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Stuttgart - Ein guter Planer rechnet mit allen Widrigkeiten - beispielsweise mit anhaltendem Regen, weshalb für das gestrige Stadtteilfest im künftigen Wohnareal am Kochenhof rechtzeitig noch weiße Partyzelte für die interessierten Bürger aufgestellt worden sind. Mehr als 7000 Einladungen waren im Vorfeld vom Büro des Salzburger Investors Franz Fürst im Stuttgarter Norden verschickt worden.
Dieser hatte am Mittwoch allen Grund, zu einer Feier mit viel Sekt, Bier und gebratenem Ochsen einzuladen: Nach knapp vierjähriger Planung und einigem Umdenken und Abwägen ist auf dem Gelände der alten Stuttgarter Messe der Grundstein für das neue Stadtteilzentrum am Kochenhof gelegt worden. "Ich widme diese Gebäude allen, die sie benutzen und besuchen werden, die hier einkaufen, genießen, erleben, denken und wohnen werden", sagte Fürst bei dem Festakt auf dem Killesberg, an dem auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, Finanzbürgermeister Michael Föll (beide CDU) und Baubürgermeister Matthias Hahn (SPD) sowie die Pfarrer der evangelischen Brenzkirche und der katholischen Gemeinde St. Georg teilnahmen.
Die Architektur der Bauhauszeit wird aufgenommen
Rund 160 Millionen Euro sind für das Stadtteilzentrum veranschlagt, Generalunternehmer für das Projekt ist die in Stuttgart ansässige Züblin AG. Geplant sind unter anderem Büros, Geschäfte, Restaurants, ein Ärztezentrum und knapp 80 hochwertige Eigentumswohnungen in sieben Gebäuden, die an der Stresemannstraße liegen und überwiegend auf die Seite des Höhenparks ausgerichtet sind. Dazu kommt unter anderem noch eine Kindertagesstätte, die von Chipperfield Architects geplant wird. Rund die Hälfte der Wohnungen sind laut Investor bereits verkauft, zudem seien auch bereits 70 Prozent des Gewerbes und die Gastrobetriebe vergeben. So wird etwa der Stuttgarter Gastronom und Architekt Gregor Scholz, der unter anderem das gleichnamige Café am Marktplatz betreibt, am Eingang zum Höhenpark ein Restaurant und zudem auch eine Eisdiele eröffnen.
Er sei sich von Anfang an bewusst gewesen, so Fürst, dass in so unmittelbarer Nähe zur historischen Weißenhofsiedlung der Anspruch an die Ästhetik der Gebäude entsprechend hoch sei. Daher habe man viel Wert darauf gelegt, die Architektur der Bauhauszeit aufzunehmen. Zudem seien die verschiedenen Ensembles des Stadtteilzentrums, etwa die Terrassenhäuser oder die Stadtvillen, wie die Weißenhofsiedlung auch von verschiedenen bekannten Architektengemeinschaften geplant worden. Etwas betrüblich findet der Investor, der unter anderem auch das Quartier Bruderhof in der Salzburger Altstadt entwickelt hat, dass das Land aus finanziellen Gründen nicht bereit war, im geplanten Neubau an der Stresemannstraße Räume für die benachbarte Akademie der Bildenden Künste anzumieten, um dort ein Institut für Kunsttechnologie gründen zu können. "Schade, der Bedarf wäre da gewesen", so Fürst.
