Bauarbeiten in Gerlingen Ukrainischer Granit kommt in die Stadt

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Der Auftrag zur Sanierung des Kelterplatzes ist vergeben. Nach den Konfirmationen geht es im Mai los. Jetzt ist auch entschieden, welcher Stein verlegt wird.

Auf dem Kelterplatz sind auch vor dem Eingang zur Petruskirche (im Vordergrund) viele Steinmuster zu sehen gewesen. Der Kastanienbaum soll erhalten bleiben. Foto: factum/Granville
Auf dem Kelterplatz sind auch vor dem Eingang zur Petruskirche (im Vordergrund) viele Steinmuster zu sehen gewesen. Der Kastanienbaum soll erhalten bleiben. Foto: factum/Granville

Gerlingen - Was lange währt, wird endlich zur Baustelle – diese Abwandlung eines alten Sprichwortes könnte als Motto über den Arbeiten stehen, die in wenigen Wochen an einem zentralen Ort in Gerlingen beginnen sollen: Der Kelterplatz wird saniert. Ende Mai, nach drei Konfirmationssonntagen in der Petruskirche, soll es offiziell losgehen. So hat es die Stadtverwaltung mit der evangelischen Kirchengemeinde und den anderen Anliegern besprochen, und so lautet auch der Auftrag, den der Technische Ausschuss des Gemeinderates jetzt an eine Firma aus Backnang (Rems-Murr-Kreis) vergeben hat. Acht Mitbewerber hatten das Nachsehen. Bis zu den Sommerferien sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Das Ganze soll gut 413 000 Euro kosten.

In diesem Preis ist unter anderem die Neugestaltung des Bodenbelags enthalten, der bis zum Eingang des Friedhofes, der Kirche, und bis zum Gemeindehaus der Petruskirchengemeinde, dem Petrushof, reichen wird. Die Treppe an der Mauer zum Kirchgarten wird ebenso neu gemacht wie der Aufenthaltsbereich davor. Die Petrusgemeinde werde einen Anteil in Höhe von 50 000 Euro an den Kosten übernehmen, sagte der Stadtbaumeister Thomas Günther den Stadträten – ein Teil der Flächen sei auf deren Grund und Boden.

Baum soll erhalten werden

Es sei ein Ziel, den Kastanienbaum im hinteren Bereich des Platzes zu erhalten. Eine Untersuchung während der Planungsphase hatte ergeben, dass der Baum, obwohl etliche Jahrzehnte alt, noch eine Chance zum Weiterleben habe. In diesem Bereich werde extra der Boden von Hand ausgehoben, um die Wurzeln so wenig wie möglich zu schädigen. Es könne aber durchaus sein, dass der Baum die Bauarbeiten trotz aller Bemühungen nicht überlebe, meinte Günther. Ein Artgenosse im vorderen Teil des Platzes wurde, weil er morsch war, schon vor Wochen gefällt.

Als Bodenbelag wird nach langem Hin und Her ein Granitstein aus der Ukraine namens Rosso Santiago verlegt. Während des Planens gab es immer wieder neue Anregungen, welchen Stein man bestellen solle: aus verschiedenen europäischen Steinbrüchen, etwa aus Schweden, oder aus China. Immer wieder spielten dabei auch ökologische, finanzielle und sozialpolitische Aspekte eine Rolle – etwa die Kinderarbeit in China, die die Gerlinger Stadträte nicht unterstützen wollen. Der schwedische Granit sollte 240 Euro, der aus der Ukraine 150 Euro pro Quadratmeter kosten.

Zweiten Gehsteig abgelehnt

Während der Planungsphase war 2015 und 2016 auch über eine Idee aus dem Rathaus diskutiert worden: Bürgermeister und Stadtbauamt hatten vorgeschlagen, mit der Umgestaltung einen zweiten Fußgängerweg an der Weilimdorfer Straße zu bauen. Dieser sollte die Barrierefreiheit für Fußgänger, Kinderwagen-, Rollator- oder Rollstuhlnutzer verbessern. Vorgeschlagen war zuerst eine Rampe, dann ein Gehweg. Trotz heftigen Werbens des Bürgermeisters Georg Brenner lehnten die Stadträte letztlich diese Möglichkeit ab – der vorhandene Gehweg auf der Seite des Stadtmuseums reiche aus, meinten sie.

Die Bauarbeiten sollen nach den Konfirmationen in der Petruskirche beginnen, die in diesem Jahr am 30. April, 14. und 21. Mai stattfinden. Die Stadt habe zugesagt, so Pfarrer Jochen Helsen, dass während der Bauzeit ein Zugang für Fußgänger über den Platz zur Kirche und zum Gemeindehaus gewährleistet sei. „Gottesdienste und Trauerfeiern sollen weiter in der Petruskirche stattfinden können.“ Falls die Baustelle zu laut werde, denke man darüber nach, zum Schutz der Mitarbeiterinnen die Öffnungszeiten des angrenzenden Gemeindebüros zu ändern, erläuterte Helsen. Details stimme man mit der Baufirma ab.