Auseinandersetzung in Stuttgart Das unschöne Ende des „Club Istanbul“

Die Polizei wertet die Schlägerei am frühen Sonntagmorgen im Mash und davor als türkisch-kurdischen Konflikt. Die Clubbetreiber ist mit der Darstellung der Polizei nicht einverstanden.

Die Polizei war drei Stunden lang mit 50 Beamten vor Ort. Foto: dpa
Die Polizei war drei Stunden lang mit 50 Beamten vor Ort.Foto: dpa

Stuttgart - Auch mit einigem zeitlichen Abstand findet die Stuttgarter Polizei deutliche Worte: „Das war ein heilloses Durcheinander“, sagt Polizeisprecher Jens Lauer, um das Bild zu beschreiben, das sich seinen Kollegen bot, als sie am frühen Sonntagmorgen zu einer Auseinandersetzung in den Club Mash an der Forststraße gerufen wurden.

Anders als am Sonntag, als die Polizei auf Nachfrage erklärte, ein ethnischer Konflikt als Grund für die Schlägerei könne ausgeschlossen werden, werten die Ordnungshüter am Montag das Geschehen ganz anders. Im Club Mash im Bosch-Areal hatte sich ein überwiegend türkisches Publikum zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Club Istanbul“ eingefunden. Unter das Feiervolk hätten sich aber dann weitere Gäste gemischt, die der Betreiber als gewaltbereit einstufte. Daher alarmierte er auch die Polizei. Bei deren Eintreffen schlugen sich vier bis fünf Personen im Innenraum der Disco. „Das war mutmaßlich ein Konflikt zwischen Türken und Kurden“, sagt Jens Lauer am Montag auf Nachfrage. „Die Personengruppen sind für uns aber natürlich nicht unterscheidbar.“

Zwar habe die Polizei die erste Auseinandersetzung schnell beenden können, die Streitigkeiten seien aber anschließend im Freien immer wieder aufgeflammt. Dabei seien auch Flaschen geflogen.

Polizei sieht ihre Sicherheitskonzeption bestätigt

Die Polizei war mit 50 Beamten vor Ort. Sie sieht sich in diesem Zusammenhang in ihrer erst Ende Januar vorgestellten „Sicherheitskonzeption Stuttgart“ bestätigt. „Dadurch haben wir sehr schnell viele Einsatzkräfte vor Ort gehabt“, erklärt Lauer. Die waren von drei bis sechs Uhr im Einsatz. In Absprache mit dem Clubbetreiber habe man gegen vier Uhr die Veranstaltung beendet. „Die Feierstimmung war ohnehin dahin.“ Beschwerden habe es nicht gegeben. Die Polizei ermittelt nun in Richtung Körperverletzungsdelikte. Ergebnisse gab es am Montag noch nicht. Lauer konnte nicht sagen, ob es Bilder von Überwachungskameras aus dem Inneren des Clubs gibt, die die Arbeit der Behörden erleichtern könnten. Einen Einsatz dieser Größenordnung habe die Stuttgarter Polizei in der Partyszene aber „schon länger nicht mehr gehabt“, sagt Jens Lauer.

Clubbetreiber widerspricht der Polizei

Der Clubbetreiber will auf Nachfrage der Stuttgarter Zeitung nicht namentlich zitiert werden. Er sei aber mit der ersten Darstellung der Polizei überhaupt nicht einverstanden gewesen und kündigt eine offizielle Stellungnahme an, in der er sich von den Schilderungen der Polizei distanzieren will. Im Club selbst habe es nämlich nur eine Schlägerei gegeben, das meiste habe sich auf der Straße vor seiner Location abgespielt. Dass es sich bei der Auseinandersetzung um einen Konflikt zwischen Türken und Kurden gehandelt habe, könne er nicht bestätigen. Es habe sich um eine türkische Nacht gehandelt, mehr könne er nicht sagen.

Im Bosch-Areal gibt es drei Betriebe, in denen man feiern kann: Der Club Lehmann zieht mit seinen Bookings ein Techno-Publikum an, während The Paris und das Mash mit ihrem Programm sehr unterschiedliche Gäste ansprechen. Für den 26. Februar wird im Mash etwa die Veranstaltung „Mash and Friends“ angekündigt – mit dem FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner, der laut Werbeflyer an diesem Abend von 20 Uhr an die Gäste begrüßt.

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Die Arbeit der Polizei: besteht momentan nur noch darin sich um diese Konflikte zu kümmern. Letztendlich war das erhöhte Polizeiaufgebot an Fasnacht auch nur darin begründet. Auch wenn die Mehrheit sich ordentlich verhält, schafft es eine Minderheit die Gesellschaft in Unruhe zu versetzen.

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