Autoindustrie Daimler will Carsharing stark ausbauen

Von dpa 

Im Jahr 2008 hat Daimler in Ulm ein Pilotprojekt für Carsharing gestartet. Nun soll das Angebot in Nordamerika und Europa stark ausgebaut werden.

Die Mietautos von Daimler sollen künftig in noch mehr Städten verfügbar sein. Foto: dpa
Die Mietautos von Daimler sollen künftig in noch mehr Städten verfügbar sein.Foto: dpa

Stuttgart - Der Autobauer Daimler hat große Expansionspläne für seine Carsharing-Tochter Car2Go. Bis zum Jahr 2016 werde der Betrieb des Angebots mit den Miet-Smarts in 30 nordamerikanischen Städten und in 40 bis 50 Städten in Europa angestrebt, sagte Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber. „Wir verspüren ein enorm großes Interesse“, ergänzte er auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa am Rande einer Veranstaltung in Stuttgart.

In Ulm hatte Daimler 2008 Car2Go als Pilotprojekt gestartet. Zahlreiche Vertreter von Städten aus aller Welt seien inzwischen in Ulm gewesen, um sich das Projekt genauer anzuschauen. Inzwischen gibt es das Angebot den Angaben zufolge in zehn Städten Europas und den USA. Insgesamt stünden 2000 Zweisitzer des Kleinwagens Smart zur Verfügung, davon 605 mit Elektroantrieb. Die Nutzerzahlen hätten stark zugenommen, sagte Weber weiter. Ende vergangenen Jahres zählte das Konzept mit der Mietwagenflotte 60 000 eingetragene Nutzer. Das seien doppelt so viele gewesen wie Ende 2010.

Nach dem Erfolg von Daimler war auch die Konkurrenz in das Geschäft eingestiegen. Neben BMW ist auch Volkswagen in dem Bereich aktiv. Auch ausländische Hersteller setzen auf das neuartige Mietwagenkonzept. Es trägt dem Umstand Rechnung, dass vor allem jüngere Leute sich nicht in allen Fällen ein Auto kaufen wollen.

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Auch schon gemerkt?: Daimler verkauft uns die Idee des Carsharing immer noch als neu und innovativ. Dagegen wäre nichts einzuwenden, es stimmt nur nicht! Das Stadtmobil-Konzept lief nicht nur in Stuttgart schon seit Jahren sehr erfolgreich, als hoch bezahlte Daimler-Strategen damals noch von einem 'kurzlebigen Trend' sprachen. So kann man sich täuschen! Jetzt hat auch der allerletzte deutsche Autokonzern gemerkt, dass sehr viele Menschen völlig neue Mobilitätskonzepte leben. Es geht schon lange nicht mehr darum, dicke Sprit fressende und übermotorisierte Limousinen möglichst hochpreisig an den Mann zu bringen. Gefragt sind sparsame, für den Stadtverkehr geeignete und alternativ angetriebene Fahrzeuge, die Menschen in Zukunft fahren werden, wenn sie diese Wagen benötigen. Es geht um praktikable Mobilität, wobei das Automobil nur ein Baustein von mehreren sein wird. Es geht nicht mehr um die immer noch in vielen Werbespots europäischer Automobilhersteller gezeigten Pseudo-Lebensträumen von Luxus, Schnelligkeit und Mr. Protz. Das war gestern! Der Verbrennungsmotor hat bald ausgedient. Was heute noch von schmalen, superreichen Oberschichten in den Schwellenländern gekauft wird, wirkt schon fast wie ein Abgesang. Da hilft auch nicht die 101. Nobelkarosse in den Garagen der übrig bleibenden Ölscheichs.

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