KommentarAzer-Liste Wozu der verbissene Kampf?

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Über die Gründe für den Schaukampf um das Dossier des ehemaligen Stuttgart-21-Projektchefs kann man nur spekulieren. Das Papier ist veraltet und zudem in weiten Teilen bereits bekannt. Wozu also dieser verbissene Kampf, fragt StZ-Redakteur Christian Milankovic

Hany Azer hat die besagte Liste vor viereinhalb Jahren verfasst. Foto: dpa
Hany Azer hat die besagte Liste vor viereinhalb Jahren verfasst.Foto: dpa

Stuttgart - Man könnte sich die Freiheit nehmen und ganz einfach fragen: Und nun? Wozu der ganze Aufwand? Die umkämpfte Liste aus der Feder von Hany Azer ist mittlerweile viereinhalb Jahre alt, der Bau von Stuttgart 21 leidlich vorangeschritten, der politische Wille zur Umkehr noch nicht einmal in Ansätzen irgendwie zu erkennen.

Beharrt das Aktionsbündnis auf das Verfahren?

Darüber hinaus genießt die Liste nicht halb den mystischen Charakter, der ihr von der Gegnerschaft des Projekts gerne zugeschrieben wird. Dazu haben die Kritiker selbst beigetragen. Bereits im Oktober 2013 haben etwa die Ingenieure 22 das vermeintliche Geheimdossier öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet. Die Analyse ist bis heute für jedermann leicht auffindbar im Internet nachzulesen. Spannend bleibt nun die Frage, ob das Aktionsbündnis weiter auf eine gerichtliche Klärung beharrt.

Auf der anderen Seite muss sich die Bahn die Frage gefallen lassen, warum sie so lange gezögert hat mit der Veröffentlichung. So ganz kann sie die naheliegende Vermutung nicht aus der Welt räumen, ihren Managern Volker Kefer und Manfred Leger den Gang in den Zeugenstand ersparen zu wollen – einen neu entdeckten Hang zur Transparenz nimmt man ihr jedenfalls nicht so recht ab.

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Die geheimnsvolle Azer-Liste: war deshalb geheimnisvoll, weil die Bahn jahrelang behauptet hat, sie sei verschollen. Jetzt, wo es ans Eingemachte geht und der Bahn eine weitere juristische Niederlage droht, hat Grube das Papier ganz plötzlich wieder gefunden und veröffentlicht, um seinen Schützling Kefer vom Gericht fern zu halten. Schließlich ist dort die Wahrheit angesagt, und wer weiß in welche Widersprüche sich Kefer dort verrannt hätte. Mit der Blitzveröffentlichung lässt sich das große Lügengebäude nun mal am besten aufrecht erhalten. ________ Bei der Bahn war immer die Rede von einem "Chancen-Risiken-Papier". Schaut man sich diese Liste nun an stellt man fest: 120 Risiken steht exakt 1 (in Worten: eine) "Chance" gegenüber. ________ Besonders bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Bekanntwerden der Azer-Liste und dem plötzlichen Ausscheiden Azers aus diesem Posten. Dass angeblich Drohungen der S21-Kritker der Grund sein sollten, wurde Azer vermutlich von der Bahn in den Mund gelegt, um bei diesem Rauswurf sein Gesicht wahren zu können. Tatsächlich gab es seitens der Kritiker keinen Grund für Anfeindungen Azers, da dieser ja auf die vielen Risiken aufmerksam gemacht hat. _______ Das frei erfundene "halb tot prügeln" eines Polizisten durch S21-Gegner oder die frei erfundenen "Pflastersteine" im Schlossgarten ändert daran nichts. Man denke nur an den von vornherein gewalttätig geplanten Polizeieinsatz im Schlossgarten (oder waren die Wasserwerfer zum Blumen gießen bestellt?), bei dem Teilnehmer einer vom GG besonders geschützten Versammlung nieder geknüppelt und mit Pfefferspray ins Gesicht und den Wasserwerfern auf Kopfhöhe malträtiert wurden. Gewalt ist jedoch nie eine Lösung, wie man beim gewaltsamen Durchdrücken von S21 oder der Bombendrohung gegen die Montagsdemo nur unschwer erkennen kann. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-bei-der-bild-zeitung-geht-drohung-ein.28b4b125-33ff-41c3-80d0-62e7bd635cf3.html

