Baden-Württemberg Regionales Armutsgefälle nimmt zu

Von red/dpa 

Auch im Südwesten gibt es Armut und soziale Ausgrenzung, obwohl Baden-Württemberg im neuesten Armutsbericht mit einer Quote von 11,4 Prozent den niedrigsten Wert aller Bundesländer aufweist.

In der Vesperkirche Stuttgart bekommen Hilfsbedürftige Mahlzeiten für ein kleines Entgelt verkauft. Foto: dpa
In der Vesperkirche Stuttgart bekommen Hilfsbedürftige Mahlzeiten für ein kleines Entgelt verkauft.Foto: dpa

Stuttgart - Obwohl Baden-Württemberg zu den stärksten und reichsten Regionen gehört, gibt es auch hierzulande Armut und soziale Ausgrenzung.

- Im neuesten Armutsbericht 2016 des Paritätischen Gesamtverbandes weist Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von 11,4 Prozent den niedrigsten Wert aller Bundesländer auf.

- Die regionalen Unterschiede sind jedoch gravierend: Der Region Rhein-Neckar mit der höchsten Armutsquote (14,9 Prozent) steht die Region Bodensee-Oberschwaben mit der niedrigsten (8,1 Prozent) gegenüber. In der Region Stuttgart ist die Quote zwar um 0,3 Punkte auf 10,8 Prozent gesunken, in der Stadt Stuttgart hingegen um 0,3 auf 11,1 Prozent gestiegen.

- Darüber, wie sich die Zuwanderung der vielen Flüchtlinge auf die Armutssituation im Land auswirken wird, gibt es bisher nur Spekulationen. Auch im Reichtums- und Armutsbericht des baden-württembergischen Sozialministeriums vom vergangenen Herbst ist die Situation der Flüchtlinge im Land nicht berücksichtigt.

- Der Reichtums- und Armutsbericht aus dem Sozialministerium konzentriert sich vor allem auf die Kinderarmut, seine Daten beziehen sich auf das Jahr 2012. Demnach galten knapp die Hälfte der Personen in alleinerziehenden Familien als armutsgefährdet - in jeder sechsten Familie im Land gab es nur einen Elternteil. Mit Bezug auf das mittlere Einkommen in Baden-Württemberg waren insgesamt knapp 15 Prozent der Menschen von Armut bedroht.