Autozulieferer Althaus wird Magna-Manager
apn, vom 29.01.2010 12:56 Uhr
Frankfurt/Main - Der frühere Thüringer Ministerpräsident Dieter Althaus wechselt als Lobbyist zum österreichischen Autozulieferer Magna International. Der CDU-Politiker soll bereits ab Montag für den Konzern arbeiten, wie das Unternehmen am Freitag in Oberwaltersdorf in Österreich mitteilte. Er ist demnach für Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland und den wichtigen Magna-Kunden Volkswagen zuständig. Althaus kündigte an, sein Mandat im Erfurter Landtag Ende April niederzulegen.
Magna-Chef Siegfried Wolf erklärte in einer Mitteilung, man brauche eine "Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik". Mit seinem Engagement wolle man die Stellung von Magna in Deutschland ausbauen. "Ich freue mich, dass wir Dieter Althaus für diese wichtige Aufgabe gewinnen konnten." Der 51-Jährige erklärte, dass er Magna aus seiner Regierungszeit gut kenne und von der Firmenkultur beeindruckt sei.
Althaus wird im Magna-Büro am VW-Hauptsitz in Wolfsburg arbeiten, wie Magna-Sprecherin Edda Graf der Nachrichtenagentur DAPD sagte. "Er wird sehr viel unterwegs sein." Nach Auskunft von Magna wird Althaus in einer normalen Anstellung und nicht als selbstständiger Berater tätig sein. Sein offizieller Titel lautet Vice President.
Zwtl: Fall erinnert an Hessen
Althaus war bis zum vergangenen Jahr Ministerpräsident von Thüringen und kündigte nach starken Verlusten bei der Landtagswahl seinen Rücktritt an. Wenige Monate zuvor hatte er bei einem Skiunfall in Österreich schwere Kopfverletzungen erlitten. Bei dem Zusammenprall wurde eine Skifahrerin getötet. Der Ministerpräsident war im vergangenen Jahr einer der stärksten Befürworter einer Übernahme des Autobauers Opel durch Magna. Opel hat in Eisenach in Thüringen ein wichtiges Werk. Auch die Ministerpräsidenten der anderen Länder mit Opel-Standorten - Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen - wollten damals einen Kauf von Opel durch die Magna und die russische Sberbank erreichen und wurden dabei durch die Bundesregierung unterstützt. Der Kauf scheiterte aber überraschend am Widerstand des Opel-Besitzers General Motors.
Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Volker Hoff neuer Cheflobbyist bei Opel wird. Der frühere Staatsminister für Bundesangelegenheiten wird ebenfalls am Montag seine Arbeit bei aufnehmen und als Vice President für Beziehungen zu Regierungen zuständig sein. Er wird Opel-Chef Nick Reilly direkt unterstehen. Sein Landtagsmandat will Hoff behalten.