Bauarbeiten "S-Bahn-Takt völlig zerstört"
Wolfgang Schulz-Braunschmidt, 06.07.2010 15:49 Uhr
Nach Meinung des Verkehrsclubs Deutschland hat Stuttgart 21 den S-Bahn-Takt und damit das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Stuttgart zerstört. Foto: Steinert
Nach Meinung des Verkehrsclubs Deutschland hat Stuttgart 21 den S-Bahn-Takt und damit das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs im Großraum Stuttgart zerstört. Foto: Steinert


"Die Bahn muss jetzt umgehend alle Fakten zur S-Bahn-Panne auf den Tisch legen", fordert die Linke im Regionalparlament. Man habe für den Verkehrsausschuss einen umfangreichen Fragenkatalog zur S-Bahn-Panne vorbereitet.

"Dieses Thema beschäftigt uns sehr stark", betont VRS-Sprecherin Dorothee Lang. Man sei mit dem Vertragspartner Bahn in engem Kontakt. Auch der Verkehrsausschuss werde sich mit dem Thema beschäftigen. Dazu lägen zwei umfangreiche Anträge der Grünen und der Linken zum Thema vor. "Das technische S-Bahn-Problem kann aber nicht von uns gelöst werden", so Lang. "Leider zeichnet sich ab, das es keine rasche Lösung geben wird."

Weitere Einschränkungen bei der S-Bahn in Sicht


Die Bahn hat am Montag weitere Einschränkungen bei der S-Bahn bekanntgegeben: Wegen Gleisarbeiten könnten stadteinwärts fahrende S-Bahn-Züge vom 9. Juli (von 20.45 Uhr an) bis zum 11. Juli 2010 (bis Betriebsschluss) nicht an der Station Nordbahnhof halten. Betroffen seien die Linien S4, S5 und S6. Die stadtauswärts fahrenden S-Bahnen hielten hingegen alle an der Station Nordbahnhof.

Fahrgäste zum Nordbahnhof können laut Bahn vom Feuerbacher Bahnhofsvorplatz aus die Stadtbahn U6 benutzen. Für die Fahrt vom Nordbahnhof in die Innenstadt könne man auf die U15 ausweichen.
Kommentare (69)
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JUL
13
Micha, 11:20 Uhr

Boykott? Find ich gut!

Ich find's gut, daß immer mehr Leute DB, VVS und SSB boykottieren wollen, ihre Zeitkarten zurückgeben und/oder nicht erneuern werden. "Kein Geld mehr" ist die einzige Sprache, die diese Möchtegern-Manager verstehen. Es ist jetzt schon abzusehen, daß die Fahrpreise dann eben zum Jahreswechsel doppelt angehoben werden, was aber nur wieder zum weiteren Kundenschwund führen wird. Die Deutsche Bahn und auch die Stuttgarter Verkehrsbetriebe sind einfach auf beiden Augen blind und erkennen nicht, daß ihr größtes Kapital die Menschen sind, die sie grad vergraulen. Ich mache inzwischen um ganz Stuttgart einen großen Bogen und meide ganz bewußt den Stuttgarter Einzelhandel. Eingekauft wird schon seit einiger Zeit nur noch außerhalb von Stuttgart. In der letzten Zeit hab ich auch schon mehrere andere Leute getroffen, die lieber einen Umweg ins Umland in Kauf nehmen, als in Stuttgart auch nur einen Euro liegen zu lassen. Es gibt also schon genug Menschen, die von Stuttgart die Schnauze voll haben. Sollen in Stuttgart in den nächsten Jahren meinetwegen die Geschäfte reihenweise zu machen. Bedanken dürfen sich die Geschäftsleute beim Cleverle Schuster.

JUL
13
Dragut, 11:01 Uhr

Fahrgastverweigerung

Es freut mich, dass wohl einige aufgrund der im Zusammenhang mit S21 stehenden chaotischen Verhältnisse nun ihre Zeitkarten nicht mehr erneuern, bzw. zurückgeben wollen. Auch ich habe mich entschlossen, selbst als eingefleischter S-Bahnfahrer, dieses Spiel nicht länger mit zu machen und mich als Fahrgast zu verweigern. Es ist eine Unverschämtheit, was uns als Fahr"GÄSTEN" von den Betreibern zugemutet wird und die Einschränkungen haben gerade erst begonnen. Nicht erst durch S21 verursacht, sondern durch die jahrelange Vogel-Straus-Politik und nicht zuletzt durch die Privatisierung der Bahn kollabiert nun ein marodes System. Meine 1.142,- €, die der Banh zukünftig jährlich fehlen werden, sind sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber das Ganze mal tausend genommen ist immerhin schon ein ordentlicher Betrag. Ich hoffe, dass sich noch viele zur "Fahgastverweigerung" entschließen und sich damit gegen diese Unverschämtheit zur Wehr setzen.

JUL
12
SEPP, 12:48 Uhr

Ganz schön viele Unterstellungen Herr/Frau JAKUTZI

Macht nicht gerade Lust, mit Ihnen zu diskutieren. Aber um mal sachlich zu bleiben: wieso höre ich immer wieder, wenn es um Zeitverkürzungen geht, den Bahnhof Flughafen? Ich gebe zu, die Errichtung dieses wird dem Flughafen samt der Messe und Bernhausen Vorteile bringen. Wobei ich auch gehört habe, dass der Fernbahnhof recht weit vom Flughafen liegen soll. Auch die Verbindung zur Region TÜ/RT soll sich verkürzen. Aber ist dass alles? Was ist mit Backnang, Remstal, LB, Filstal? Und bitte von STUTTGART aus. Des weiteren habe ich Zweifel ob die Fahrzeit das alleinige Merkmal für die Attraktivität der Bahn ist. Ob da nicht weitere Faktoren wie die Taktfrequenz, die Weiterreise und letztendlich der Preis eine Rolle spielen könnte? Und genau da sehe ich die Gefahr der Verschlechterung aufgrund steigenden Trassenpreise und fehlenden Mitteln des Landes. Und wenn auch noch mit der Pünktlichkeit nicht klappt und im Bahnhof regelmäßig zu Gedränge kommt, dann werden die Leute wohl wieder aufs Auto steigen. Nein ich glaube nicht an den positiven Effekt aufgrund Fahrtzeitverkürzungen einiger weniger Verbindungen. Ein bisschen mager für über 4 Mia.

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