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Bankraub Räuberversteck im Haus vonVerwandten

Oliver Hillinger, 20.02.2013 12:40 Uhr

Dreimal hat der Bankräuber in der Sparkassenfiliale in Schorndorf-Weiler zugeschlagen, jetzt hat die Polizei einen 27-jährigen Fellbacher als mutmaßlichen Täter gefasst (wir berichteten). Man habe Teile der Beute in seiner Wohnung gefunden, teilte die Polizei auf Anfrage mit. Aufgrund dieser erdrückenden Beweislast habe der Mann, der arbeitslos und drogenabhängig ist, den Überfall auf die Sparkassenfiliale in Weiler am Donnerstag vergangener Woche gestanden. Die Überfälle auf dieselbe Filiale am 22. November und am 15. Januar habe er indes noch nicht zugegeben – obgleich die Bilder der Überwachungskameras einen Täter mit ähnlicher Statur zeigen, und auch das Vorgehen, nämlich das Bedrohen von Kunden mit einem Messer, jeweils ähnlich gewesen war. Man wolle wegen einer Täterschaft hinsichtlich dieser Überfälle allerdings nicht spekulieren, sagte der Polizeisprecher Klaus Hinderer. Der Großteil der Beute, bei der es sich um etliche tausend Euro gehandelt haben soll, sei in der Wohnung des Mannes nicht aufgefunden worden.

Der Räuber hat nach der Tat seinen Verwandten einen Besuch abgestattet Darstellung der Polizei

Versteck in der Nachbarschaft

„Die Ermittlungen fangen jetzt erst richtig an“, ließ die Polizei gestern verlauten. Zuklären sei beispielsweise, ob der 27-Jährige Mittäter gehabt habe. Fest steht immerhin, wohin er direkt nach der Tat geflüchtet sein muss. Er habe in Schorndorf-Weiler Verwandtschaft, der er unmittelbar nach der Tat „einen Besuch abgestattet habe“, wie es die Polizei formuliert. Erst, als das Großaufgebot der Ordnungshüter nach dem Überfall verschwunden war, und er sich sicher gefühlt habe, sei er nach Fellbach gefahren. Ob er dabei jedoch die zwischen Weiler und Fellbach verkehrende S 2 benutzt hat oder sich von einem etwaigen Mittäter chauffieren ließ, sei noch offen, erklärt der Polizeisprecher weiter.

Wie man dem Mann letztendlich auf die Schliche gekommen ist, darüber hüllen sich die Ermittler in Schweigen. Man habe „technische Vorkehrungen“ getroffen, weil zu vermuten gewesen sei, dass der Täter die selbe Filiale erneut heimsuchen werde, heißt es seitens der Polizei. Für die Vorbereitungen habe man zudem „erhebliche personelle Ressourcen eingesetzt“, sagt der Polizeisprecher, ohne sich über weitere Details auslassen zu wollen.

Filiale bleibt vorerst geschlossen

Die Filiale der Sparkasse in Weiler soll jedoch vorerst geschlossen bleiben. Lothar Kümmerle vom Vorstand der Bank sagte, das sei sowohl als Vorsichtsmaßnahme sowie als Fürsorge für die dortigen Bankangestellten zu verstehen. Der Filialleiter sei bei allen drei Überfällen in der Bank gewesen, eine Angestellte sei in psychologischer Betreuung. „Wie schwer jemand von einem solchen Ereignis betroffen ist, zeigt sich oft erst Tage später“, betonte Kümmerle.

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Filiale, die über spezielle Glasscheiben vor den Kassen verfügt, seien aus seiner Sicht jedoch ausreichend gewesen. Zudem habe das Personal eine Schulung für solche Vorkommnisse erhalten. Alle Beschäftigen hätten sich korrekt und den Vorschriften entsprechend verhalten, sagte der Sparkassenvorstand.