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Ob Bryant, Günther, Mason-Griffin oder Co., die Ulmer Stärke zeichnet sich auch darin aus, dass das Team auf mehrere Schultern verteilt punktet, gegen Oldenburg schafften am Ende sieben Spieler mehr als acht Zähler. Der zusätzliche Schub, den die Ulmer nun durch ihre neue Halle erhalten, war besonders im dritten Durchgang zu sehen. In diesem enteilten die Schwaben auf 19 Punkte - weil sie fast Alles trafen und der frenetische Jubel das Selbstvertrauen für den nächsten Versuch dann nochmal potenzierte.
Und das klappte, obwohl der Aufbauspieler Isaiah Swann an diesem Abend seinen Wurf nicht fand, jedoch eben andere das kompensierten. Aus Swanns Leistung lässt sich aber eine weitere Stärke der Schwaben herauslesen. Der US-Amerikaner ließ sich von seinen schlechten Abschlüssen nicht beirren und überzeugte dafür mit sechs direkten Punktvorlagen, in der Fachsprache Assists genannt. Leibenaths Profis verfallen bisher in keine Krisen, sind mental stark, haben Spaß.
Die 33 Punkte der Gäste aus Oldenburg im Schlussviertel ließen sich anschließend auf die abnehmende Konzentration zurückführen, nachdem das Spiel bereits entschieden war. Aber auch die Ulmer selbst erzielten 32 Zähler, was wiederum auf die nachlassende Aggressivität in der Oldenburger Verteidigung zurückzuführen ist. Dieser Abschnitt eignet sich dennoch als Indiz für den schwäbischen Erfolg.
Dem Erwartungsdruck mit Bravour standgehalten
Der Trainer Leibenath wurde nicht müde, seine Profis von der Seitenlinie aus anzufeuern, nach vorne zu schreien, wild mit den Armen herumzufuchteln und sagte hernach: „Ich erwarte von meinen Spielern eine hohe Intensität, also muss ich sie auch selbst vorleben.“ Ein „Problem“ machte der Trainer dann aber doch noch aus. „Es ist schade, dass ich Per und Tommy nicht mehr Spielzeit geben kann“, sagte Leibenath und bezog sich auf die gute Leistung seiner beiden Guards Per Günther und Tommy Mason-Griffin.
Das aber ist nun wirklich ein Luxusproblem, mit dem er wohl gut leben kann. Bei all den positiven Nachrichten von der Premiere in der neuen Halle sollte aber nicht vergessen werden, dass Oldenburg durch die Teilnahme in der Eurochallenge drei englische Wochen vor dem Auftritt in Ulm hatte und daher am Samstag ausgelaugter war als der Gastgeber. Nichtsdestotrotz ist der deutliche Erfolg gegen ein Spitzenteam der Basketball-Bundesliga hoch zu bewerten.
Schließlich haben die Ulmer dem internen und externen Erwartungsdruck, das erste Spiel in der neuen Halle unbedingt zu gewinnen, mit Bravour standgehalten - und somit auch der jüngsten Ansage des Geschäftsführers Thomas Stoll: „Wir wollen natürlich irgendwann die Meisterfeier auf dem Münsterplatz haben.“ Mit Leistungen wie gegen Oldenburg wäre das zumindest schon in naher Zukunft nicht mehr utopisch. Und was die Endrunde betrifft, da wäre gegenwärtig nur noch das Verpassen der Play-offs überraschend.

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