architekt zuständig war. Die Übergänge wurden einfach vergessen", hob der selbst ernannte "Mahner" an. Zwischen zwei Bildungsstufen gehe viel Effizienz verloren, zudem sei das deutsche Bildungssystem immer noch darauf ausgerichtet, Schwächen zu beheben anstatt Stärken zu fördern.
Deshalb - sowie um Integration, Inklusion und weitere Kompetenzen der Kinder zu stärken - müssen laut Fthenakis "die Fachkräfte qualifiziert werden, mit allen Konsequenzen für deren Vergütung". Zudem bedürfe Deutschland einer "großen Anschaffungswelle für stimulierende Lernumgebungen" sowie eines strengen Urheberrechts "samt wirksamer Kontrollsysteme" - also neuer und besserer Materialien für alle Schulen und eines rigiden Kopierverbots im Lehrerzimmer.
Das alles kam bei Schavan und ihrer baden-württembergischen Kollegin Marion Schick an, das alles parierten die beiden Politikerinnen in ihren Reden. Schick bedankte sich bei dem Didacta-Präsidenten Fthenakis dafür, dass er ihr sein Redemanuskript prompt überlassen habe; sie forderte ebenfalls ein "Nahtstellenmanagement" für den Wechsel zwischen den verschiedenen Bildungsstufen. Vor allem aber verwies Schick darauf, dass ein Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik "nicht auf Knopfdruck" zu bekommen sei und schon gar nicht mit einem Bundesbildungsgesetz. Die Bildung sei vielmehr Ländersache, schließlich könne das Land auf kaum einem anderen Politikfeld wirklich frei gestalten.
Schick betonte, dass sich die Qualität der Bildung bei sinkenden Kinderzahlen und gleichbleibenden Mitteln erhöhe. Ohnehin, ergänzte Annette Schavan, gehe es nicht immer nur ums Geld: "Wenn man sieht, dass in Skandinavien die Jahrgangsbesten ganz selbstverständlich und nicht wegen des Gehalts Lehrer werden, sprechen wir auch über die Mentalität einer Gesellschaft", sagte die Ministerin - und begann lächelnd ihren Messerundgang.
Selbst als der Präsident des Verbands der Bildungswirtschaft, Wassilios Fthenakis, die deutsche Bildungslandschaft heftig kritisierte und sein Konzept für einen "Paradigmenwechsel im Bildungssystem" ausbreitete, lächelte Schavan und sagte hinterher artig dankeschön: "Das muss man sich als Ministerin einmal im Jahr von Anfang bis Ende anhören", erklärte die 55-Jährige.
Fthenakis hatte wissenschaftlich fundiert ausgebreitet, warum mehr Geld in Bildung gesteckt werden sollte. Und er hatte den Bildungsföderalismus scharf kritisiert: "Unser Bildungssystem ist wie ein Hochhaus, bei dem für jedes Stockwerk ein anderer Architekt zuständig war. Die Übergänge wurden einfach vergessen", hob der selbst ernannte "Mahner" an. Zwischen zwei Bildungsstufen gehe viel Effizienz verloren, zudem sei das deutsche Bildungssystem immer noch darauf ausgerichtet, Schwächen zu beheben anstatt Stärken zu fördern.
Rigides Kopierverbot im Lehrerzimmer
Deshalb - sowie um Integration, Inklusion und weitere Kompetenzen der Kinder zu stärken - müssen laut Fthenakis "die Fachkräfte qualifiziert werden, mit allen Konsequenzen für deren Vergütung". Zudem bedürfe Deutschland einer "großen Anschaffungswelle für stimulierende Lernumgebungen" sowie eines strengen Urheberrechts "samt wirksamer Kontrollsysteme" - also neuer und besserer Materialien für alle Schulen und eines rigiden Kopierverbots im Lehrerzimmer.
Das alles kam bei Schavan und ihrer baden-württembergischen Kollegin Marion Schick an, das alles parierten die beiden Politikerinnen in ihren Reden. Schick bedankte sich bei dem Didacta-Präsidenten Fthenakis dafür, dass er ihr sein Redemanuskript prompt überlassen habe; sie forderte ebenfalls ein "Nahtstellenmanagement" für den Wechsel zwischen den verschiedenen Bildungsstufen. Vor allem aber verwies Schick darauf, dass ein Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik "nicht auf Knopfdruck" zu bekommen sei und schon gar nicht mit einem Bundesbildungsgesetz. Die Bildung sei vielmehr Ländersache, schließlich könne das Land auf kaum einem anderen Politikfeld wirklich frei gestalten.
Schick betonte, dass sich die Qualität der Bildung bei sinkenden Kinderzahlen und gleichbleibenden Mitteln erhöhe. Ohnehin, ergänzte Annette Schavan, gehe es nicht immer nur ums Geld: "Wenn man sieht, dass in Skandinavien die Jahrgangsbesten ganz selbstverständlich und nicht wegen des Gehalts Lehrer werden, sprechen wir auch über die Mentalität einer Gesellschaft", sagte die Ministerin - und begann lächelnd ihren Messerundgang.
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Frau Schavan und die Lösung des Bildungsproblems
Das heißt doch im Klartext, dass die Bundesbildungsministerin die Lösung des finanziellen Problems der Bildungsausgaben im Rückgang der Kinderzahlen sieht. Das nenne ich zynisch und erbärmlich.
Das was wirklich wichtig ist
für die Zukunft, wird von mehr als blassen Politikerinnen auf die lange Bank geschoben. Da, wos auch anders ginge, werden Unsinnsprojekte mit Multimilliarden auf Pump finanziert. Aber nach weiteren Fachkräften aus dem Ausland schreien! Schämt euch!