Ausstellung in Stuttgart
Die Stadt von morgen
Erik Raidt,
30.01.2010 10:27 Uhr
Die Ifa-Galerie zeigt, wie sich Architekten die Stadt der Zukunft vorstellen. Foto: Honzera
Stuttgart - Kann eine Ausstellung zu einem besseren Zeitpunkt kommen? Die ganze Stadt diskutiert angesichts von Stuttgart 21 über Sinn und Unsinn des geplanten Tiefbahnhofs und darüber, ob sich die heutige Brache hinter dem Hauptbahnhof womöglich in ein gesichtsloses und ödes Viertel verwandeln wird. Aber wie werden die Städte der Zukunft aussehen? Wie werden wir uns in ihnen fortbewegen und wie können sie umweltschonend gestaltet werden?
Eine Ausstellung in der Ifa-Galerie am Charlottenplatz beschäftigt sich von Freitag an mit diesen Fragen und wirft einen Blick sowohl auf bodenständige als auch auf utopische Lösungsvorschläge von Architekten und Stadtplanern. "Post Oil City – Die Geschichte der Zukunft der Stadt" heißt der Titel der Ausstellung, der zunächst widersprüchlich zu sein scheint. Sie zeigt innovative Projekte aus aller Welt: neu geplante Wüstenstädte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, grenzübergreifende Projekte in China und Taiwan und ein Städtebauprojekt in Äthiopien, bei dem die Bürger ihre Zukunft wesentlich mitgestalten können.
Wer die Ifa-Galerie betritt, findet sich mitten in einem Labor wieder, in dem Ideen geboren werden, die zwar weit von der eigenen Heimat wegführen, aber dennoch inspirieren.
Was könnte beispielsweise das Stuttgarter Architekturbüro Lava zur Gestaltung des neuen Viertels hinter dem Bahnhof beitragen? Das Institut für Auslandsbeziehungen zeigt das Wirken des in Stuttgart und Sydney beheimateten Architektenteams in Abu Dhabi: Dort bauen es an Masdar City mit, einer grünen Forschungsstadt, in der die Umweltagentur der Vereinten Nationen künftig ihren Hauptsitz haben wird. Zentrale Plätze werden dabei von ein- und aufklappbaren Schirmen beschattet, die gewaltigen Pilzen ähneln. Im Untergrund sollen Elektromobile fahren, wie sie heute in ähnlicher Form bereits in Flughäfen wie London-Heathrow im Einsatz sind.
Die Städtebau-Ausstellung liefert auf zahlreichen Schautafeln und Modellen eine faszinierende Übersicht darüber, wie manche Metropolen in zehn, 20 oder 50 Jahren aussehen könnten. Damit könnte die Schau durchaus die eine oder andere Debatte auch in Stuttgart anregen. Wie mutig, wie fortschrittlich, wie umweltfreundlich soll es bitteschön bei den Planungen und Entwürfen für neue Wohn- und Geschäftsviertel zugehen?
Die Schau schärft den Blick des Betrachters: Jedes große Bauprojekt vor der eigenen Haustür wird von vielen als epochaler Eingriff empfunden – gleichzeitig entstehen in aller Welt vollständig neue Städte oder zumindest Stadtviertel, die zuvor am Computer entworfen wurden. In China und im arabischen Raum werden Städte gebaut, die nachhaltig sein sollen.
Noch liefert der Westen die Technik, aber die Schwellenländer suchen auch eigenständig nach einem Weg in die Zukunft. Der führt mitunter nach Utopia: So haben die University of Wisconsin und die Milwaukee School of Architecture das Project "Skycar City – Metropolis 2.0" entwickelt. Die Simulation entführt die Betrachter in die Zukunft der chinesischen Stadt Tianjin, in der Schritt für Schritt der gewöhnliche Automobilverkehr abgeschafft wird und ab dem Jahr 2030 fliegende Autos eingesetzt werden.
Die nicht ganz ernst zu verstehende Prognose für 2065: "Autobahnflächen werden als Bauland verkauft. Ende des Automobilverkehrs." Das wäre auch für Stuttgart mal etwas Neues: eine fliegende S-Klasse.
Post Oil City – Die Geschichte der Zukunft der Stadt. Vom 29. Januar an bis zum 30. März in der Ifa-Galerie am Charlottenplatz. Der Eintritt ist frei. Geöffnet dienstags, mittwochs, sowie freitags bis sonntags 12 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Eine Ausstellung in der Ifa-Galerie am Charlottenplatz beschäftigt sich von Freitag an mit diesen Fragen und wirft einen Blick sowohl auf bodenständige als auch auf utopische Lösungsvorschläge von Architekten und Stadtplanern. "Post Oil City – Die Geschichte der Zukunft der Stadt" heißt der Titel der Ausstellung, der zunächst widersprüchlich zu sein scheint. Sie zeigt innovative Projekte aus aller Welt: neu geplante Wüstenstädte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, grenzübergreifende Projekte in China und Taiwan und ein Städtebauprojekt in Äthiopien, bei dem die Bürger ihre Zukunft wesentlich mitgestalten können.
