Stuttgart - Der VVS-Aufsichtsrat hat am Dienstag die bereits im Sommer beschlossene Tariferhöhung von durchschnittlich 2,9 Prozent auf die einzelnen Fahrscheine umgelegt. „Um eine Anpassung der Tarife kommen wir leider nicht herum“, erläuterte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler: „Wir machen das ja nicht gerne. Aber man muss auch sehen, dass das Verkehrsangebot ständig ausgebaut wird.“
Das Kurzstreckenticket wird Anfang Januar 2012 um 20 Prozent teurer. Es gilt auch wieder in der S-Bahn, den Nebenbahnen und in allen Nahverkehrszügen im Gebiet des VVS von einer bis zur nächsten Haltestelle. Bei Entfernungen über fünf Kilometer zwischen zwei Stationen muss ein normaler Fahrschein erworben werden. In Stadtbahnen und Bussen können Fahrgäste das Kurzstreckenticket weiterhin bis zur dritten Haltestelle nach dem Einstieg nutzen, sofern sie nicht umsteigen oder aber die Fahrt unterbrechen.
Hohe Preise für Kindertickets
Nach Ansicht des VVS war dieser Preisanstieg „nach sechs Jahren Preisstabilität“ erforderlich. „Trotz dieser Anhebung bieten wir nach wie vor den günstigsten Kurzstreckentarif aller deutschen Großstädte“, betont Stammler. Vor sechs Jahren sei die Kurzstrecke von 1,20 auf einen Euro gesenkt worden. Von 2012 an liege sie wieder auf dem Niveau von 2005.
Bei den Kindertickets (Einzel- und Viererkarte) steigen die Preise für eine Zone überdurchschnittlich an. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass noch mehr Kinder in den Ferien statt des Scool-Abos lieber Einzeltickets nutzten, so der VVS. Moderater zeigt sich der Verbund bei den als „besonders preissensibel geltenden Tagestickets“. Um deren Absatz zu stärken, bleiben die Preise bei der Tageskarte für ein bis zwei Zonen (6,10 Euro) und beim Gruppenticket für das gesamte VVS-Netz (17,90 Euro) stabil. Bei den Monats- und Jahreskarten gebe es bei längeren Entfernungen ab Januar nur eine mäßige Anpassung, heißt es beim VVS. Bei den bei der Kundschaft sehr beliebten 9-Uhr-Umwelt-Tickets steigen die Preise um 3,7 Prozent .
Neues gibt es beim Firmenticket: Dieses kann künftig jederzeit bestellt und der Betrag in Monatsraten abgebucht werden. Die Mindestbestellmenge wurde von 100 auf 50 Tickets reduziert. Dank eines automatisierten Online-Verfahrens wird das Bestellverfahren „entbürokratisiert“.
