Bahn widerspricht "Keine Kostenexplosion"
rtr, vom 05.09.2010 13:53 Uhr
Berlin - Die Bahn hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen die Kosten für die im Zusammenhang mit dem umstrittenen Projekt Stuttgart 21 geplante ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse Ulm-Wendlingen völlig aus dem Ruder laufen. Eine erst Ende Juli vorgelegte aktualisierte Kostenrechnung weise Bau- und Planungskosten von rund 2,9 Milliarden Euro aus, teilte das Unternehmen am Sonntag in Berlin mit. Der Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann sagte dagegen dem "Spiegel", er gehe davon aus, dass die Strecke am Ende mehr als fünf Milliarden Euro kosten werde. Dies sind zwei Milliarden mehr als die ohnehin bereits um 865 Millionen Euro gegenüber den Ursprungskosten nach oben korrigierten gegenwärtigen Bahn-Annahmen.
Hermann berief sich auf ein Bericht eines Münchner Gutachterbüros, das die Grünen am Mittwoch vorstellen wollen. Die Bahn zog die Sachkunde der Gutachter in Zweifel: Das Büro habe bereits in der Vergangenheit Kostenberechnungen angestellt, die sich als falsch erwiesen hätten, erklärte der Konzern.
Gegen das Projekt Stuttgart 21 protestieren in der baden-württembergischen Landeshauptstadt seit Monaten zahlreiche Menschen. Umfragen zufolge könnte das umstrittene Mammut-Projekt der regierenden schwarz-gelben Landesregierung die Mehrheit bei den Wahlen im kommenden März kosten.