Baden-Württemberg 50.000 protestieren gegen Leiharbeit
dapd, 24.02.2011 19:03 Uhr
 Foto: dpa
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Stuttgart - Über 50.000 Menschen haben sich am Donnerstag in Baden-Württemberg an dem bundesweiten Aktionstag der Gewerkschaften gegen Lohndumping in der Leiharbeit beteiligt. Allein an Kundgebungen hätten bis zum Mittag über 30.000 Menschen teilgenommen, darunter 12.000 in
Stuttgart
, teilte die IG Metall mit. Bundesweit seien rund 210.000 Beschäftigte zu den Kundgebungen der IG Metall gekommen. Mit den Aktionen habe man auf die Notwendigkeit der Begrenzung prekärer Beschäftigung wie Leiharbeit, Befristungen und Werkverträge aufmerksam machen wollen.

So protestierten am Morgen etwa 6000 Menschen unter dem Motto "Arbeit - sicher und fair" vor dem Mercedes-Benz-Werk in
Sindelfingen
. IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann forderte, die Politik solle die Leiharbeit begrenzen: "Leiharbeit, Befristungen und Werkverträge sind kein Ersatz für feste Einstellungen, die den Menschen, gerade der jungen Generation, Perspektiven geben."

100.000 bei Leiharbeitsfirmen


Hintergrund des Aktionstags ist, dass die Leiharbeit in den vergangenen Monaten laut IG Metall und DGB zugenommen hat. Eine Umfrage der IG Metall unter 900 Betrieben der Metall- und Elektroindustrie im Land habe ergeben, dass über die Hälfte der Firmen Leiharbeiter einsetze. Inzwischen seien rund 100.000 Menschen in Baden-Württemberg bei Leiharbeitsfirmen beschäftigt. Außerdem nutzten zwei Drittel der befragten Betriebe Werkverträge. In mehr als der Hälfte dieser Betriebe würden dadurch Stammarbeitsplätze ersetzt.

Auch der DGB-Landesvorsitzende Nikolaus Landgraf kritisierte die Leiharbeit heftig. Der mittlere Bruttolohn bei Leiharbeitern in Vollzeit sei um 48 Prozent niedriger als bei normalen Vollzeitbeschäftigten mit Ausbildung. Außerdem würden drei Viertel der Leiharbeiter im Land im Niedriglohnsektor arbeiten, und jeder Achte müsse ergänzend Hartz IV beantragen.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Rainer Dulger, wies die Behauptungen der Gewerkschaften als "wirklichkeitsfremd und völlig verzerrt" zurück. In der Metall- und Elektroindustrie arbeiteten rund 95 Prozent aller Stammarbeitskräfte in Vollzeit. Der Anteil von Zeitarbeitnehmern liege bei nur 4,5 Prozent. Außerdem seien die Arbeitgeber auf die Zeitarbeit angewiesen, um Marktschwankungen ausgleichen zu können.
Kommentare (4)
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FEB
25
Harald Berner, 13:34 Uhr

Leiharbeit

Leute das geht erst in 20 Jahren wenn S21 fertig ist weil sonst wird dieser Schandfleck viel zu teuer! Nicht nur dass dieser Schokoriegel die Stadtansicht völlig zerstört, nein auch die Kosten werden galoppieren! Deswegen hart noch ein weilchen aus, solange mindestens bis Stefan Mappus seine Schäfchen und die seiner Freunde ins trockene gebracht hat! Und wenn da noch etwas da ist könnt ihr euch drum streiten!

FEB
24
Hanns, 22:30 Uhr

Eine wirkliche Demo

Endlich mal wieder eine Demo mit Sinn und Verstand. Dafür war das Demonstrationsrecht gedacht. Nicht dazu, das Minderheiten der Allgemeinheit einen bestimmten Bahnhof aufzwingen wollen.

FEB
24
solo viola, 20:23 Uhr

nur mut

freunde! wir stehen hinter euch!

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