Backnang Das Haus der Technik könnte Ende 2013 eröffnen

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Der Förderverein Technik-Museum will rund 300 000 Euro sammlen und das alte Schulungsgebäude der Backnanger Firma Marconi umbauen lassen.

Rüdiger Kieninger möchte, dass die Techniksaurier bald umziehen. Foto: Gottfried Stoppel
Rüdiger Kieninger möchte, dass die Techniksaurier bald umziehen.Foto: Gottfried Stoppel

Backnang - Die Ehrenamtlichen sehen Licht am Ende des Tunnels. Wenn alles nach Plan laufe, dann könne das Backnanger Technikmuseum, über das seit mehr als zwei Jahrzehnten diskutiert wird, im Herbst kommenden Jahres eröffnet werden, sagt Rüdiger Kieninger. Der ehemalige Schultes von Allmersbach im Tal ist Vorsitzender des Fördervereins Technikmuseum. An diesem Tag steht er in einer alten, maroden Halle in der Mühlstraße, in der die Backnanger Techniksaurier mehr schlecht als recht untergebracht sind. Hier werkeln die ehrenamtlichen Helfer an den alten Maschinen, an betagten Fahrzeugen der einstigen Firma Kaelbel, an Webstühlen, die früher bei der Firma Adolff zum Einsatz kamen, und an Gerätschaften aus der Lederindustrie. In einem zweiten Domizil in der Stadt sind die Hinterlassenschaften der Firma Telefunken untergebracht.

Seit ein paar Wochen wird in der Murrstadt wieder einmal kontrovers über das Projekt Technikmuseum gestritten. Oberbürgermeister Frank Nopper und ein Beiratsmitglied des Vereins sind kürzlich heftig aneinander geraten. Der Schultes hatte erklärt, die Stadt könne unmöglich als „alleiniger Nachlassverwalter“ der alten Backnanger Traditionsfirmen fungieren. Helmut Adolff hatte daraufhin wissen lassen, dass er „sehr enttäuscht“ sei von Nopper. Kieninger und sein Vereinskollege Jürgen Beer wollen den Zwist nicht überbewerten. Der Streit hat das Anliegen des 2008 gegründeten Clubs aber wieder ins Bewusstsein der Bürger getragen – man könnte sagen: gerade zum richtigen Zeitpunkt. Beer, bis 2003 Vorsitzender der Geschäftsführung der Marconi Communications GmbH in Backnang, sammelt zurzeit gemeinsam mit Kieninger bei Firmen und Privatpersonen für ein Haus der Technik. Man wolle nicht „nur“ ein Museum eröffnen, sondern eine Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche auch forschen können, in der Veranstaltungen, beispielsweise Firmenpräsentationen, stattfinden – deshalb der neue Name.