Betriebsrat fordert Daimler soll mehr gegen Feinstaub tun

Von Anne Guhlich 

Auch Daimler-Mitarbeiter sollen wie Bosch-Beschäftigte an Alarmtagen ausnahmslos kostenlos den Nahverkehr nutzen dürfen.

Betriebe wie Porsche und Bosch kommen ihren Mitarbeitern an Alarmtagen entegen, damit sie ihr Auto in der Garage stehen lassen Foto: dpa
Betriebe wie Porsche und Bosch kommen ihren Mitarbeitern an Alarmtagen entegen, damit sie ihr Auto in der Garage stehen lassen Foto: dpa

Stuttgart - Die Betriebsräte des Daimler-Werks in Untertürkheim fordern, dass der Autobauer mehr tut, um der Feinstaubbelastung in Stuttgart entgegenzuwirken. „Zu einem Premiumhersteller gehören auch Premium-Mobilitätsangebote für die Mitarbeiter“, sagte Wolfgang Nieke, Betriebsratsvorsitzender des Unternehmens. „Nur dann bleibt Daimler ein Unternehmen, auf das die Bürger in und um Stuttgart stolz sind.“

Da in den kommenden Wochen wieder verstärkt mit Feinstaubalarmzu rechnen sei, sei es wichtig, dass Daimler als größter Arbeitgeber in Stuttgart mit umweltfreundlichen Fahrzeugen und Mobilitätsangeboten wahrgenommen werde.

Der Betriebsrat hat daher einen Forderungskatalog formuliert, den er nun Frank Deiß, dem Standortverantwortlichen von Untertürkheim, übergeben will.

„Die Daimler AG hat den Anspruch mit neuen Mobilitätskonzepten dem Bedürfnis wachsender Ballungsgebiete Rechnung zu tragen, Umweltbelastungen zu senken und Mobilität zu sichern“, so Nieke. Darauf habe sich das Unternehmen in den Grundsätzen zur sozialen Verantwortung verpflichtet. „Um diesem Anspruch gerecht zu werden, halten wir es für sinnvoll, die Vorschläge des Betriebsrats umzusetzen.“

Porsche verlängert VVS-Vertrag

Eine Forderung der Betriebsräte ist, dass auch die Daimler-Mitarbeiter künftig bei Feinstaubalarm kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Für die Porsche-Mitarbeiter war dies bereits in der vergangenen Feinstaubsaison von Mitte Oktober bis Mitte April möglich.

Da dies für den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden ist, war zunächst offen, ob sich Porsche und der VVS auch für die aktuelle Saison, die seit Mitte Oktober läuft, auf Konditionen einigen können. Dies sei in diesen Tagen geschehen, sagte eine Porsche-Sprecher.

„Wir haben jetzt den Vertrag mit dem VVS verlängert “, sagte der Sprecher unserer Zeitung. Der neue Vertrag trage dem erhöhten Aufwand des VVS Rechnung.

Das bedeutet, dass die Porsche-Beschäftigten ab Montag an Alarmtagen keinen Fahrschein kaufen, sondern nur ihren Mitarbeiterausweis mit sich führen müssen, um Busse und Bahnen im VVS-Gebiet nutzen zu können.

Das soll die Mitarbeiter motivieren, an Tagen mit Feinstaubalarm ihre Fahrzeuge stehen zu lassen. Die Kosten trägt der Sportwagenbauer. „Zudem haben wir beschlossen, den Zuschuss für das Firmenticket ab 1. Dezember von zehn auf 20 Euro anzuheben“, sagte der Sprecher.

Auch Mitarbeiter des Technologiekonzerns Bosch können an Alarmtagen mit ihrem Werksausweis den öffentlichen Nahverkehr nutzen.

Förderung von Radfahrern gefordert

Die Daimler-Betriebsräte fordern darüber hinaus, dass die Möglichkeiten für Menschen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, verbessert werden. Demnach ist es derzeit nicht möglich, mit dem Rad ins Werk zu fahren und es in der Nähe des Arbeitsplatzes abzustellen. Die Arbeitnehmervertreter schlagen zudem vor, ein Daimler-eigenes Angebot zum Leasing von Fahrrädern und E-Bikes einzurichten. Außerdem sollte aus Sicht des Betriebsrates der interne Werksverkehr verbessert werden.

Ein Daimler-Sprecher wies auf die zahlreichen Angebote hin, die der Konzern seinen Mitarbeitern an Alarmtagen macht: „Bei Feinstaubalarm informieren wir alle Daimler-Mitarbeiter im Raum Stuttgart“, so der Sprecher. Dabei werde unter anderem über die bei Feinstaubalarm teilweise kostenlosen ÖPNV-Fahrten über die Mobilitätsplattform Moovel und die günstigeren Tarife bei Car2go informiert.