Basketball-Bundesliga Ludwigsburg legt den Fluch ab
Florian von Stackelberg, 04.12.2011 09:00 Uhr
 Foto: baumann
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Ludwigsburg - Die Basketballer der EnBW Ludwigsburg gestalteten den Anfang der Partie ganz nach ihren Vorstellungen. Sehr gute Verteidigung und eine geordnete Offensive verhalfen den Schwaben zu einer frühen Führung gegen die Gäste vom TBB Trier. Vor allem die Vertretung von dem verletzten Ludwigsburger Spielmacher Jerry Green, Mark Dorris, spielte in den ersten Minuten stark auf und führte die Hausherren zum 13:2 Zwischenstand. Trier-Coach Henrik Rödel nahm daraufhin eine Auszeit um seine Mannschaft wieder zurück in die Erfolgsspur zu führen. Trier kam dann besser ins Spiel und konnte vor allem durch Punkte von Maik Zirbes wieder näher an die Schwaben heran kommen.

Ludwigsburgs Trainer Markus Jochum reagierte auf die kurze Schwächephase seiner Mannschaft ebenfalls mit einer Auszeit, knapp drei Minuten vor Ende des ersten Viertels. Doch die schlechte Phase der Schwaben riss nicht ab. Nur 40 Sekunden später musste Jochum seine zweite Auszeit nehmen um Taktiken gegen die sehr starke Trier Verteidigung aufzuzeigen. 19:22 war der Spielstand, mit dem es in den zweiten Spielabschnitt ging.

Center-Duo hält Ludwigsburg im Spiel

Ein Drei-Punkt-Spiel im Angriff und zwei Blocks in der Verteidigung von Kurt Looby läuteten das zweite Viertel für die Ludwigsburger spektakulär ein. Die Führung war wieder hergestellt. „Kurt war heute eine Macht unter dem Korb“, sagte Jochum. Ballverluste prägten jedoch die nächsten Angriffen der Schwaben und so kam Trier zur 25:29-Führung in der Mitte des Spielabschnitts. Beide Teams hatten nun zunehmend Probleme Ordnung in ihr Offensivspiel zu bringen, was zu geringen Trefferquoten führte. Doch der stark aufspielende Kurt Looby übernahm zusammen mit Center-Kollege John Bowler die Verantwortung. Beide punkteten kurz vor der Pause und brachten die Hausherren in Führung.

Der Trierer Philip Zwiener rette im letzten Angriff der ersten Halbzeit durch einen verwandelten Wurf die knappe 34:35-Gästeführung in die Pause. „Es gibt Spiele, wo Philip heiß ist. Insgesamt vom Team her war es nicht genug“, sagte Trier-Coach Rödl nach dem Spiel.

John Bowler bringt mit Einsatz die Arena zum Kochen

Die zweite Halbzeit sollte für die Ludwigsburger schlecht beginnen, fünf Punkte in Folge gelangen den Trieren, bis sich Spielmacher Mark Dorris ein Herz fasste und einen Drei-Punkte-Wurf zum 37:41 verwandeln konnte. Ein weiterer verwandelter Dreier von Donatas Zavackas und ein darauffolgender Dunking von John Bowler bedeuteten dann den schnellen Ausgleich. Ludwigsburg war nun besser im Spiel und kam durch Schnellangriffe zu einfachen Punkten, konnte sich sogar die 49:46 Führung sichern, bevor Rödl sich entschied den Lauf der Hausherren durch eine Auszeit versuchen zu unterbrechen. Das Spiel wurde jetzt kampfbetonter. Hauptsächlich war es der Ludwigsburger Routinier Bowler, der jedem Ball nachjagte. Mit seinem Einsatz riss der US-Amerikaner die gesamte Arena mit, die die Ludwigsburger mit einer 56:48-Führung in die Pause vor dem letzten Spielabschnitt gehen sah. „Wir haben sehr gut Würfe herausgespielt, was wir den letzten Spielen nicht geschafft haben“, sagte der Ludwigsburger Trainer.

Gute Verteidigung im Schlussviertel sichert den Erfolg

Alex Harris war es, der mit einem Drei-Punkte-Wurf das letzte Spielviertel einläutete. Doch der Trierer Dru Joyce traf ebenfalls und holte die Führung zurück (59:51). Nach einem sehr verteidigungsintensiven Anfang des vierten Viertels nahm Jochum knapp sechs Minuten vor dem Ende eine Auszeit. Die Schwaben kamen besser zurück aufs Feld und gingen durch einen verwandelten Wurf von Zavackas vier Minuten vor Spielende mit 63:53 in Führung.

Die weiterhin intensive Verteidigung der Ludwigsburger machte es Trier schwer, zu Punkten zu kommen. Der Litauer Zavackas war es auch, der die Ludwigsburger Führung durch einen erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf auf 68:57 zwei Minuten vor Schluss erhöhte. Nach einer Auszeit von Gästetrainer Rödl ließ dann Aufbauspieler Dorris durch zwei verwandelte Freiwürfe zum 72:61 keinen Zweifel mehr am Ludwigsburger Sieg. „Ich war heute sehr zufrieden mit den Vertretern von Jerry Green, vor allem mit Mark“, sagte Jochum nach dem Spiel. Obwohl der Trierer Joyce noch einmal einen Drei-Punkte-Wurf im Korb versenken konnte gewannen Ludwigsburg dank eines großen Kampfes mit 77:64. „Es war ein riesengroßer Schritt für unser Selbstvertrauen. Es ist jetzt eine ganz andere Grundstimmung. Da ist jetzt keine Party im Gange, aber heute ist die Stimmung in der Kabine sehr gut“, sagte Jochum nach Spielende.

Stimmen:
Henrik Rödl: "Meine Mannschaft hat sehr gut gekämpft war aber leider etwas glücklos. Ludwigsburg hat den Sieg verdient, Sie haben auch sehr gut getroffen."
Markus Jochum: "Das Selbstvertrauen kann man sich nur holen in Spielen, die zählen. Wir haben von Anfang an sehr aggressiv und intensiv gespielt. Dadurch konnten wir dran bleiben. So konnten wir in Spiel finden."

Ludwigsburg:
Dorris (14), Harris (13), Bowler (12), Zavackas (12), Greer (11), Looby (8), Lischka (7)

Trier: Zwiener (22), Joyce (15), Bynum (9), Zirbes (9), Seiferth (4), Linhart (3)
Schiedsrichter: Lottermoser, Michael, Krüper
Zuschauer: 2747

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