Die geheimnisvolle Azer-Liste: Wie immer blamieren sich die Gegner bis auf die Knochen, da sie vom Bau eines Großprojektes keine Ahnung haben. Es ist selbstverständlich, dass vor der Realisierung eines solchen Projektes genau geprüft wird, wo eventuelle Risiken liegen könnten. _______ Die Gegner wissen nicht, was das Wort „Risiko“ bedeutet (so wenig, wie manche Richter wissen, was „spontan“ bedeutet). _____ Mit „Risiko“ kennzeichnet man die Eventualität, dass mit einer (ggf. niedrigen, ggf. auch unbekannten) Wahrscheinlichkeit ein Schaden bei einer Entscheidung eintreten oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann – sofern man nicht im Vorfeld GEGENSTEUERT. Risiko bedeutet NICHT Gefahr, was die Gegner unterstellen und wieder einmal Äpfel mit Birnen vergleichen. _______ Um gegensteuern zu können, ist das sogen. Risikomanagement erforderlich, das die Phasen Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung und Risikokontrolle umfasst. _____Das ist der Grund, weshalb es die Liste von Herrn Azer gibt, sie ist nichts Singuläres sondern das tägliche Brot von Planern. ______Es ist zwar schwierig, einem Blinden die Farben zu erklären, aber vielleicht ist jetzt doch so manchem Gegner ein Licht aufgegangen. ______Die Liste hat auch nichts mit dem Weggang von Herrn Azer zu tun. Der hat sowohl im Spiegel, als auch in der Süddeutschen und in den StN erklärt, dass er und seine Familie bedroht wurden und er daher einen Rückzieher gemacht hat. Wenn man mitbekommen hat, wie die Gegner damals auf Herrn Azer reagiert haben, wundert einen das nicht. ______ Ein Auszug aus dem Spiegel: „„Aber Stuttgart hat ihn geschafft, vor ein paar Wochen hat er hingeschmissen, weil er seines Lebens dort nicht mehr froh wurde. ______ Er fühlte sich bedroht von der Wut der Gegner des Projekts Stuttgart 21. Am vergangenen Montag, als Azer schon nicht mehr in Stuttgart war, haben einige von ihnen einen Polizisten halb totgeprügelt. "Die neuen Ausschreitungen auf der Baustelle berühren mich zutiefst", sagt er, "Gewalt ist nie eine Lösung."………………. _____ Zudem hat er sich bald nicht mehr sicher gefühlt. Er wurde beschimpft, bespuckt, er hat ein Bild vor Augen, wie eine Horde von Inlineskatern auf ihn zuraste. Bald hatte er Leibwächter, ein Tunnelbauer mit Leibwächtern.“

Zum Glück wissen Sie ja alles allerbestens und tun so, als müssten Sie das Projekt retten, was Ihrer Meinung ja gar nicht notwendig ist - Also Herr Peter, wieso der Schaum vor dem Mund?

schaum vor dem Mund...: Ihre Wahrnehmung von Paul Peter, ist ungefähr so gut wie die von S21. Es reicht hier immer wieder den Wiederholfrager zu machen, dass nervt Menschen wie mich schon genug, man hat ständig das Gefühl in die 1. Klasse rückversetzt zu werden.... Damit könnten Sie sich zufrieden geben. Bleiben Sie bei Ihrem Leisten und vermeiden Sie es Andere zu beurteilen, Sie können es Nicht und heulen dann wieder rum, wenn andere es mit Ihnen machen.

Herr Burghart ---: Die Wahrheit tut halt weh , ... Schaum vor dem Mund haben ganz offensichtlich sie ,weil sie auf den Beitrag von Herr Peter kein vernunftiges Gegenargument anfügen können, dafür schreiben sie halt so ein sinnfreies Blech !

Begriffsklärung: „Es ist selbstverständlich, dass vor der Realisierung eines solchen Projektes genau geprüft wird, wo eventuelle Risiken liegen könnten…Mit „Risiko“ kennzeichnet man die Eventualität, dass mit einer (ggf. niedrigen, ggf. auch unbekannten) Wahrscheinlichkeit ein Schaden bei einer Entscheidung eintreten oder ein erwarteter Vorteil ausbleiben kann – sofern man nicht im Vorfeld GEGENSTEUERT…Um gegensteuern zu können, ist das sogen. Risikomanagement erforderlich, das die Phasen Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung und Risikokontrolle umfasst.“ (Ihre Aussage ).Soweit, so richtig für gängiges Vorgehen. Allerdings die sog. Azer-Liste völlig überschätzend. Die endete nämlich NACH der Risikobewertung. Mit Risikosteuerung und Risikokontrolle hatte Herr Azer schon nichts mehr zu tun. Leider- wie ich meine. Und mit einer nicht zu vernachlässigenden Wahrscheinlichkeit auch WEGEN ihr. Einen so wichtigen Planer und Entscheider zu verlieren ist für keinen Vorhabenträger leicht zu verkraften. Als nicht permanent der Öffentlichkeit Ausgesetzter ( er war schließlich nicht Projektsprecher und galt –wie jener- auch nicht gerade als zartbesaitet ) hätte ihn jeder vernünftige Bauherr gegebenenfalls weit ab von Stuttgart und/ oder im Verborgenen IM PROJEKT zu halten versucht. So bleibt von Ihrem Post, was immer bleibt-und nie fehlen darf ( alte Propagandaregel !) : „Links „ auf mediale Meinungsäußerungen, die bei Ihnen schnell zu Wahrheiten mutieren und die üblichen unqualifizierten und ungezielten Diffamierungen der „ Gegner „ ,die so schwer zu treffen sind, weil sie Kritiker sind.

