Bande handelt in Fellbach mit Drogen Kokain im großen Stil vertickt

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Eine Bande muss sich vor dem Landgericht Stuttgart wegen Handels mit Drogen verantworten. Die vier Angeklagten sollen sich insgesamt 5,5 Kilogramm Kokain aus den Niederlanden besorgt haben.

Rund 5,5 Kilogramm Kokain sollen sich die Angeklagten besorgt haben. Foto: dpa
Rund 5,5 Kilogramm Kokain sollen sich die Angeklagten besorgt haben.Foto: dpa

Fellbach/Stuttgart - Eine stattliche Menge von rund 5,5 Kilogramm Kokain sollen sich die vier Angeklagten zwischen November 2014 und Mai 2015 aus den Niederlanden besorgt haben. Die Drogen sollen dann in Fellbach portioniert und anschließend an verschiedene Abnehmer verkauft worden sein. Drei Berufsrichter und zwei Schöffen gehören der 19. Großen Strafkammer des Landgerichts Stuttgart an, die über diesen Fall urteilen soll. Doch bis es so weit ist, wird es wohl noch dauern, denn der Prozess ist bis Ende Mai terminiert.

Kokain in einer Tiefgarage sichergestellt

Laut Anklage der Staatsanwalt soll sich die Bande in vier Fällen das Kokain besorgt haben. „Bei den ersten drei Taten haben wir viele Indizien aber keine harten Fakten“, sagte der Vorsitzende Richter Geiger. Bei der vierten Tat sieht das anders aus. Die Polizei konnte 1,5 Kilogramm Kokain sowie ein paar Gramm Marihuana in einer Tiefgarage in Fellbach sicherstellen. Alleine diese Tat wiegt schon schwer, das Gesetz sieht für einen Handel mit Drogen dieser Menge eine Strafe von mindestens fünf Jahren Gefängnis vor.

Als mutmaßlicher Kopf der Bande gilt Mario F. (alle Namen geändert). Er soll die Drogengeschäfte eingefädelt und das Kokain an die Abnehmer vertickt haben. Der 53-Jährige ist im Alter von 16 Jahren nach Deutschland gekommen und hat viele Jahre in dem Restaurant seiner Ehefrau als Koch gearbeitet. Nach eigener Aussage hat der Angeklagte wegen eines Hauskaufs Schulden von 280 000 Euro. Zudem räumte Mario F. ein, seit mehr als zehn Jahren regelmäßig Kokain zu schnupfen.

Angeklagter nimmt regelmäßig Drogen

Angelo D. ist bei seinen Großeltern aufgewachsen und 2010 nach Deutschland gekommen. Der 28-Jährige hat unter anderem als Pizzabäcker und Reinigungskraft gearbeitet. Er soll Mario F. beim Verkauf der Drogen geholfen haben. Bis zu seiner Festnahme habe er regelmäßig Kokain genommen und Marihuana geraucht, erklärte Angelo D. auf Nachfrage des Gerichts.

Die Befragung der Angeklagten ist sehr zeitaufwendig. Eine Dolmetscherin muss Satz für Satz übersetzen. Auch Luigi T. spricht kein Deutsch. Der 42-Jährige lebt und arbeitet in Italien. Als Lastwagenfahrer transportiert er normalerweise Lebensmittel wie Salate und Mozzarella. Seit 2013 liefert er auch Waren in Deutschland aus.

Laut Anklage soll Luigi T. gemeinsam mit seinem Bruder Pietro T. in allen vier Fällen das Kokain aus den Niederlanden nach Fellbach geholt haben. Pietro T. soll angeblich am Steuer des Lastwagens gesessen sein. Der 46-Jährige arbeitete früher als Friseur, bis er 1999 angefangen hat, als Fahrer zu arbeiten.

Die Verteidiger signalisieren Gesprächsbereitschaft

„Weil es immer Probleme wegen des Fahrtenschreibers gab, hat unsere Firma entschieden, dass zwei Fahrer im Lastwagen sitzen müssen“, erklärte Pietro T., warum er immer mit seinem Bruder unterwegs war. Ein Drogenproblem streiten er und Luigi T. ab. Sie hätten Kokain nur ab und zu aus „Jux und Tollerei“ genommen, sagen sie. Zur Sache wollten die Angeklagten keine Aussage machen. Ihre Verteidiger signalisierten Gesprächsbereitschaft. Sie wollen aber noch abwarten, was die Zeugenaussagen und die Gesprächsinhalte aus dem Protokoll der Telefonüberwachung ergeben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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