Barrierefrei durch Stuttgart-Vaihingen Verwaltung markiert Treppenstufen

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Für Menschen mit einer Behinderung soll es weniger Stolperfallen geben. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat veranlasst, dass auch der Haupteingang des Alten Friedhofs in Stuttgart-Vaihingen noch einmal unter die Lupe genommen wird.

Bislang müssen gehbehinderte Menschen den Hintereingang benutzen, um auf den Alten Friedhof an der Holzhauser Straße zu gelangen. Foto: Sandra Hintermayr
Bislang müssen gehbehinderte Menschen den Hintereingang benutzen, um auf den Alten Friedhof an der Holzhauser Straße zu gelangen. Foto: Sandra Hintermayr

Vaihingen - Es ist ein weiterer kleiner Erfolg für die Gruppe Barrierefreies Vaihingen und den Bezirksbeirat. In der jüngsten Sitzung des Vaihinger Gremiums verkündete Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt, dass die Verwaltung auf den Antrag eingehe und wo möglich Markierungen an Treppenstufen von öffentlichen Gebäuden anbringe. Diese helfen sehbehinderten Menschen dabei, die einzelnen Stufen besser zu erkennen. In dem Antrag hatten die Lokalpolitiker unter anderem das Vaihinger Rathaus, die Alte Kelter und das Häussler-Bürgerforum genannt.

Für das Bürgerforum ist das Amt für Liegenschaften und Wohnen zuständig. Der Amtsleiter Thomas Zügel schreibt in seiner Antwort an den Bezirksbeirat, dass das Anbringen entsprechender Markierungen im Innenbereich veranlasst werde. Schwieriger ist das bei der Rathaustreppe. Zügel schreibt, dass das zuständige Hochbauamt bereits beauftragt worden sei. Die Verwaltung müsse aber noch prüfen, ob die Markierungen an den Treppenstufen vor dem Hintergrund des Denkmalschutzes möglich seien. Für den Treppenaufgang vom Rathausplatz zur Alten Kelter ist das Tiefbauamt zuständig. Von dort hat der Bezirksbeirat aber noch keine Antwort bekommen. Jedoch: „Sofern auch der Zugang zum Haus betroffen ist, fällt dies in unseren Zuständigkeitsbereich und wird entsprechend veranlasst“, schreibt Zügel.

Fotos von Stolperfallen

Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe Barrierefreies Vaihingen zu mehreren Rundgängen eingeladen. So wollten die Mitglieder eruieren, wo im Stadtbezirk es buchstäblich Stolperfallen für Menschen mit einer Behinderung gibt. Die Grünen Bezirksbeirätin Gabriele Leitz, der Vaihinger Behindertenbeauftragte Ivo Josipovic und ihre Mitstreiter machten Fotos von den betreffenden Orten. Darunter sind zum Beispiel auch die Treppen zur Unterführung am Vaihinger Bahnhof und die Treppen am S-Bahnhalt Österfeld. Auch dort fehlen die eigentlich gesetzlich vorgeschriebenen Markierungen an den Stufen. Bislang haben sich die dafür zuständigen Stellen aber noch nicht geäußert.

Künstler hat Entwurf erarbeitet

Doch es gibt noch eine weitere positive Nachricht. Schon seit Langem fordern der Bezirksbeirat und die Gruppe Barrierefrei, dass der Haupteingang am Alten Friedhof an der Holzhauser Straße auch von Menschen mit Rollator oder im Rollstuhl genutzt werden kann. Bisher müssen diese den Hintereingang nehmen, der Weg führt dann vorbei an Gartengerätschaften und Grünabfällen. Das sei für Trauergäste unzumutbar, findet die Gruppe. Der Vaihinger Künstler Harald Marquardt erarbeitete einen Entwurf für einen barrierefreien Haupteingang. Doch die Verwaltung lehnte ab und verwies auf den Denkmalschutz.

Bei der Einwohnerversammlung im März kam das Thema noch einmal zur Sprache. Oberbürgermeister Fritz Kuhn versprach, sich der Sache anzunehmen. Und er hielt Wort: „Wir haben Bescheid bekommen, dass die Angelegenheit noch einmal geprüft werde“, sagt Gabriele Leitz.

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