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Backnang Auch beim Abbruch muss die Statik beachtet werden
Frank Rodenhausen, 07.02.2012 13:36 Uhr
Noch steht das Murrtalviadukt. Foto: Stoppel
Noch steht das Murrtalviadukt. Foto: Stoppel
"Eigentlich hätte die Brücke bereits abgetragen sein sollen"
Klaus Ullrich vomRegierungspräsidium

Backnang - Im August vergangenen Jahres ist die neue Brücke über dem Murrtal bei Backnang feierlich eingeweiht worden. Seither rollt der Verkehr der B 14 über das 420 Meter lange und 25 Meter hohe Betonbauwerk. Das alte Murrtalviadukt, 1937 errichtet, im Krieg zerstört und 1949 wieder aufgebaut, hat endgültig ausgedient. Und eigentlich hätte die Beton- und Stahlkonstruktion, deren Sanierung teurer geworden wäre als der mit 15 Millionen Euro veranschlagte Neubau, bereits zum Jahresende abgerissen werden sollen.

Getan hat sich bisher aber nicht viel. Das bestätigt auch ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart, das die Maßnahme im Auftrag des Bundes koordiniert: Es sei zu Verzögerungen beim Abriss gekommen und es werde wohl noch mindestens bis zum Sommer dauern, bis das Bauwerk auch materiell in die Geschichte eingegangen ist.

Dabei war der Auftrag für den Abbruch bereits vor mehr als zwei Jahren gemeinsam mit dem Bau der Ersatzbrücke vergeben worden. Doch der von dem Bauunternehmen mit dem Abriss beauftragte Subunternehmer scheint das Vorhaben weder mit Nachdruck noch der nötigen Sorgfalt angegangen zu sein. Das Konzept sei nur zur Hälfte durchdacht gewesen, sagt Klaus Ullrich, der stellvertretende Leiter des zuständigen Baureferats im Regierungspräsidium, das Nachbesserungen gefordert hat.

Der Abriss des großen Bauwerks sei eine komplizierte Sache, bei der für jeden Zwischenschritt die veränderte Statik berücksichtigt werden müsse, sagt Ulrich. Man könne die Brücke ja schließlich nicht einfach sprengen, absägen oder umfallen lassen, sondern müsse sie Stück für Stück demontieren. Mehrere Kräne sollen die Konstruktion bis zu deren endgültigem Abtrag aufrecht halten. Die Standorte der Kräne müsse man nun erst noch mit der Stadt und den Anliegern absprechen. Erschwerend hinzu sei gekommen, dass sich einige Brückenabdichtungen als schadstoffbelastet erwiesen hätten. Sie müssten nun speziell entsorgt werden. Ullrich hofft, dass das komplette Konzept bis in zwei Wochen „endgültig ausdiskutiert“ ist. Dann könnte man im April mit dem Abbruch beginnen. Vier bis fünf Monate müsse man für die Abbaumaßnahme rechnen.

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