Wer die Ifa-Galerie betritt, findet sich mitten in einem Labor wieder, in dem Ideen geboren werden, die zwar weit von der eigenen Heimat wegführen, aber dennoch inspirieren.
Im Untergrund fahren Elektromobile
Was könnte beispielsweise das Stuttgarter Architekturbüro Lava zur Gestaltung des neuen Viertels hinter dem Bahnhof beitragen? Das Institut für Auslandsbeziehungen zeigt das Wirken des in Stuttgart und Sydney beheimateten Architektenteams in Abu Dhabi: Dort bauen es an Masdar City mit, einer grünen Forschungsstadt, in der die Umweltagentur der Vereinten Nationen künftig ihren Hauptsitz haben wird. Zentrale Plätze werden dabei von ein- und aufklappbaren Schirmen beschattet, die gewaltigen Pilzen ähneln. Im Untergrund sollen Elektromobile fahren, wie sie heute in ähnlicher Form bereits in Flughäfen wie London-Heathrow im Einsatz sind.
Die Städtebau-Ausstellung liefert auf zahlreichen Schautafeln und Modellen eine faszinierende Übersicht darüber, wie manche Metropolen in zehn, 20 oder 50 Jahren aussehen könnten. Damit könnte die Schau durchaus die eine oder andere Debatte auch in Stuttgart anregen. Wie mutig, wie fortschrittlich, wie umweltfreundlich soll es bitteschön bei den Planungen und Entwürfen für neue Wohn- und Geschäftsviertel zugehen?
Die Schau schärft den Blick des Betrachters: Jedes große Bauprojekt vor der eigenen Haustür wird von vielen als epochaler Eingriff empfunden – gleichzeitig entstehen in aller Welt vollständig neue Städte oder zumindest Stadtviertel, die zuvor am Computer entworfen wurden. In China und im arabischen Raum werden Städte gebaut, die nachhaltig sein sollen.
Gedankenspiele zur autofreien Stadt
Noch liefert der Westen die Technik, aber die Schwellenländer suchen auch eigenständig nach einem Weg in die Zukunft. Der führt mitunter nach Utopia: So haben die University of Wisconsin und die Milwaukee School of Architecture das Project "Skycar City – Metropolis 2.0" entwickelt. Die Simulation entführt die Betrachter in die Zukunft der chinesischen Stadt Tianjin, in der Schritt für Schritt der gewöhnliche Automobilverkehr abgeschafft wird und ab dem Jahr 2030 fliegende Autos eingesetzt werden.
Die nicht ganz ernst zu verstehende Prognose für 2065: "Autobahnflächen werden als Bauland verkauft. Ende des Automobilverkehrs." Das wäre auch für Stuttgart mal etwas Neues: eine fliegende S-Klasse.
Post Oil City – Die Geschichte der Zukunft der Stadt. Vom 29. Januar an bis zum 30. März in der Ifa-Galerie am Charlottenplatz. Der Eintritt ist frei. Geöffnet dienstags, mittwochs, sowie freitags bis sonntags 12 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Am 4. Februar, 17 Uhr, spricht der Lava-Architekt Tobias Walliser in der Ifa-Galerie über: "Masdar – eine Oase der Zukunft".
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Stuttgart 21
Ich finde es sehr gut, dass sie in ihrem Artikel den aktuellen Bezug zum Großprojekt Stuttgart 21 herstellen. Zudem erwähnen Sie in ihrem Artikel das international anerkannte Architektenteam von LAVA aus Stuttgart. LAVA ist weltweit an führunden ökologischen Stadtebauprojekten beteiligt. Und genau diese Architektenteam hat letztes Jahr ebenfalls einen Alternativvoschlag zu Stuttgart 21 erarbeitet. Dies sieht vor einen ökologisch und ökonomisch sinnvollen Umbau des bestehenden Kopfbahnhofs. Und meiner Meinung nach ist dieser Vorschlag auch schon nur rein optisch ein Städtebaulicher Meilenstein. Es würde mich sehr freuen, wenn sie dieses wirklich sehr interessante und visionäre Konzept - Stuttgart 22 - einer breiten Öffentlichkeit mit einem Artikel näher bringen könnten.
Stuttgart 22
Ich finde es sehr gut, das Sie im Artikel zur Ausstellung auch auf das Bauprojekt Stuttgart 21 zu sprechen kommen und den zeitlichen BEzug hierzu herstellen. Allerdings finde ich, wenn Sie in dem Artikel schon die Arcitekten von LAVA erwähnen, sollte auch mal gesagt werden, dass genau dieses Büro letztes Jahr einen Alternativvorschlag für einen modernen und Ökologischen Kopfbahnhof in Stuttgart gemacht hat. Wie sie slebst schreiben sind die Architekten von LAVA an führenden, zukunftsweisenden Projekten weltweit beteiligt. Allein schon us diesem Grund sollte es ihnen von der StZ doch ein Artikel Wert sein, das Alternativkonzept zu Stuttgart 21 - Stuttgart 22 - einer breiten Öffentlich keit vorzustellen.