Basketball Bundesliga Basketballer setzen auf Wachstum
Florian von Stackelberg , 23.01.2012 07:03 Uhr
Beim All-Star-Spiel waren 4150 Fans in der ausverkauften Arena Ludwigsburg. Foto: dapd
Beim All-Star-Spiel waren 4150 Fans in der ausverkauften Arena Ludwigsburg. Foto: dapd
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Ludwigsburg - Die langen Kerls der Beko Basketball Bundesliga (BBL) planen Großes. Am Samstagnachmittag, im Rahmen des All-Star-Spiels verkündete der BBL-Geschäftsführer Jan Pommer, was unter Basketballkennern schon länger die Runde macht: Die deutsche Bundesliga hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 die beste nationale Liga im europäischen Basketball zu werden - nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich, in der Medienreichweite und in der Attraktivität des Wettbewerbs.

"Wir haben großen Rückstand auf die spanische Liga ACB, aber wir sind die Liga, die sich am schnellsten entwickelt", sagte Jan Pommer. Das lässt sich auch in Zahlen belegen. Der Zuschauerzuwachs im Gegensatz zur Hinrunde der Saison 2010/11 beträgt rund 15 Prozent. Die durchschnittliche Zuschauerzahl in der BBL steigerte sich damit auf 4246 Besucher pro Spiel - Nummer drei in Europa.

Beim All-Star-Spiel selbst waren es 4150 Fans in der ausverkauften Arena Ludwigsburg, die den Lokalmatador Donatas Zavackas im Drei-Punkte-Wettbewerb gewinnen sahen. Sein Teamkollege Johannes Lischka erlebte dagegen einen schlechten Abend. Seine Mannschaft "Team National" verlor gegen die Auswahl des "Teams International" mit 84:89 (46:39). "Johannes hatte heute viel Spaß. Das ist das Wichtigste bei so einem Spiel", sagte Ludwigsburgs Trainer Steven Key.

Die Basis für das große Vorhaben scheint gelegt

Für Jan Pommer war es ein gelungener Abend, auch weil das Interesse an Basketball in Deutschland durch dieses Showevent weiter gestiegen sein dürfte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Interesse am Basketball in Deutschland, laut eines Marktforschungsinstituts, um 15 Prozent. Und zwar in allen Bereichen: gestiegene TV-Einschaltquoten, mittlerweile fast 120.000 Zuschauer pro Liveübertragung, gestiegene Klickzahlen im Internet auf der BBL-Homepage und immer mehr Facebook-Freunde machen der Liga Mut.

Um das ehrgeizige Ziel bis 2020 erreichen zu können, muss im deutschen Basketball aber noch viel passieren. Ein Financial-Fairplay (bei dem ein Club nur so viel ausgeben darf, wie er einnimmt) soll laut Pommer mittelfristig im europäischen Basketball ins Lizensierungsverfahren aufgenommen werden. Damit könnten die gut wirtschaftenden deutschen Mannschaften sportlich an Boden gewinnen und auch international mitmischen. Denn Pommer weiß nur zu gut: "Was uns fehlt, ist der Spitzenerfolg, den brauchen wir noch dringend." In der Tat, denn die in der BBL dominierende Mannschaft der Brose Baskets Bamberg scheiterte auch dieses Jahr bereits in der Gruppenphase der höchsten europäischen Spielklasse, der Euroleague.

Die Basis für das große Vorhaben der BBL scheint gelegt. Nicht zuletzt, weil die Aufsteiger Würzburg und München viel Professionalität in die Liga bringen. Dazu kommen neue Hallen, wie in Ulm. Pommer sagt: "Unsere Kernaufgabe ist, mehr Leute an den Basketball heranzuführen."

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