Backnang Frische Trends am Barfenster

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Die Backnanger Bar Wohnzimmer wird am Rande des Gänsemarktes regelmäßig zum Schaufenster von regionalen Modeschöpfern, die dort ihre Ideen zeigen.

Junge Tänzer zeigen Foto: Gottfried Stoppel
Junge Tänzer zeigen Foto: Gottfried Stoppel

Backnang - Wer beim Backnanger Gänsemarkt über den Willy-Brandt-Platz flaniert ist, konnte Zeuge einer ungewöhnlichen Modenschau werden. Die Nachwuchstänzer der TSG Backnang führten Mode im Schaufenster der Bar Wohnzimmers auf, die direkt an den Platz grenzt. Die Besucher konnten sich in schwarzen Ledersofas vor den Schaufenstern rekeln, und Besonderheiten des heimischen Modedesigns bestaunen: Legere Herrenhemden des Labels codierbar, Homewear von „k.triny* , oder farbenfrische Sweatshirts des Labels Bullcut, als Schmuck zudem schicke Ohrausstattung der Marke Kruschtlkiste. Und all das nicht nur ausgesprochen kleidsam, sondern auch aus regionaler Produktion.

Ein Glas Bier für das Anprobieren von Herrenhemden

Initiatorin des Events ist die aus Backnang stammende Modedesignerin Claudia Fischer, die im Zuge ihrer Ausbildung in München, Berlin und Barcelona unterwegs gewesen ist, aber vor einigen Jahren gerne in die Murrstadt zurückkehrte. Sie habe, erzählt die 32-jährige, im Ausland wieder den heimischen Standort und seine klaren Regeln zu schätzen gelernt. Man könne auch als Modeschaffende hierzulande sehr wohl etwas erreichen, sagt Claudia Fischer, die ihre Designideen ganz auf Männer abgestellt hat. Ihre Herrenhemden verkauft sie unter anderem in Kneipenevents, für welche sie durch ganz Deutschland reist, und bei denen sie die Männer mit einem Glas Bier dafür belohnt, die Sachen anzuprobieren. Gefertigt werden die Hemden und Hosen in Kleinserie von ihr selbst in ihrer Einliegerwohnung im elterlichen Hausin Backnang . Dass die Modenschau in der Bar am Willy-Brandt-Platz stattfindet, ist indes kein Zufall, denn Claudia Fischer kennt den Pächter gut. „Das Wohnzimmer ist auch mein Wohnzimmer“, sagt sie.

Wie Claudia Fischer fertigt auch Katrin Rektenwald in der eigenen Werkstatt in Esslingen, allerdings für eine andere Zielgruppe: Unter dem Label „k.triny*“ fertigt die Designerin Unterwäsche und Bademoden, die dank ihrer farbenfrohen Muster gut sichtbar getragen werden können. Zwar konnte sie den jungen Tänzern ob der körperbetonten Formen gestern nicht alles aus ihrer Kollektion zum Präsentieren geben. Aber ihre so genannte Homewear, locker sitzende Wäsche zum Abspannen zuhause, bekamen die Gänsemarktbesucher dann doch zu sehen.

Bunte Schmuckteile aus Mallorca

Die drei anderen Aussteller des gestrigen Events verfolgen ihr Modedesign bisher im Nebenjob. Kordula Mot hat gestern in Backnang farbenfrohen Schmuck präsentiert, den sie in Heimarbeit im elterlichen Mehrgenerationenhaus fertigt. Das sei für sie eine gute Abwechslung, die sich auch parallel zur Betreuung ihrer 17-Monate alten Tochter organisieren lasse, sagt die 29-Jährige. Der Schmuck, den sie unter dem Namen Krutschtlkiste auch über das Internet vermarktet, ist auffällig bunt und formenreich. Einen Teil habe sie von Bastelmärkten aus Mallorca, wo sie etliche Zeit gelebt habe, erzählt sie.

Eine nicht weniger ungewöhnliche Herkunft haben die Motive, welche die in Grafenau (Kreis Böblingen) wohnende Karin Alexander unter dem Namen „Bullcut“ auf Sweatshirts und T-Shirts drucken lässt. Die kraftvollen Schnitte stammen, wie die Floristin erzählt, aus alten Aufdrucken von alten Streichholzschachten, welche ihr Großvater hinterlassen habe. Die T-Shirts des Mode-Newcomers Patrick Mergenthaler hingegen prangern Jagd und Fleischverzehr an. Der 36-Jährige ist bekennender Tierschützer und Vegetarier.