schlussfolgernd...: negieren sie die Ekzesse Ihrer Mitstreiter, die u.a. auch der Herr Grube in seinem Wohnort erleben musste... Sie behaupten sogar die DB hätte den Herrn Azer verstecken sollen... Sie wissen, dass die Nachfolger keine Risikovermeidungsstrategie gefahren haben... und liefern den Grund warum Ihre Mitstreiter den Herr Azer belästigt haben, weil er gut war, für Sie sogar als Unverzichtbar gilt... Sie können alles ausser Wissenschaft ist meine Schlussfolgerung, warum weil Sie nicht objektiv sind, nicht wissen was sie wissen und was sie vermuten und viel zu sehr Gockel und zu wenig Huhn sind.

Dichtung: Wer dichtet denn da was von Mystik? Einfach mal wieder was behaupten, damit man die Kritik ins Lächerliche ziehen kann.

Mystik: Das dachte ich mir schon, dass für die Gegner das Risikomanagement ein Buch mit 7 Siegeln (= Mystik) ist.

Zuende denken: nicht EIN Risikomanagement ist für kritische Geister ein Buch mit sieben Siegeln, aber DAS Risikomanagement ( der DB AG nämlich ) resp. DAS, was selbige BISLANG im Verlauf der bauvorbereitenden Maßnahmen in Stuttgart FÜR ALLE sicht-und erlebbar an den Tag gelegt haben, schon. Man ist geneigt, es für ein Buch aus weitgehend unbeschriebenen Blättern zu halten.

Zeitlicher und kausaler Zusammenhang: Azer musste kurz nach der Bekanntwerden seines Risikopapiers gehen. Es gibt von Gegner-Seite keinen Grund, ihn aufgrund der Benennung von Risiken anzufeinden. Offensichtlich hat man von Seiten der Bahn einen Grund gebraucht, Azer von seinem Posten zu entfernen, und ihm eine Aussage nahegelegt, die Gegner seien mal wieder die bösen, um ihn intern an anderer Stelle weiter zu beschäftigen. ________ Seltsamerweise echauffieren sich die S21-Fanatiker nicht über die Bombendrohung gegen die Monatgsdemo. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-bei-der-bild-zeitung-geht-drohung-ein.28b4b125-33ff-41c3-80d0-62e7bd635cf3.html

Januar 2012 = 4 Jahre : Sagen sie mal Herr Renz , ist das gerade ihr Hobby uralt Artikel zu posten ? ... Wenn sie schon diese Bombendrohung erwähnen zu der laut Polizei damals mitteilte , das keine reale Bedrohungslage“. vorhanden sei ,so erwähnen sie auch , das in dem Artikel auch der gaz reale Angriff auf Herr Kretschnamm mittels Schuhwurf erwähnt wird !

Man: wundert sich als Leser schon sehr, dass hier reihenweise plumpeste Provokationen und unsachliche Beiträge der immergleichen S21 Gegner veröffentlicht werden. Dabei handelt es sich hier doch um ein "moderiertes" Forum.

Herr Maier, und als wie würden Sie Ihren Beitrag bezeichnen. Sachlich?

Hany Azer: ausser einigen Schlagzeilen gibt es nicht einen einzigen Beweis dafür, dass Hany Azer hingeschmissen hat, weil er bedroht worden wäre. Diese haltlose Behauptung wurde übrigens nicht von Azer selbst, sondern von seinem Arbeitgeber, der Bahn, aufgestellt und den Wahrheitsgehalt von Aussagen dieses Vereins kennt man ja bereits nur zu gut. Jeder Mensch würde übrigens in so einem Fall sofort Anzeige erstatten, zur Not auch gegen Unbekannt und vor allem dann wenn die Täter zum Kreise der S21 Gegnern gehören würden. Viel harmlosere Anschuldigungen rufen nämlich bis heute sofort die Staatsanwaltschaft auf den Plan, die dann akribisch ermittelt. Da jedoch bei der Polizei nie eine Anzeige eingegangen ist, ist es wahrscheinlicher, dass Azer wegen genau dieser Risikoliste das Handtuch geworfen hat. Menschlich absolut verständlich, denn Herr Azer hat ja im Gegensatz zu Wittke, Heimerl, Herrenknecht & Co noch eine berufliche Zukunft vor sich. Und wer will sich schon mit so einem blamablen Projekt den Lebenslauf versauen.

Hallo: Wie wärs mit einer Antwort statt der übliche text vom Band?

Sagt grad der richtige: oder gibt's aus der Jägerstraße mal was anderes als die üblichen Durchhalteparolen Marke "Vorwärts immer, rückwärts nimmer", auch wenn eine Mauer im Weg steht?

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